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Herausfordernd: der Kommunikationsmix für eine multiple Personenmarke

Marken sind für Menschen ungeheuer nützlich: Wenn etwas „markiert“ ist, erkennen wir es wieder. Wir finden über einen markierten Weg durch unbekanntes Gelände. Marken geben Orientierung.

Kunden entscheiden sich für Markenprodukte, weil sie wissen, was sie erwartet. Eine Marke steht schließlich für ein Qualitätsniveau, ein typisches Design, ein bestimmtes Image. Daher erzeugt sie Vertrauen. Das ist nicht nur bei Produkten so, sondern auch bei Personen, die man als Dienstleister, Berater, Trainer sucht. Kunden beauftragen Menschen, die sie für kompetent und vertrauenswürdig halten und die klar positioniert sind.

Meine Positionierung sagt,

  • wer ich bin,
  • welche Leistungen ich für wen anbiete und
  • warum mein Angebot einzigartig ist.

So können meine potenziellen Kunden erkennen, dass genau ich die Person bin, die ihr aktuelles Problem/ihre Aufgabe am besten lösen kann. Natürlich nur, wenn sie mich und mein Angebot überhaupt finden und wiedererkennen. Ich muss also auch als Person eine Marke sein. Nun hätte ich mich selbst nicht unbedingt solche bezeichnet. Bis ich diese Definition las:

Jeder von uns ist eine Personenmarke – auf die eine oder andere Weise; öffentlich oder im privaten Kreis; beruflich oder ehrenamtlich. In dem Moment, in dem wir mit anderen interagieren (oder auch uns bewusst entscheiden, nicht zu interagieren) erzeugen wir bei anderen einen Eindruck, ein Bild. Wir haben eine Reputation, ein Image.
(…)
Eine Personenmarke ist nicht das, was ich selbst aufbaue, sondern das, was andere über mich wahrnehmen. Ich kann also bewusstes Personal Branding betreiben. Kontrollieren kann ich es aber nur bedingt. Denn die Personenmarke (…) entsteht erst im Auge, im Ohr, im Kopf meiner Empfänger und Gesprächspartner.

Sie stammt von der von mir sehr geschätzten Social-Media-Expertin Dr. Kerstin Hoffmann, die zu einer Blogparade aufgerufen hat, an der ich mit diesem Beitrag teilnehme:

Mein persönlicher Kommunikationsmix – Blog- und Webparade für Personenmarken #personalbrandmix

Was macht meine Personenmarke aus?

Da Sie hier auf meiner Website gelandet sind, ist das für Sie einfach zu erkennen: Ich bin Barbara Kettl-Römer. Ich schreibe Einfach gute Texte. Sie können mich auf der Startseite auf einem großen Foto sehen und sich buchstäblich ein Bild von mir machen.

Sartseite der Website kettl-roemer.de

Meine Website dient als Visitenkarte im Netz. Und als Kommunikationsplattform, denn hier blogge ich auch. Aber nicht nur hier.

Meine Positionierung hat mir durchaus Kopfzerbrechen bereitet, denn ganz so klar und eindeutig wie zum Beispiel bei Dr. Kerstin Hoffmann kann sie angesichts meiner unterschiedlichen Themenfelder (und Blogs) nicht ausfallen.

Als Personenmarke bin ich nämlich eine multiple Persönlichkeit

Als Diplom-Kauffrau bin ich spezialisiert auf Wirtschaftsthemen und Ratgebertexte. Also blogge ich auf meiner Website über Finanzthemen, rezensiere Fachbücher, gebe Tipps zum Selbstmanagement, kommentiere aktuelle Entwicklungen und erzähle von meinen Eindrücken, wenn ich auf einer Messe oder zu einem Seminar unterwegs war. Dadurch werde ich als Person stärker sichtbar, als ich es über eine statische Website jemals sein könnte.

Gleichzeitig bin ich mit meiner Kollegin und Freundin Judith Engst als Die Briefprofis unterwegs. Die Grundidee war, Unternehmen und Privatpersonen beim Schreiben kniffliger Briefe zu unterstützen bzw. es für sie zu übernehmen. Für Privatpersonen schreiben wir heute nur in Ausnahmefällen, für Unternehmen schreiben wir Werbebriefe, überarbeiten Textbausteine und Musterbriefe und halten Inhouse-Workshops. Unser Briefprofi-Blog mit Tipps rund ums Schreiben im Beruf zieht jeden Monat über 10.000 Besucher an.

Satrseite von diebriefprofis-blog.de - Teil meiner Personenmarke

Meine dritte Netzpersönlichkeit ist die als Reisejournalistin für das Allgäu. Die Keimzelle dafür war mein (privates) Reiseblog Tief im Allgäu, das ich 2012 gestartet habe.

Satrseite von Tief im Allgäu - Teil meiner Personenmarke

Inzwischen habe ich über das Blog auch die Aufmerksamkeit von Verlagen geweckt. So habe ich inzwischen mehrere Allgäu-Reise- und -Wanderführer geschrieben, die Sie auf der Seite Meine Bücher finden.

Mein Erscheinungsbild ist entsprechend vielschichtig

Mein Auftritt als Reisejournalistin unterscheidet sich deutlich dem als Briefprofi und dem auf meiner Website. Ich halte das für sachlich geboten, weil ich mit ersterem Privatleute anspreche, mit den anderen beiden Themen Unternehmen.

Ich bin auf Recherche oft mit meiner Familie oder einer Freundin unterwegs, wodurch die Posts automatisch einen etwas persönlicheren Charakter bekommen. (Persönlich, nicht privat! Und ich mache niemals Selfies, weil ich die einfach doof finde.) Meine Portraitfotos sind ebenfalls unterschiedlich, weil ich nicht in Businesskleidung auf Recherchetour oder zum Wandern gehe.

Möglicherweise verwischt das mein Profil und damit meine Personenmarke. Vielleicht zeigt es auch nur, dass ich eine Person mit mehreren Facetten bin. Da bin ich mir nicht sicher. Da ich auf keinen der drei Bereiche verzichten möchte, habe ich aber keine andere Lösung.

Trotzdem versuche ich, ein klares Profil zu zeigen:

Jeder meiner Kunden bekommt von mir Einfach gute Texte. Das ist die Klammer über meine drei Themenbereiche Wirtschaft, Korrespondenz, Reise/Allgäu.

Und jeder Kunde bekommt automatisch etwas von meinen Werten ab: Ich bin Dienstleisterin, arbeite aber auf Augenhöhe. Ich schreibe nur über Dinge, von denen ich etwas verstehe oder frage bei meinem Kunden so lange nach, bis ich es verstehe. Bei mir gibt es Klartext, kein Geschwurbel. Ich stehe in jedem meiner Themenbereiche für Professionalität und Qualität.

So sieht mein Kommunikationsmix konkret aus

Auf dem Briefprofi-Blog posten wir wöchentlich im Wechsel, auf Tief im Allgäu poste ich alle acht bis zehn Tage einen neuen Beitrag. Auf kettl-roemer.de möchte ich zweimal im Monat einen substanziellen Text bringen. Meistens klappt das.

Auf keinem der drei Blogs mache ich irgendwelche bezahlten „Kooperationen“ oder werblichen Aktionen. Einzige Ausnahme sind Partnerlinks zu meinen eigenen Büchern oder zu welchen, die ich in einer Rezension für gut befunden habe. Das ist für mich eine Frage der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit. Ich mache aber gerne bei Blog- und Fotoparaden mit; die Vernetzung mit anderen Bloggern macht mir Spaß und ich lerne jedes Mal etwas dazu.

Ich bin bei Facebook als Barbara Kettl-Römer aktiv. Dort verlinke ich vor allem Berufsbezogenes und alles, was ich auf meiner Website veröffentliche. Manchmal mischt sich aber auch Persönlicheres oder sogar etwas Politisches darunter. Durch Letzteres mache ich mich möglicherweise angreifbar, aber ich finde es angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wichtig, auch hier Profil zu zeigen.

Zusätzlich habe ich auf Facebook eigene Fanpages für die Briefprofis und Tief im Allgäu, wo ich meine jeweiligen Posts und andere passende Inhalte verlinke. Bei Facebook führe ich also auch eine Parallelexistenz in unterschiedlichen Themenwelten; einerseits bin ich in diversen Allgäu-Gruppen aktiv, andererseits tausche ich mich mit anderen Selbstständigen aus und bin bei PRINZIP KOSTENLOS, der FB-Gruppe von Kerstin Hoffmann.

Auf Pinterest bin ich seit 2017 ebenfalls unter meinen Namen angemeldet und pinne auf die unterschiedlichsten Boards von Allgäu mit Kindern über diverse Reise-Gruppenboards über Job im Griff und Geld im Griff bis Schreiben im Beruf.

XING ist für mich eine Art Adressbuch. Twitter habe ich noch nicht probiert und habe es auch nicht vor. Instagram möchte ich gerne erkunden, wenn ich mal etwas Zeit dafür habe (wann das wohl sein wird?). Auf den ersten Blick gefällt mir die typische, ziemlich künstliche Bildwelt dort nicht so gut, aber das muss ich mir eben noch genauer ansehen.

Und so funktioniert meine Positionierung samt Kommunikationsmix

Kernelemente meiner Kommunikation sind meine drei Blogs. Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich. Nur auf meinem Website-Blog sind sie noch recht niedrig. Das ist auch die Quittung dafür, dass ich dort in den letzten Jahren deutlich weniger aktiv war als in den anderen beiden Blogs.

Auf Facebook habe ich nette Kontakte geknüpft und pflege sie. Von dort kommen aber nicht so sehr viele Besucher auf meine Blogs und auch keine konkreten Anfragen.

Pinterest hat dagegen speziell für mein Allgäu-Blog einen Riesenschub gebracht, wodurch meine Beiträge auch bei Google ordentlich aufgestiegen sind. Zwei meiner drei Reiseverlagskunden haben mich über dieses Blog gefunden, insofern erfüllt es seine Markierungsfunktion. Ich hoffe, das tut es auch für potenzielle Reiseführerkäufer …

Ach ja, beinahe hätte ich meinen YouTube-Kanal vergessen. Hier veröffentliche ich kleine Allgäu-Videos, die ich in meine Blogbeiträge einbinde. Die Abonnentenzahl ist recht überschaubar, aber einige Videos haben ganz ordentliche Aufrufzahlen. Das ist aber auch mehr ein Spaßprojekt, das vermutlich nicht besonders auf meine Personenmarke einzahlt. Videos, in denen ich selbst zu sehen bin und irgendwelche Ratschläge gebe, kann ich mir zumindest derzeit nicht vorstellen.

Zum Briefprofi-Blog finden die meisten Leser über die Google-Suche. Auf diesem Weg kommen auch die Unternehmen zu uns, die Text- oder Seminaraufträge haben. Es gibt aber auch eine steigende Anzahl von Stammlesern und Kommentaren auf dem Blog. Das freut mich, weil dadurch mehr Dialog entsteht.

#personalbrandmix - der Kommunikationsmix für meine multiple Personenmarke

Puh, das ist ein langer Beitrag geworden. Es ist aber auch ein komplexes Thema. Und ein spannendes. Ich kann auch die anderen Beiträge zu dieser Blogparade nur empfehlen, ich habe in jedem etwas Interessantes gefunden.

Noch mehr zum Thema Personenmarke …

Schön knackig und kurz ist der Beitrag von Biggi Mestmäcker, sehr gut gefallen haben mir die Überlegungen von Dr. Annika Lamer zur Markenpersönlichkeit einer Texterin. Neu entdeckt habe ich durch diese Blogparade das Kulturblog von Tanja Praske. Da muss ich gleich noch ein bisschen stöbern.
Sehr interessant, weil meiner eigenen Aufstellung ähnlich (wenn auch in einem anderen Themenbereich) fand ich den Beitrag der Texterin und Food-Bloggerin Sabine Schlimm.
Wohltuend ehrlich schreibt Jutta Biehl-Herzfeld über ihre digitale Entwicklung (spät, aber heftig).

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Barbara,

    vielen herzlichen Dank fürs Verlinken auf meinen Kulturblog! Freut mich sehr, dass du bei mir stöbern möchtest! Ich werde das bei deinem Allgäu-Blog tun.

    Schreiben vermittelt Möglichkeiten, bei dir, bei mir, bei anderen und das ist total spannend! Ich kann sogar als Kunsthistorikerin tätig sein. Die Blogparade half mir im Nachhinein über meinen USP nachzudenken. Jetzt sehe ich klarer, auch wenn ich Unwohlsein verspüre bei dem Begriff „Personenmarke“, so wie du und Annika Lamer – Texter unter sich?

    Bin auch eine absolute Twitterati. Für mich ist es ein prima Mittel der Echtzeitkommunikation und der Vernetzung mit verschiedenen, sehr interessanten Personen. Das Blog ist mir bei allem, so wie bei dir, am wichtigsten.

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag!

    Herzlich,
    Tanja

    Antworten

    • Liebe Tanja, da sieht man mal wieder, für was Blogparaden alles gut sein können – zum Nachdenken (über sich selbst), zum Lernen (von anderen) und zum Kontakteknüpfen 🙂 Danke, dass Du Dich gemeldet hast!

      Antworten

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