Mein aktuelles Projekt: der ADAC-Reiseführer Allgäu

Cover ADAC-Reiseführer Allgäu blau

Die klassischen ADAC-Reiseführer in Blau oder Gelb kannte ich natürlich schon lange. Dass ich einmal selbst einen schreiben würde, hätte ich aber nicht gedacht – bis die Anfrage bei mir ankam: Beide Reiseführerreihen sollten komplett überarbeitet und neu gestaltet werden. Ob ich nicht die beiden Allgäu-Bände übernehmen wolle, denn die bisherige Autorin habe keine Zeit dafür? Klar wollte ich.

Und daran arbeite ich schon seit einigen Wochen. Ganz schön intensiv. Denn es geht um weit mehr als um eine Aktualisierung: Der komplette Text wird neu strukturiert, es gibt neue Rubriken, neue Service-Elemente, eine neue Kapitelstruktur und auch ein völlig neues Design. Ich bin also fleißig am Umbauen, Streichen, Ergänzen, Recherchieren und Aktualisieren. Es geht stetig voran und inzwischen habe ich das neue Konzept der „blauen Reihe“ der ADAC-Reiseführer schon so gut verinnerlicht, dass ich nicht mehr ständig im (über 100-seitigen) Autorenleitfaden blättern muss.

So wird der neue ADAC-Reiseführer Allgäu aussehen

Das Cover steht bereits fest und gefällt mir sehr gut:

Cover ADAC-Reiseführer Allgäu blau

Kühe und Königsschlösser kommen natürlich darin vor. Aber auch noch eine ganze Menge mehr, so viel kann ich versprechen.

Der Band wird im September 2018 erscheinen, ist aber derzeit schon vorbestellbar. Zum Beispiel hier bei Amazon (Partnerlink*):

ADAC Reiseführer Allgäu: Der Kompakte mit den ADAC Top Tipps und cleveren Klappkarten

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Und wenn der blaue ADAC-Reiseführer übers Allgäu fertig ist, mache ich mich an den Band aus der gelben Reihe. Die ist nämlich umfangreicher und hat eine Menge Platz für „magazinige“ Texte für Allgäu-Fans. Auf die freue ich mich schon!

Der Waldmops in Brandenburg – eine Fotosafari auf Loriots Spuren

Waldmops am Mühlentorturm in Brandenburg

Wer Brandenburg an der Havel das erste Mal besucht, weiß wahrscheinlich gar nicht, dass in dieser hübschen Stadt Vicco von Bülow alias Loriot geboren wurde – und dass hier heute auch der wilde Waldmops zuhause ist. Ich wusste es jedenfalls nicht. Genau genommen sind es sogar ziemlich viele Waldmöpse, die sich rund um die Johanniskirche, in der Altstadt und auf der Dominsel tummeln. Nachdem ich den ersten entdeckt hatte, machte ich mich auf die Jagd nach den anderen. Hier ist das Ergebnis meiner Fotosafari.

Der Waldmops in Brandenburg - eine Fotosafari auf Loriots Spuren

Was bitte ist ein Waldmops?

Ach so, ja, das sollten wir vorab noch klären. Dazu gibt es einen Sketch von Loriot, in dem er als Tierforscher auftritt und den Mops evolutionär auf den Elch zurückführt. Er sei aber inzwischen durch die menschliche Züchtung degeneriert, da 14-Ender nicht auf den Schoß älterer Damen gepasst hätten. Nur der scheue Waldmops habe die Würde seiner wilden Vorfahren bewahrt, streife noch durch die Wälder und nehme Vogelnester aus. Der wilde Waldmops hat kurze Hörner und ein Ringelschwänzchen. So wie dieses Exemplar, das sich vor der Tourist Info in Brandenburg räkelt.

Loriot'scher Waldmops an der Tourist Information in Brandenburg an der Havel

Und wie kommt der mythische Waldmops nun nach Brandenburg an der Havel?

Nach dem Tod Loriots wollte die Stadt ihm ein Denkmal setzen. Beim Gestaltungswettbewerb reichte die Innenarchitekturstudentin Clara Walter den Entwurf eines „Waldmops-Zentrums“ an der St.-Johannis-Kirche ein. Dazu gehörten drei von ihr gestaltete, 50 Zentimeter hohe Mops-Skulpturen aus Bronze. Die Jury war begeistert. Und das Mops-Rudel wuchs und wuchs.

Waldmöpse rund um die Jahrtausendbrücke in Brandenburg

Die Brücke ist ein Wahrzeichen der Stadt, das die beiden Stadtzentren rechts und links der Brandenburger Niederhavel miteinander verbindet.

Die Jahrtausendbrücke in Brandenburg an der Havel

Hier ruht ein Waldmops friedlich am Ufer und beobachtet die Enten …

liegender Waldmops an der Jahrtausendbrücke in Brandenburg

dort steigt er die Treppe vom Uferbereich hinauf.

Mops an der Jahrtausendbrücke in Brandenburg an der Havel

Ein weiteres Exemplar hat es sich vor der ehemaligen Brandenburger Werft, in der sich heute in schickes Lokal befindet, gemütlich gemacht.

Waldmops an der Werft in Brandenburg

Dieser freche Geselle ist einer der ersten drei Waldmöpse; im Hintergrund ist die Johanniskirche zu sehen bzw. das, was nach dem Zweiten Weltkrieg von ihr übrig geblieben ist.

Loriotscher Waldmops an der Johanniskirche in Brandenburg an der Havel

Unweit davon schnüffelt der nächste Mops im Gras,

Mops in der Nähe der Johanniskirche

und hinter der Kirche hebt sogar einer frech sein Bein.

urinierender Waldmops an der Johanniskirche

Der hier dagegen tut, als könnte er kein Wässerchen trüben.

sitzender Waldmops an der Havel

Weitere Wahrzeichen und Waldmops-Exemplare

Wachsam steht der Ritter Roland vor dem Altstädtischen Rathaus.

Altstädtisches Rathaus in Brandenburg an der Havel

Was er wohl über den Waldmops denkt, der auf dem Rathausplatz neugierig über den Brunnenrand lugt?

Walsmops am Brunnen vor dem Altstädtischen Rathaus

Auf der Mops-Safari in Brandenburg an der Havel habe ich übrigens noch andere niedliche Tiere gefunden. Im Plauer Torturm lugen sie vorwitzig aus den Schießscharten. Ein Kamel, ein Schwein, ein Ochs und eine Schlange.

der Plauer Torturm in Brandenburg an der Havel

Und eine Maus. Sie scheint evolutionär nicht mit dem wilden Waldmops verwandt zu sein.

Maus im Plauer Torturm in Brandenburg

Von denen steht das nächste Exemplar gleich gegenüber, auf der anderen Straßenseite.

trinkender Waldmops am Plauer Torturm

Auch in der Neustadt finden sich Möpse, und zwar nicht nur vor der Tourist-Info, sondern auch am Brandenburger Stadtkanal. Der Walsmops liebt anscheinend das Wasser.

liegender Waldmops von hinten an der Havel

Hier späht einer über ein Mühlrad am Mühlentorturm.

Waldmops am Mühlentorturm in Brandenburg

Und der hier scharrt interessiert auf der Dominsel herum.

Mops in der Nähe des Brandenburger Doms

Der uralte Brandenburger Dom St. Peter und Paul ist übrigens ein sehr lohnendes Besichtigungsziel. Überhaupt hat es mir in der Havelstadt gut gefallen. Aber am meisten Spaß hatte ich mit den Möpsen. Wie Loriot schon sagte:

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.

Herausfordernd: der Kommunikationsmix für eine multiple Personenmarke

bkr - mein Kürzel

Marken sind für Menschen ungeheuer nützlich: Wenn etwas „markiert“ ist, erkennen wir es wieder. Wir finden über einen markierten Weg durch unbekanntes Gelände. Marken geben Orientierung.

Kunden entscheiden sich für Markenprodukte, weil sie wissen, was sie erwartet. Eine Marke steht schließlich für ein Qualitätsniveau, ein typisches Design, ein bestimmtes Image. Daher erzeugt sie Vertrauen. Das ist nicht nur bei Produkten so, sondern auch bei Personen, die man als Dienstleister, Berater, Trainer sucht. Kunden beauftragen Menschen, die sie für kompetent und vertrauenswürdig halten und die klar positioniert sind.

Meine Positionierung sagt,

  • wer ich bin,
  • welche Leistungen ich für wen anbiete und
  • warum mein Angebot einzigartig ist.

So können meine potenziellen Kunden erkennen, dass genau ich die Person bin, die ihr aktuelles Problem/ihre Aufgabe am besten lösen kann. Natürlich nur, wenn sie mich und mein Angebot überhaupt finden und wiedererkennen. Ich muss also auch als Person eine Marke sein. Nun hätte ich mich selbst nicht unbedingt solche bezeichnet. Bis ich diese Definition las:

Jeder von uns ist eine Personenmarke – auf die eine oder andere Weise; öffentlich oder im privaten Kreis; beruflich oder ehrenamtlich. In dem Moment, in dem wir mit anderen interagieren (oder auch uns bewusst entscheiden, nicht zu interagieren) erzeugen wir bei anderen einen Eindruck, ein Bild. Wir haben eine Reputation, ein Image.
(…)
Eine Personenmarke ist nicht das, was ich selbst aufbaue, sondern das, was andere über mich wahrnehmen. Ich kann also bewusstes Personal Branding betreiben. Kontrollieren kann ich es aber nur bedingt. Denn die Personenmarke (…) entsteht erst im Auge, im Ohr, im Kopf meiner Empfänger und Gesprächspartner.

Sie stammt von der von mir sehr geschätzten Social-Media-Expertin Dr. Kerstin Hoffmann, die zu einer Blogparade aufgerufen hat, an der ich mit diesem Beitrag teilnehme:

Mein persönlicher Kommunikationsmix – Blog- und Webparade für Personenmarken #personalbrandmix

Was macht meine Personenmarke aus?

Da Sie hier auf meiner Website gelandet sind, ist das für Sie einfach zu erkennen: Ich bin Barbara Kettl-Römer. Ich schreibe Einfach gute Texte. Sie können mich auf der Startseite auf einem großen Foto sehen und sich buchstäblich ein Bild von mir machen.

Sartseite der Website kettl-roemer.de

Meine Website dient als Visitenkarte im Netz. Und als Kommunikationsplattform, denn hier blogge ich auch. Aber nicht nur hier.

Meine Positionierung hat mir durchaus Kopfzerbrechen bereitet, denn ganz so klar und eindeutig wie zum Beispiel bei Dr. Kerstin Hoffmann kann sie angesichts meiner unterschiedlichen Themenfelder (und Blogs) nicht ausfallen.

Als Personenmarke bin ich nämlich eine multiple Persönlichkeit

Als Diplom-Kauffrau bin ich spezialisiert auf Wirtschaftsthemen und Ratgebertexte. Also blogge ich auf meiner Website über Finanzthemen, rezensiere Fachbücher, gebe Tipps zum Selbstmanagement, kommentiere aktuelle Entwicklungen und erzähle von meinen Eindrücken, wenn ich auf einer Messe oder zu einem Seminar unterwegs war. Dadurch werde ich als Person stärker sichtbar, als ich es über eine statische Website jemals sein könnte.

Gleichzeitig bin ich mit meiner Kollegin und Freundin Judith Engst als Die Briefprofis unterwegs. Die Grundidee war, Unternehmen und Privatpersonen beim Schreiben kniffliger Briefe zu unterstützen bzw. es für sie zu übernehmen. Für Privatpersonen schreiben wir heute nur in Ausnahmefällen, für Unternehmen schreiben wir Werbebriefe, überarbeiten Textbausteine und Musterbriefe und halten Inhouse-Workshops. Unser Briefprofi-Blog mit Tipps rund ums Schreiben im Beruf zieht jeden Monat über 10.000 Besucher an.

Satrseite von diebriefprofis-blog.de - Teil meiner Personenmarke

Meine dritte Netzpersönlichkeit ist die als Reisejournalistin für das Allgäu. Die Keimzelle dafür war mein (privates) Reiseblog Tief im Allgäu, das ich 2012 gestartet habe.

Satrseite von Tief im Allgäu - Teil meiner Personenmarke

Inzwischen habe ich über das Blog auch die Aufmerksamkeit von Verlagen geweckt. So habe ich 2016 den Marco Polo Reiseführer Allgäu als Bearbeiterin übernommen und einen neuen Reiseführer Allgäu mit Kindern geschrieben, der 2017 im Peter Meyer Verlag erschienen ist. Gerade habe ich den Vertrag für einen weiteren Allgäu-Reiseführer in einem dritten Verlag unterschrieben.

Mein Erscheinungsbild ist entsprechend vielschichtig

Mein Auftritt als Reisejournalistin unterscheidet sich deutlich dem als Briefprofi und dem auf meiner Website. Ich halte das für sachlich geboten, weil ich mit ersterem Privatleute anspreche, mit den anderen beiden Themen Unternehmen.

Ich bin auf Recherche oft mit meiner Familie oder einer Freundin unterwegs, wodurch die Posts automatisch einen etwas persönlicheren Charakter bekommen. (Persönlich, nicht privat! Und ich mache niemals Selfies, weil ich die einfach doof finde.) Meine Portraitfotos sind ebenfalls unterschiedlich, weil ich nicht in Businesskleidung auf Recherchetour oder zum Wandern gehe.

Möglicherweise verwischt das mein Profil und damit meine Personenmarke. Vielleicht zeigt es auch nur, dass ich eine Person mit mehreren Facetten bin. Da bin ich mir nicht sicher. Da ich auf keinen der drei Bereiche verzichten möchte, habe ich aber keine andere Lösung.

Trotzdem versuche ich, ein klares Profil zu zeigen:

Jeder meiner Kunden bekommt von mir Einfach gute Texte. Das ist die Klammer über meine drei Themenbereiche Wirtschaft, Korrespondenz, Reise/Allgäu.

Und jeder Kunde bekommt automatisch etwas von meinen Werten ab: Ich bin Dienstleisterin, arbeite aber auf Augenhöhe. Ich schreibe nur über Dinge, von denen ich etwas verstehe oder frage bei meinem Kunden so lange nach, bis ich es verstehe. Bei mir gibt es Klartext, kein Geschwurbel. Ich stehe in jedem meiner Themenbereiche für Professionalität und Qualität.

So sieht mein Kommunikationsmix konkret aus

Auf dem Briefprofi-Blog posten wir wöchentlich im Wechsel, auf Tief im Allgäu poste ich alle acht bis zehn Tage einen neuen Beitrag. Auf kettl-roemer.de möchte ich zweimal im Monat einen substanziellen Text bringen. Meistens klappt das.

Auf keinem der drei Blogs mache ich irgendwelche bezahlten „Kooperationen“ oder werblichen Aktionen. Einzige Ausnahme sind Partnerlinks zu meinen eigenen Büchern oder zu welchen, die ich in einer Rezension für gut befunden habe. Das ist für mich eine Frage der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit. Ich mache aber gerne bei Blog- und Fotoparaden mit; die Vernetzung mit anderen Bloggern macht mir Spaß und ich lerne jedes Mal etwas dazu.

Ich bin bei Facebook als Barbara Kettl-Römer aktiv. Dort verlinke ich vor allem Berufsbezogenes und alles, was ich auf meiner Website veröffentliche. Manchmal mischt sich aber auch Persönlicheres oder sogar etwas Politisches darunter. Durch Letzteres mache ich mich möglicherweise angreifbar, aber ich finde es angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wichtig, auch hier Profil zu zeigen.

Zusätzlich habe ich auf Facebook eigene Fanpages für die Briefprofis und Tief im Allgäu, wo ich meine jeweiligen Posts und andere passende Inhalte verlinke. Bei Facebook führe ich also auch eine Parallelexistenz in unterschiedlichen Themenwelten; einerseits bin ich in diversen Allgäu-Gruppen aktiv, andererseits tausche ich mich mit anderen Selbstständigen aus und bin bei PRINZIP KOSTENLOS, der FB-Gruppe von Kerstin Hoffmann.

Auf Pinterest bin ich seit 2017 ebenfalls unter meinen Namen angemeldet und pinne auf die unterschiedlichsten Boards von Allgäu mit Kindern über diverse Reise-Gruppenboards über Job im Griff und Geld im Griff bis Schreiben im Beruf.

XING ist für mich eine Art Adressbuch. Twitter habe ich noch nicht probiert und habe es auch nicht vor. Instagram möchte ich gerne erkunden, wenn ich mal etwas Zeit dafür habe (wann das wohl sein wird?). Auf den ersten Blick gefällt mir die typische, ziemlich künstliche Bildwelt dort nicht so gut, aber das muss ich mir eben noch genauer ansehen.

Und so funktioniert meine Positionierung samt Kommunikationsmix

Kernelemente meiner Kommunikation sind meine drei Blogs. Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich. Nur auf meinem Website-Blog sind sie noch recht niedrig. Das ist auch die Quittung dafür, dass ich dort in den letzten Jahren deutlich weniger aktiv war als in den anderen beiden Blogs.

Auf Facebook habe ich nette Kontakte geknüpft und pflege sie. Von dort kommen aber nicht so sehr viele Besucher auf meine Blogs und auch keine konkreten Anfragen.

Pinterest hat dagegen speziell für mein Allgäu-Blog einen Riesenschub gebracht, wodurch meine Beiträge auch bei Google ordentlich aufgestiegen sind. Zwei meiner drei Reiseverlagskunden haben mich über dieses Blog gefunden, insofern erfüllt es seine Markierungsfunktion. Ich hoffe, das tut es auch für potenzielle Reiseführerkäufer …

Ach ja, beinahe hätte ich meinen YouTube-Kanal vergessen. Hier veröffentliche ich kleine Allgäu-Videos, die ich in meine Blogbeiträge einbinde. Die Abonnentenzahl ist recht überschaubar, aber einige Videos haben ganz ordentliche Aufrufzahlen. Das ist aber auch mehr ein Spaßprojekt, das vermutlich nicht besonders auf meine Personenmarke einzahlt. Videos, in denen ich selbst zu sehen bin und irgendwelche Ratschläge gebe, kann ich mir zumindest derzeit nicht vorstellen.

Zum Briefprofi-Blog finden die meisten Leser über die Google-Suche. Auf diesem Weg kommen auch die Unternehmen zu uns, die Text- oder Seminaraufträge haben. Es gibt aber auch eine steigende Anzahl von Stammlesern und Kommentaren auf dem Blog. Das freut mich, weil dadurch mehr Dialog entsteht.

#personalbrandmix - der Kommunikationsmix für meine multiple Personenmarke

Puh, das ist ein langer Beitrag geworden. Es ist aber auch ein komplexes Thema. Und ein spannendes. Ich kann auch die anderen Beiträge zu dieser Blogparade nur empfehlen, ich habe in jedem etwas Interessantes gefunden.

Noch mehr zum Thema Personenmarke …

Schön knackig und kurz ist der Beitrag von Biggi Mestmäcker, sehr gut gefallen haben mir die Überlegungen von Dr. Annika Lamer zur Markenpersönlichkeit einer Texterin. Neu entdeckt habe ich durch diese Blogparade das Kulturblog von Tanja Praske. Da muss ich gleich noch ein bisschen stöbern.
Sehr interessant, weil meiner eigenen Aufstellung ähnlich (wenn auch in einem anderen Themenbereich) fand ich den Beitrag der Texterin und Food-Bloggerin Sabine Schlimm.
Lustig fand ich den Beitrag von Ulrike Zecher: Meine Marke will witziger. Ich bin dabei! Wohltuend ehrlich schreibt Jutta Biehl-Herzfeld über ihre digitale Entwicklung (spät, aber heftig).

Vermögenswirksame Leistungen – bitte nehmen Sie das Geldgeschenk an!

Geldgeschenk

Immer wieder wundere ich mich darüber, wie viele Leute sich kein bisschen für Vermögensbildung und Altersvorsorge interessieren. Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind ein besonders krasses Beispiel: Die meisten Menschen, die ich danach frage, wissen nicht, was das ist und erst recht nicht, ob es sie in ihrem Unternehmen gibt. Andere antworten: „Hm, ich glaube schon, dass es die bei uns gibt“. Sie haben aber nie weiter danach gefragt. Wie kann das sein? Und wie ist das bei Ihnen?

Vermögenswirksame Leistungen sind tatsächlich geschenktes Geld

Konkret handelt es sich um Geld, das der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt und für den Arbeitnehmer anlegt. Es soll dazu dienen, dass die Arbeitnehmer ein (wenigstens kleines) eigenes Vermögen aufbauen können. Die rechtliche Basis dafür ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz, das bereits 1965 in Kraft getreten ist. Nicht jeder Arbeitgeber zahlt VL, aber viele sind durch einen Tarifvertrag dazu verpflichtet, haben eine entsprechende Betriebsvereinbarung abgeschlossen oder sagen die Zahlung im Arbeitsvertrag zu. Danach fragen müssen die Arbeitnehmer aber schon noch selbst. Und sagen, dass sie sie haben wollen.

Wie funktionieren die VL konkret?

Ganz einfach: Der Arbeitnehmer entscheidet sich für ein förderfähiges Finanzprodukt (dazu gleich mehr) und teil dies seinem Arbeitgeber mit. Letzterer zahlt sechs Jahre lang jeden Monat den zugesagten Betrag auf das betreffende Konto ein. Anschließend muss nochmals eine einjährige Sperrfrist eingehalten werden, danach kann der Arbeitnehmer über das angelegte Geld frei verfügen.

Der monatliche VL-Betrag liegt je nach Arbeitgeber zwischen 6,65 Euro (öffentlicher Dienst) und 40 Euro im Monat. Allerdings gilt er als steuer- und abgabenpflichtiges Einkommen, netto landet also entsprechend weniger auf dem Sparkonto. Je weniger Sie verdienen, umso mehr lohnt sich das Ganze also; aber auch wer gut verdient, sollte Geldgeschenke nicht ausschlagen.

Grundsätzlich sind mehrere Anlageformen möglich, darunter sind die gängigsten ein Bank- oder Aktienfondssparplan, eine betriebliche Altersvorsorge, eine Kapitallebensversicherung, ein Bausparvertrag oder die Tilgung eines Baukredits. Man kann die VL auch für bereits bestehende (Kredit-)Verträge verwenden.

Noch attraktiver wird die Sache durch die Arbeitnehmer-Sparzulage vom Staat

Weil der Staat ja möchte, dass die Bürger privat vorsorgen, legt er bei Fondssparplänen und Bausparverträgen noch ein Sümmchen dazu. Jedenfalls für Arbeitnehmer, die nicht über bestimmten Jahreseinkommensgrenzen liegen. Gemeint ist damit nicht das Bruttoeinkommen, sondern das zu versteuernde Einkommen.

Bei Fondssparplänen liegt diese Einkommensgrenze bei 20.000 Euro für Ledige (40.000 Euro für Verheiratete) im Jahr. Die Zulage vom Staat beträgt 20 Prozent der Anlagesumme bis 400 Euro, also 80 Euro.

Bei Bausparverträgen liegen die Einkommensgrenzen bei 17.900 bzw. 35.800 Euro. Die Zulage beträgt dann 9 Prozent von maximal 470 Euro, also 42,30 Euro

Die Arbeitnehmer-Sparzulage selbst ist übrigens, anders als die Arbeitgeberzahlungen zu den VL, steuerfrei.

Es ist ganz einfach, die Arbeitnehmer-Sparzulage zu beantragen: Sie müssen nur in Ihrer Einkommensteuererklärung „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage“ ankreuzen. Das war’s schon. Früher musste man auch noch die Anlage „Bescheinigung zu VL“ mit der Steuererklärung einreichen. Für vermögenswirksame Leistungen, die ab dem 01.01.2017 angelegt werden, ist das nicht mehr notwendig, sondern der Anbieter, bei dem das Geld angelegt wird, schickt eine elektronische Bescheinigung direkt an das Finanzamt.

Lohnt sich das? Dazu ein Beispiel:

Meine älteste Tochter befindet sich derzeit in der Ausbildung und verdient daher deutlich unter 20.000 Euro im Jahr. Sie hat gerade ihre Probezeit abgeschlossen und damit Anspruch auf die VL ihres Arbeitgebers; dieser zahlt 26,59 Euro im Monat. (Man fragt sich wirklich, wie die Unternehmen immer auf diese krummen Beträge kommen …)

Sie wird weitere 14 Euro monatlich aus eigener Tasche dazulegen und das Geld in einen Aktienfondssparplan einzahlen. Dann beträgt die jährliche Anlagesumme

12 x 26,59 Euro vom Arbeitgeber = 319,08 Euro
12 x 20 Euro Eigenanteil = 168 Euro
20 % von 400 Euro = 80 Euro

Das heißt: Auf ihrem Vermögensbildungskonto landen jährlich 567,80 Euro, von denen sie gerade einmal 168 Euro selbst beigesteuert hat. Selbst wenn von den 240 Euro des Arbeitgebers noch die Sozialbeiträge abgezogen werden (Steuern zahlt sie noch keine), ergibt das eine Rendite von über 200 Prozent! Die ist durch keine andere legale Anlageform zu toppen.

Die (hoffentlich) positive Kursentwicklung der Fondsanteile ist da noch gar nicht berücksichtigt. Sollten die Börsenkurse bei Auslaufen der siebenjährigen Frist gerade ungünstig sein, macht das nichts: Man kann einfach abwarten und sie später verkaufen, wenn die Kurse wieder gestiegen sind.

Rein von der Förderung her ist auch ein Bausparvertrag interessant

Dafür kann man nämlich zusätzlich zur Arbeitnehmer-Sparzulage noch die Wohnungsbauprämie beantragen. Für die gelten nochmals andere Einkommensgrenzen – sonst wäre es ja auch zu einfach. Sie beträgt 8,8 Prozent von maximal 512 Euro, also rund 45 Euro. Da ich Bausparverträge aber derzeit grundsätzlich für keine besonders sinnvolle Anlageform halte, rate ich nicht dazu, einen abzuschließen. Auch wenn vermögenswirksame Leistungen geschenktes Geld sind, sollte man die Rendite darauf nicht verschenken …

Vermögenswirksame Leistungen - geschenktes Geld, das man annehmen sollte

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie Sie auch mit geringem Einkommen gut mit Ihrem Geld auskommen, empfehle ich Ihnen meinen Ratgeber Niemals pleite! Alles über die ersten Finanzen (Partnerlink*)

Falls Sie sich für weitere Tipps zum Thema Geldanlage und Altersvorsorge interessieren, empfehle ich Ihnen auch folgende Posts:

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Prokrastinieren – aber richtig! Mein Gastbeitrag bei Onpulson

Prokrastinieren, das Aufschieben von Aufgaben, ist eine Versuchung, der die meisten Menschen ab und zu erliegen. Ich auch. Aber ich habe inzwischen gelernt, den Drang zum Aufschieben sinnvoll zu nutzen. Wie, das lesen Sie in meinem Beitrag, der heute auf Onpulson.de erschienen ist, einem Wissens- und Informationsportal zum Thema Business und Management.

Hier geht es zu meinem Gastbeitrag Prokrastination: So machen Sie Schluss mit der Aufschieberitis

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Prokrastinieren? Wie gehen Sie damit um?

Neu erschienen: Mein E-Book zum Thema Behördendeutsch

E-Book Behördendeutsch in verständliche Sprache übersetzen

Über die Themen Geschäftskorrespondenz und das Schreiben im Beruf blogge ich gemeinsam mit meiner Kollegin Judith Engst auf unserem Briefprofi-Blog. Dort habe ich inzwischen etliche Texte zum Thema Behördendeutsch bzw. Kanzleistil verfasst. Vorwiegend geht es natürlich darum, wie man diese schwer verdauliche Lesekost vermeidet und stattdessen gut verständlich und möglichst floskelfrei schreibt.

Für alle, die lieber einen kompletten Ratgeber statt einzelner Blogbeiträge lesen, habe ich nun diese Texte zusammengestellt. So ist das erste Briefprofi-E-Book entstanden, das ab sofort bei Amazon zum Preis von 2,99 Euro erhältlich ist (Partnerlink*):

Behördendeutsch in verständliche Sprache übersetzen: Wie Sie ganz einfach so schreiben, dass Ihre Empfänger Sie verstehen. Ohne Floskeln, ohne Missverständnisse. (Die Briefprofis 1)

Der kleine Leitfaden kostet also nicht mehr als ein Cappuccino, stiftet aber hoffentlich sehr viel Nutzen für alle, die in der Geschäftskorrespondenz immer wieder mit Floskeln und Satzmonstern kämpfen.

Falls Sie keinen Kindle haben, können Sie das E-Book übrigens auch als PDF bei mir bestellen. Schreiben Sie dazu einfach eine E-Mail an info@kettl-roemer.de.

Ich habe schon ein paar weitere Themenideen, dieses E-Book soll der Auftakt zu einer kleinen Ratgeber-Reihe sein, die unter dem Label Die Briefprofis erscheint. Ich bin sehr gespannt auf die Resonanz!

Rezension: Wie lege ich 5000 Euro optimal an?

Wie lege ich 5000 Euro optimal an

In den Weihnachtsferien erzählte mir meine Schwägerin, sie hätten Festgeld angelegt gehabt, das nun wieder verfügbar sei. Aber was sollten sie bei diesen niedrigen Zinsen denn damit machen? Vielleicht eine Kapitallebensversicherung für meinen Neffen abschließen? „Natürlich nicht!“, antwortete ich ihr.

Wir sprachen ein wenig über die Grundlagen vernünftiger Geldanlage, und dann empfahl ich ihr das Buch von Judith Engst und Rolf Morrien, das ich gerade gelesen hatte. Es trägt den schönen Titel: Wie lege ich 5000 Euro optimal an? Die Tipps, die Sie darin lesen, funktionieren aber auch mit weniger oder mehr Geld, weil sie sehr vernünftig sind. Tatsächlich ist dies einer der wenigen Geldratgeber, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Auf gerade einmal 119 Seiten bekommen Sie alles geboten, was Sie über die Grundlagen vernünftiger Geldanlage wissen müssen. Und das gut strukturiert und verständlich erklärt über zehn handliche Kapitel verteilt.

Wie lege ich 5000 Euro optimal an? – Kurzzusammenfassung der Inhalte

In Kapitel 1 wird zunächst mit den liebsten Anlageformen der Deutschen abgerechnet: All das Geld, das auf Giro-, Spar-, Festgeld- und Tagesgeldkonten herumliegt, dient keineswegs dem Vermögensaufbau. Faktisch verliert es durch die Inflation sogar an Kaufkraft. Und die gute alte Kapitallebensversicherung lohnt sich nur, wenn sie wirklich alt ist, nämlich vor 2004 abgeschlossen und daher mit einem hohen Garantiezins und steuerfreier Auszahlung verbunden.

Die 3 goldenen Regeln der Geldanlage

  1. Lege nicht alle Eier in einen Korb! Soll heißen: Wenn Sie 5.000 Euro anlegen können, stecken Sie nicht die ganze Summe in eine einzige Anlageform, sondern teilen Sie es auf mehrere auf. Diese Diversifikation verringert das Risiko.
  2. Kaufe nicht alles auf einmal! Denn: Es ist praktisch unmöglich, den einen, perfekten Kaufzeitpunkt herauszufinden – das geht immer erst im Nachhinein. Wenn man aber über einen längeren Zeitraum immer wieder investiert, kauft man mal teurer und mal billiger und senkt dadurch den durchschnittlichen Kaufpreis.
  3. Sitze kurzfristige Verluste einfach aus! Es ist nämlich bei vielen Anlageformen ganz normal, dass sie mal höher und mal niedriger notieren. Von kurzfristigen Einbußen darf man sich nicht nervös machen lassen. Gerade für Aktien gilt: Wer langfristig dabeibleibt, gewinnt!

In Kapitel 2 geht es um die richtige Aufteilung des Geldes. Konkret werden die drei Anlageformen Aktien, Tagesgeld und Sparpläne/Sparbriefe im Hinblick auf das magische Dreieck der Geldanlage untersucht.

Das magische Dreieck der Vermögensanlage

  1. Rendite (= Verzinsung)
  2. Sicherheit (Risiko von Wertschwankungen bzw. Vermögensverlust)
  3. Liquidität (= Zahlungsfähigkeit, also die Möglichkeit, das angelegte Geld schnell wieder „flüssig“ zu machen)

„Magisch“ ist das Dreieck übrigens deswegen, weil man mit einer Anlageform immer nur zwei Ziele gleichzeitig erreichen kann, nie alle drei. Deswegen kommt es ja auf die richtige Aufteilung der Anlagesumme an.

In Kapitel 3 wird daher empfohlen, einen Teil der Anlagesumme als Tagesgeld vorzuhalten, damit die Liquidität gewahrt bleibt. Praktische Tipps dazu, wie man die besten Anbieter aussucht, gibt es auch.

Kapitel 4 wendet sich den eigentlichen Anlagemöglichkeiten und stellt die verschiedenen Arten von Investmentfonds mit ihren Eigenarten und Vor- und Nachteilen vor. Kapitel 5 widmet sich ganz den Indexfonds (ETFs), die nicht zu Unrecht als „die wahrscheinlich beste Finanzinnovation der vergangenen 50 Jahre“ vorgestellt werden. Die gängigsten Indizes und ihre Konstruktionsweise werden kurz und gut verständlich erläutert. Die beiden Autoren empfehlen konkret eine Aufteilung der Anlagesumme in einen DAX-ETF (50 %), einen MSCI-World-ETF (25 %) und einen MDAX-ETF (25 %). Das ist sicher keine schlechte Idee.

In Kapitel 6 betrachten Judith Engst und Rolf Morrien die aktiv gemanagten Fonds näher, die insbesondere in schlechten Marktphasen und in schwierigen Märkten ohne passenden Index attraktiv sind. Von einem solchen Investment würde ich dem absoluten Einsteiger-Investor zwar abraten. Wer schon ein nettes ETF-Pölsterchen hat und Neues wagen will, kann das aber ruhig probieren. Eine abwägende Gegenüberstellung passiver und aktiver Fonds schließt sich in Kapitel 7 an.

In Kapitel 8 geht es ans Eingemachte: Jetzt werden Fonds- und ETF-Sparpläne vorgestellt, mit denen sich das Problem des perfekten Einstiegszeitpunktes so einfach wie elegant lösen lässt. Sie finden dort auch eine gute Anleitung dazu, wie Sie ein Depot eröffnen und einen Sparplan konkret anlegen können.

Wie Sie Ihre Anlagesumme über Vermögenswirksame Leistungen und die Arbeitnehmersparzulage noch aufstocken können, erfahren Sie in Kapitel 9. Zum Abschluss gibt es in Kapitel 10 noch 7 brauchbare Spartipps für mehr Rendite.

Mein Fazit zu Wie lege ich 5000 Euro optimal an?

In diesem Büchlein ist wirklich alles drin, was man als Einsteiger über Geldanlage wissen muss. Man kann es ohne größere Vorkenntnisse lesen und verstehen. Den grundsätzlichen Ratschlägen und Empfehlungen schließe ich mich an, wobei man über die konkreten Produktempfehlungen im Einzelnen schon diskutieren könnte. Ich persönlich rate im Zweifelsfall erst einmal zum einem ganz normalen DAX-ETF-Sparplan.

So, und jetzt schicke ich das Buch meiner Schwägerin, damit sie sich selbst ein Bild machen kann. Falls Sie es auch lesen möchten, können Sie Wie lege ich 5000 Euro optimal an? portofrei direkt beim Verlag bestellen (Partnerlink*).  Falls Sie sogar noch mehr zum Anlegen haben, können Sie sich alternativ auch den Band Wie lege ich 10.000 Euro optimal an? bestellen (dies ist ebenfalls ein Partnerlink*). Diesen Band habe ich zwar selbst nicht gelesen, nach Auskunft der Autoren findet sich darin aber dasselbe Grundlagenwissen neben einigen zusätzlichen Informationen und Empfehlungen, die erst ab der höheren Anlagesumme sinnvoll sind.

Wie lege ich 5000 Euro optimal an - Rezension zum Pinnen

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme. Diese dient mit zur Finanzierung der Kosten, die mir durch dieses Blog entstehen.

Falls Sie sich für weitere Rezensionen zu Geldratgebern interessieren, empfehle ich Ihnen folgende Beiträge:

Endlich Ordnung im Büro! Aufräumen und Ausmisten in 5 Schritten

Ordnung im Büro - aufgeräumter Ablagekasten

Die Zeit „zwischen den Jahren“ nutze ich immer wieder gerne, um Ordnung im Büro zu schaffen. Das letzte Quartal ist bei mir meist recht arbeitsreich und hinterlässt Stapel und Unordnung. In den ruhigen Phasen zwischen den Feiertagen (zumal bei schlechtem Wetter) ist endlich genug Zeit zum Aufräumen und Ausmisten. Dafür habe ich eine inzwischen bewährte Abfolge von Arbeitsschritten entwickelt, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

So schaffen Sie Ordnung im Büro in 5 Schritten

Diese 5 Schritte funktionieren übrigens auch zu jeder anderen Jahreszeit und benötigen bei „normal unordentlichen“ Büros höchstens einen Arbeitstag.

Schritt 1: Schreibtisch aufräumen

Der Schreibtisch ist der wichtigste Ort im Büro, ihm gebührt daher die erste Aufräumanstrengung. Das geht ziemlich schnell: Stapel nehmen, grob vorsortieren (z. B. nach Kunden, Projekten und Privatem) und dann ein Blatt nach dem anderen ansehen und je nach Bedarf ablegen, in Hängeregister oder Projektmappen zur weiteren Bearbeitung legen oder wegwerfen.

Papierstapel sichten

Alles, was danach noch auf dem Schreibtisch liegt, räumen Sie ab, damit Sie die komplette Fläche mit einem feuchten Lappen abwischen können. Wenn Sie die Fläche anschließend wieder „belegen“, prüfen Sie kritisch, was wirklich nochmals Platz darauf finden sollte und was woanders besser aufgehoben ist.

Faustregel: Auf dem Schreibtisch sollten sich nur Dinge befinden, die Sie (fast) täglich benötigen. Alles andere gehört in Schubladen oder Regale.

Schritt 2: Ordner fürs Archiv aussortieren

Für etliche Unterlagen gibt es gesetzliche Aufbewahrungsfristen (auf arbeiten-im-sekretariat.de finden Sie die Aufbewahrungsfristen 2018 im Überblick). Rechnungen zum Beispiel müssen zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Das heißt aber nicht, dass alle Ordner mit Rechnungen der letzten Dekade im Büro stehen müssen. Regalplatz im Büro verdient nur, was zum Nachschlagen und Ablegen aktuell noch benötigt wird.

Faustregel: Alles, was Sie in diesem Jahr sehr wahrscheinlich nicht mehr benötigen, aber aus rechtlichen Gründen aufbewahrt werden muss, gehört ins Archiv.

Bei mir war das diesmal gar nicht so wenig, ich habe eine große Kiste in den Keller getragen.

Fürs Archiv aussortierte Ordner

Das ist auch eine gute Gelegenheit, um über zehn Jahre alte Archivordner zu leeren und zur erneuten Benutzung mitzunehmen. Zur Ordnung im Büro gehört daher auch die Ordnung im Archiv: Wenn Sie die Archivkisten außen klar beschriften, wissen Sie auf Anhieb, welche Unterlagen drin sind und wann sie endgültig entsorgt werden können.

Schritt 3: Wegwerfen, was nicht mehr benötigt wird

Vielen Menschen fällt es schwer, Dinge wegzuwerfen. Man weiß ja nie, was man irgendwann nochmals brauchen kann …

Ich halte mich beim Aussortieren an drei einfache Fragen:

  1. Gibt es eine rechtliche oder sonstige Verpflichtung, das Dokument aufzuheben?
  2. Ist es wahrscheinlich, dass ich das Dokument zukünftig noch einmal brauchen werde?
  3. Ist das Dokument bzw. die Information unersetzlich (d. h. kann es im Bedarfsfall nicht mehr wiederbeschafft werden)?

Faustregel: Falls eine dieser Fragen mit „Ja“ zu beantworten ist, bleibt das Dokument in der Ablage bzw. im Archiv. Können Sie aber alle drei Fragen nach vernünftiger Einschätzung mit „Nein“ beantworten, können Sie es ganz beruhigt wegwerfen. Das gilt übrigens auch für veraltete Fachbücher, Kataloge, Lehrgangsunterlagen, CD-ROMs und Ähnliches.

Nachdem ich alle Ordner und Bücher sowieso in die Hand genommen habe, habe ich auch hier gleich die Gelegenheit genutzt, die Regalböden gründlich abzustauben. Es war durchaus nötig!

Schritt 4: Strukturen überarbeiten

Das geht zum Jahreswechsel natürlich besonders gut, ist aber grundsätzlich auch zu einem anderen Zeitpunkt machbar: Spätestens seit dem Ablegen und Aussortieren wissen Sie vermutlich, welche Strukturen im Ablage- und sonstigen Ordnungssystem sich nicht bewährt haben.

Gab es Unterlagen, die Sie immer wieder gesucht haben, weil Sie selbst nicht so genau wussten, wo sie eigentlich hingehören? Gibt es Ablagestrukturen, die unnötig kompliziert sind? Ordner, die nie voll werden, weil sie zu speziell angelegt sind? Andere, die ständig überquellen? Das können Sie jetzt ändern.

Faustregel: Ein Ablagesystem muss so fein wie nötig sein, aber so grob wie möglich. Vor allem aber müssen Sie es selbst im Kopf haben und problemlos anwenden können.

Wichtig: Die Ablage im PC sollte genauso strukturiert sein wie die im Regal, Sie müssen sie also gegebenenfalls an die Veränderungen anpassen.

Mein Ordnungssystem ist ziemlich simpel: Unterlagen zu laufenden Projekten bewahre ich in Klarsichthüllen auf, die nach Kunden sortiert sind. Sobald ich ein Projekt bzw. einen Teil davon abschließe und eine Rechnung stelle, lege ich die dazu gehörenden Unterlagen samt Rechnungskopie in Ordner ab. Für die Ordner habe ich ein einfaches Farbsystem: Text- und Redaktionsprojekte sind grün (sie sind weiter nach Kunden und ggf. Produkten unterteilt), Buchprojekte grau, Seminare gelb. Rot ist alles, was mit Geld und Steuern zu tun hat.

Hängeregister nutze ich für alles, das ich zwar nicht täglich, aber doch immer wieder mal zum Nachschlagen brauche: Vertragsunterlagen, Hintergrundinformationen, Produktunterlagen, Flyer. Hier ist regelmäßiges Ausmisten natürlich auch geboten.

Schritt 5: Neue Ordner anlegen und alles neu einräumen

Dieses Jahr habe ich mir erstmals die Zeit genommen, um einheitlich gestaltete Ordneretiketten auszudrucken. Das gehört keineswegs zwingend zur Ordnung im Büro, aber es sieht wirklich viel schöner aus. Ich habe dazu übrigens einfach Etikettenbögen im Schreibwarengeschäft gekauft und auf der Website des Herstellers die Artikelnummer eingegeben, um die passende Druckvorlage zu finden. Das war wenig Aufwand für ein sehenswertes Ergebnis.

Ordneretiketten selbst bedrucken

Jetzt haben Sie die Gelegenheit, alles sinnvoll einzuordnen. Fachbücher stehen bei mir z. B. nach Themen sortiert: Links Wirtschaftsthemen, rechts alles, was mit Schreiben zu tun hat. Die Belegexemplare meiner eigenen Bücher habe ich schlicht nach Erscheinungsdatum sortiert, die Ordner nach meinem oben beschriebenen Farbsystem und darunter nach Kunden bzw. Themen. Machen Sie es einfach so, wie es Ihnen sinnvoll erscheint, damit Sie alles schnell finden. Es ist nach dem Ausmisten ohnehin viel weniger geworden, das mit dem schnellen Finden sollte also klappen.

aufgeräumtes Büroregal

Das war’s schon. So einfach ist das mit der Ordnung im Büro! Jetzt müssen Sie sie nur noch übers Jahr durchhalten …

Endlich Ordnung im Büro - Pin

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7 gute Geld-Nachrichten für 2018

Geldscheine

Manchmal könnte man das Gefühl bekommen, nur schlechte Nachrichten seien einen Bericht bzw. eine Diskussion wert. Und überhaupt herrscht derzeit angesichts der politischen Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt eher eine gewisse Skepsis vor. Dabei gibt es auch eine Menge positiver Entwicklungen und erfreulicher Aussichten für 2018. Sieben davon, die mit Geld und Finanzen zu tun haben, habe ich hier für Sie zusammengefasst:

7 gute Geld-Nachrichten für 2018

Das sind die Gründe, warum Sie dem Jahreswechsel positiv gestimmt entgegensehen können:

1. Das Wirtschaftswachstum verstärkt sich

Die Forschungsinstitute rechnen 2018 mit dem stärksten Wirtschaftswachstum seit 2011: Mehr als 2 Prozent sollen es sicher werden.

2. Die Beschäftigung nimmt zu, die Arbeitslosigkeit sinkt weiter

Im Oktober 2017 war die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit der Wiedervereinigung niedriger als 2,4 Millionen. Die Arbeitslosenquote fiel auf 5,4 Prozent, so niedrig war sie seit 1991 nicht mehr. Für 2018 erwarten die Experten einen weiteren Anstieg der Beschäftigung und einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen.

3. Die Staatsverschuldung nimmt erstmals ab

Vor 22 Jahren hat der Bund der Steuerzahler eine öffentliche Schuldenuhr installiert, die die Staatsschuldensumme insgesamt und pro Kopf sowie die Veränderung der deutschen Gesamtverschuldung pro Sekunde darstellt. Bisher lief sie nur in eine Richtung: nach oben. 2018 wird sie rückwärts laufen, bereits seit Dezember 2017 sinkt der angezeigte Schuldenstand um 78 Euro pro Sekunde. 2019 soll dann das „Maastricht-Kriterium“ einer Verschuldung von höchstens 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts endlich wieder erreicht werden (2017 lag sie bei 65,75 Prozent).

4. Die Krankenkassenbeiträge sinken

Genau genommen bleibt zwar der gesetzliche Beitragssatz von 14,6 Prozent unverändert, aber das Gesundheitsministerium hat angesichts der vollen Kassen den durchschnittlichen Zusatzbeitrag (den die Arbeitnehmer allein tragen) von 1,1 auf 1,0 Prozent gesenkt. Einige Krankenkassen verlangen sogar nur 0,8 oder 0,9 Prozent. Wer sehr gut verdient, zahlt allerdings möglicherweise trotzdem mehr, weil die Beitragsbemessungsgrenzen steigen.

5. Der Rentenversicherungsbeitrag sinkt

2017 liegt er bei 18,7 Prozent, ab Januar 2018 verringert er sich um einen Zehntelprozentpunkt auf 18,6 Prozent. Durchschnittsverdiener sparen dadurch 20 Euro im Monat. Gutverdiener sparen allerdings weniger oder gar nichts, weil die Beitragsbemessungsgrenzen weiter steigen (im Westen von 6.350 auf 6.500 Euro, im Osten von 5.700 auf 5.800 Euro). Immerhin: Die Beiträge zur Pflegeversicherung bleiben 2018 stabil und sollen es sogar bis 2022 bleiben.

6. Der steuerliche Grundfreibetrag („Existenzminimum“) steigt

2018 beträgt er für Erwachsene 9.000 Euro, für Kinder 4.788 Euro (2017: 8.820 Euro bzw. 4.716 Euro). Damit hängt der Anstieg des Kindergeldes um jeweils 2 Euro im Monat zusammen; für das erste und zweite Kind gibt es 194 Euro, für das dritte 200 Euro und ab dem vierten 225 Euro.

7. Riester-Sparer bekommen eine höhere Grundzulage

Das lohnt sich vor allem für Geringverdiener: Wer die vollen Riesterbeiträge zahlt, also mindestens 4 Prozent seiner Einkünfte pro Jahr (Höchstgrenze: 2.100 Euro abzüglich Zulage), bekommt als volle Zulage 175 Euro und damit 21 Euro mehr als noch im Jahr 2017.

Das sind wirklich gute Geld-Nachrichten für 2018!

Mein Rat: Nutzen Sie die positiven Entwicklungen, um Ihre eigene Finanzlage zu verbessern. Die monatlich eingesparten Renten- und Krankenversicherungsbeiträge könnten Sie zum Beispiel in einen ETF-Sparplan einzahlen (die gibt es ab einer Sparrate von 25 Euro im Monat) und sich damit ein Pölsterchen fürs Alter ansparen. Azubis, Frauen in Elternzeit und Geringverdiener sollten 2018 ernsthaft über den Abschluss eines Riestervertrags nachdenken, wenn sie es bisher noch nicht getan haben.

Sie wissen nicht, was ein ETF-Sparplan ist und wie Sie einen solchen abschließen können?

Dann empfehle ich Ihnen den hervorragenden Ratgeber meiner Kollegin Judith Engst (Co-Autor: Rolf Morrien): Wie lege ich 5.000 Euro optimal an? (Partnerlink*). Hier wird auch für kleinere Anlagesummen gut verständlich erklärt, was ein ETF ist, welchen Nutzen er bietet und wie Sie einen Sparplan anlegen können.

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme. Diese dient mit zur Finanzierung der Kosten, die mir durch dieses Blog entstehen.

7 gute Geld-Nachrichten für 2018

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Selbstmanagement im Homeoffice – 7 Tipps für mehr Produktivität

Selbstmanagement - eine Frau jongliert mit vielen Aufgaben

Bald sind es 20 Jahre, seitdem ich mich als Fachautorin und Dozentin selbstständig gemacht habe. Fast 20 Jahre im Homeoffice, in denen ich nicht nur ungezählte Fachtexte, sondern auch 20 Bücher geschrieben, 18 Jahre lang Vorlesungen und Seminare gehalten und „nebenher“ drei Kinder großgezogen habe. Ich habe in dieser Zeit gelernt, meine irgendwie immer zu knappe Arbeitszeit extrem produktiv zu nutzen. Tatsächlich kommt es dafür vor allem auf ein konsequentes Selbstmanagement im Homeoffice an.

Wenn Sie heute neu im Homeoffice anfangen oder bereits eine Zeit lang von zuhause aus arbeiten und dabei mit Produktivitätsproblemen kämpfen, können Sie von meinen Erfahrungen möglicherweise profitieren. Deswegen habe ich für Sie die Selbstmanagement-Tipps aufgeschrieben, mit denen ich meine Produktivität maximiere und von denen ich denke, dass sie auch Ihnen nützen werden.

Mit diesen 7 erprobten Tipps klappt das Selbstmanagement im Homeoffice

Probieren Sie sie ruhig aus. Ich freue mich, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen berichten.

1. Geben Sie Ihrem Homeoffice Raum

Das meine ich wörtlich: Sie brauchen einen eigenen Raum, wenn Sie darin konzentriert arbeiten wollen. Ich selbst habe an einem Schreibtisch in der Wohnzimmerecke angefangen und kann Ihnen versichern: Das klappt auf Dauer nicht. Erstens werden Sie ständig abgelenkt, wenn um Sie herum die Bügelwäsche, der Fernseher und die Wollmäuse unter dem Sofa „locken“. Zweitens können Sie in Ihrem Wohnzimmer abends nicht gut entspannen, wenn Sie dabei immer die liegen gebliebene Arbeit auf dem Schreibtisch vor Augen haben. Das gilt übrigens erst recht für den Schreibtisch im Schlafzimmer – mit dem ruinieren Sie sich garantiert Ihren Nachtschlaf und Ihr Sexualleben …

2. Machen Sie es sich in Ihrem Homeoffice gemütlich

Als junge Mutter habe ich jahrelang mit Mühe und Not zehn oder zwölf Arbeitsstunden in der Woche für meine (bezahlte) Arbeit freigeschaufelt, heute verbringe ich 35 bis 45 Wochenstunden in meinem Büro. Und das richtig gerne.

Zum einen, weil meine Arbeit ungefähr die schönste der Welt für mich ist. Zum anderen, weil ich mein Büro so eingerichtet habe, dass es mein Lieblingszimmer in unserer Wohnung ist: Es ist dezent tapeziert, ich habe mein Herr-der-Ringe-Poster neben dem Schreibtisch aufgehängt, die Tür mit Gemälden meiner Kinder geschmückt und allerlei persönlichen Schnickschnack herumstehen. Meinen Schreibtisch habe ich vom Schreiner genau nach meinen Bedürfnissen anfertigen lassen, ich sitze auf einem super-ergonomischen Wippstuhl und habe mir erst kürzlich einen großen Gaming-Bildschirm geleistet.

Mein gemütliches HomeofficeVielleicht graut Ihnen bei dieser Beschreibung, weil Sie minimalistische Einrichtungen in Weiß-Grau lieben. Kein Problem: Richten Sie Ihr Büro einfach so ein, wie Sie wollen. So, dass Sie sich darin pudelwohl fühlen und sich gerne darin aufhalten.

Zum anderen brauchen Sie eine vernünftige Ausstattung. Ein Brett in einer Ecke mit einem flackernden Bildschirm darauf und einem Klappstuhl davor ist kein Arbeitsplatz, an dem Sie dauerhaft produktiv sein werden, denn Ihr Rücken, Ihre Augen und Sie selbst werden hier vor allem eins wollen: nicht wie raus!

3. Arbeiten Sie nach Plan

Im Homeoffice müssen Sie Ihre Aufgaben noch besser planen, als Sie es in einem externen Büro müssten. Schließlich fehlen hier Chef und Kollegen, die Sie anspornen. Dafür gäbe es immer auch eine Menge sonstiger Dinge zu erledigen und die Versuchung zum Prokrastinieren ist zuhause noch größer (siehe Tipp 5). Deshalb sollten Sie es sich leicht machen, die wichtigen Dinge zu erledigen:

Ich mache jeweils eine schriftliche To-do-Liste für den Monat und eine für die Woche. Wenn ich richtig viel zu tun habe, erstelle ich jeweils am Vorabend zusätzlich eine To-do-Liste für den Tag. Damit habe ich immer den Überblick über alles, was ansteht und was am betreffenden Arbeitstag zu erledigen ist. Das tue ich dann auch. Meistens.

Ich persönlich liebe Listen auf Papier, weil ich darauf die erledigten Aufgaben mit einem dicken roten Stift abhaken und am Ende das ganze Blatt abreißen, zerknüllen und wegwerfen kann. Das befriedigt mich ungemein. Wenn Sie kein so haptischer Typ sind, können Sie natürlich auch mit den Outlook-Aufgaben oder einem anderen elektronischen Helferlein arbeiten.

4. Folgen Sie Ihrem Biorhythmus

Die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit ist im Homeoffice herausfordernd. Wenn Sie im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses daheim arbeiten, haben Sie vielleicht Kernzeiten, in denen Sie erreichbar sein müssen. Dann müssen Sie aber immer noch sehen, wie Sie die restlichen Stunden verteilen. Wenn Sie selbstständig im heimischen Büro sitzen, ist es allein Ihre Sache, wann Sie Ihre Arbeit erledigen. Das gibt Ihnen große Freiheit. Und zwingt Sie zu Selbstdisziplin.

Oft liest man zum Thema Selbstmanagement im Homeoffice die Empfehlung, man solle jeden Tag zur selben Zeit aufstehen und sich am besten anziehen und schminken wie fürs Büro. Wenn Ihnen das hilft, ist das okay. Aber es ist kein Muss.

Ich sitze auch meistens um dieselbe Zeit im Büro, aber während der Schulzeiten (ich habe noch zwei schulpflichtige Kinder) früher, in den Ferienzeiten später. Manchmal wird es morgens noch später, wenn ich am Vorabend länger unterwegs war. Oder ich setze mich ungewaschen in meiner Jogginghose am Schreibtisch, weil ich im Lauf des Vormittags noch zum Walken gehen will und erst danach dusche. Ich schminke mich grundsätzlich nicht, also auch nicht fürs Büro. Und ich ziehe an, was ich mag. Meine Freundin C., die ebenfalls selbstständig ist, liebt es, morgens noch im Bett ihre Social Media-Kanäle zu bespielen.

Wie auch immer: Letztlich wissen Sie selbst am besten, wann Sie besonders produktiv sind. Nach diesen Zeiten sollten Sie sich richten. Wenn Sie eine „Eule“ sind, brauchen Sie nicht verbissen um 6 Uhr aufzustehen, um dann um 7 Uhr müde auf den Bildschirm zu starren. Andererseits dürfte es schwierig werden, Ihre To-do-Liste abzuarbeiten, wenn Sie erst mittags damit anfangen. Am besten definieren Sie daher eigene Kernzeiten für sich, an die Sie sich möglichst streng halten.

Kinder schauen auf einen BildschirmSchieben Sie möglichst nichts bis abends vor sich her

Als meine Kinder klein waren, habe ich mich oft an den Schreibtisch gesetzt, wenn sie abends im Bett waren. Es ging halt nicht anders. Heute schiebe ich gelegentlich eine Abendschicht ein, wenn es vor einem Abgabetermin eng wird oder ich insgesamt zu viel zu tun habe, um mein Tagespensum tagsüber zu schaffen. Aber abendliches Arbeiten bezahle ich mit schlechtem Schlaf. Und der führt unweigerlich zu geringerer Produktivität am Folgetag. Deswegen versuche ich normalerweise, meinen Arbeitstag spätestens um 20 Uhr zu beenden. Ich rate Ihnen dazu, das ähnlich zu halten. Das ist ähnlich wie bei den Kindern: Die sollen abends auch nicht bis kurz vor dem Schlafengehen vor einem Bildschirm sitzen.

5. Prokrastinieren Sie ruhig. Aber wenn, dann richtig!

„Konsequent abarbeiten“ klappt natürlich auch im Homeoffice nicht immer. Besonders wenn es sich um eine Aufgabe handelt, die man sowieso nicht gerne erledigt. Die klassischen Versuchungen des Aufschiebens (ich finde ja, dass „prokrastinieren“ gleich viel besser klingt) sind daheim noch viel verführerischer: Mal online die Zeitungen durchsehen, die E-Mails checken, eine Bestellung erledigen, auf YouTube oder Pinterest herumstöbern oder was auch immer. Muss schließlich auch mal gemacht werden. Sieht ja eh keiner!

Mein Trick: Wenn ich so gar keine Lust auf eine Aufgabe habe, wende ich mich erst einmal anderen Dingen zu. Aber nur welchen, die auch schon eine Weile auf Bearbeitung warten: Ich beantworte E-Mails, lege Dokumente ab, mache Überweisungen, ratsche auch mal am Telefon mit jemanden aus meinem beruflichen Netzwerk. Das Gute daran ist: Sobald ich einiges erledigt habe, fühle ich mich besser. Endlich den Posteingang wieder geleert! Endlich den Kram abgelegt! Schön, dass ich mal wieder mit J. oder C. gesprochen habe! Das gibt mir ein gutes Gefühl und neue Energie. Okay, dann kann ich jetzt auch mit der ungeliebten Aufgabe anfangen. Ich werde mich noch viel besser fühlen, wenn sie ebenfalls erledigt ist …

Also: Geben Sie der Versuchung zum Aufschieben ruhig mal nach. In der „Aufschiebezeit“ können Sie nämlich eine Menge Dinge geregelt kriegen. Aber belügen Sie sich nicht selbst, wenn Sie stattdessen nur Dinge machen, die tatsächlich unnötig sind. Das ist eines der zentralen Elemente für ein gutes Selbstmanagement im Homeoffice.

6. Behandeln Sie Arbeitszeit als Arbeitszeit

Früher rief vormittags regelmäßig meine Mutter bei mir an, weil sie wusste, dass ich dann im Büro und sicher zu erreichen war. Es dauerte eine Weile, bis ich ihr klargemacht hatte, dass ich gerne mit ihr plausche, aber nicht während meiner Arbeitszeit. Denn Sie können zwar theoretisch im Homeoffice alles machen, was Sie im „richtigen“ Büro bei einem Arbeitgeber nicht dürfen. Aber Sie sollten es nicht tun, wenn Sie während Ihrer Arbeitszeit produktiv sein und auch mal echte Freizeit genießen wollen.

Deswegen rate ich Ihnen auch, Ihr Smartphone nicht mit an den Schreibtisch zu nehmen oder es am besten während Ihrer Arbeitszeit gar nicht anzuschalten. Das klingt für Sie vielleicht weltfremd, aber glauben Sie mir: Sie werden dadurch nichts Wichtiges verpassen, denn Ihre Familie und Ihre Freunde wissen ja, wo Sie sie erreichen können, wenn es sein muss. Eine Bürozeit ohne WhatsApp, Snapchat & Co. ist garantiert produktiver als mit. Handy-Daddeln gehört auch nicht zum nützlichen Prokrastinieren, es beeinträchtigt Ihre Produktivität im Homeoffice!

Wenn Ihre Muss-Aufgaben für den Tag erledigt sind, räumen Sie den Schreibtisch auf, schreiben ggf. eine neue Liste für den nächsten Tag. Dann machen Sie die Bürotür hinter sich zu, denn dann ist Freizeit angesagt. Wenn Sie es nicht schaffen, den Kopf frei zu bekommen, rate ich zu einem Spaziergang oder zum Sport.

7. Machen Sie Pausen

Teepause für mehr Produktivität im Homeoffice - große Teetasse auf der TerrasseMitunter gibt es auch Phasen, in denen an Prokrastinieren sowieso nicht zu denken ist, sondern in denen richtig Ranklotzen angesagt ist. Dann sitze ich manchmal schon morgens um 7:15 Uhr im Büro (für mich ist das sehr früh!) und hämmere auf die Tasten, denn ich habe keine Zeit zu verlieren.

Gerade dann sind Pausen wichtig. Für mich hat es sich bewährt, alle eineinhalb bis zwei Stunden etwa zehn bis fünfzehn Minuten Pause zu machen. „Pause“ heißt: Aufstehen und den Schreibtisch verlassen. Ob Sie in die Küche gehen und sich einen Kaffee machen oder zwischendrin die Wäsche aufhängen oder die Blumen gießen ist egal, solange Sie etwas Abstand zwischen sich und Ihre Arbeit bekommen und sich wenigstens ein bisschen bewegen.

Im heimischen Arbeitszimmer warten keine Kollegen in der Kaffee- oder Mittagspause. Hier müssen Sie Ihre Pausen und Verabredungen selbst organisieren. Wenn meine Kinder Nachmittagsunterricht haben und ich sonst den ganzen Tag alleine in meinem Büro sitzen würde, verabrede ich mich deswegen nachmittags gerne mit Freundinnen zum Kaffee. Oder ich gehe (gerade im Winter) mittags eine Runde spazieren. Danach ist der Kopf wieder frei und ich kann noch mal zwei oder drei Stunden arbeiten, wenn es sein muss.

Alles in allem liebe ich es, selbstbestimmt von zuhause aus zu arbeiten. Ich hoffe, dass auch Sie es genießen können und meine Tipps zum Selbstmanagement im Homeoffice Ihnen dabei helfen.

Selbstmanagement im Homeoffice

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