Endlich geknackt: Das Geheimnis funktionierender Neujahrsvorsätze

Alle Jahre wieder lese ich zu Jahresbeginn erst Artikel über die Neujahrsvorsätze der Deutschen und dann welche darüber, dass die meisten dieser Vorsätze sowieso scheitern und warum. Meist kommt dann der Ratschlag, man sollte sich nichts zu Allgemeines vornehmen – etwa „mehr Sport treiben“ – sondern etwas Konkretes wie: „Jeden Mittwoch gehe ich nach der Arbeit joggen.“

Ich nehme mir eigentlich nie etwas zum neuen Jahr vor. Joggen erst recht nicht, das kann ich nämlich nicht leiden.

Dieses Jahr ist aber eine Ausnahme.

Tja, diese Neujahrsvorsätze …

Meist sind sie mit etwas Negativem behaftet:

  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Weniger Alkohol trinken
  • Auf Süßes verzichten
  • Abnehmen

Puh … ob die wirklich besser werden, wenn man sie konkretisiert? So wie:

Nur sonntags ein Glas Sekt und ein Stückchen Schokolade erst nach mindestens zwei Stunden Workout.

Klar, das ist gut für die Gesundheit und für die Figur. Es bedeutet „nur“ noch mehr Disziplin, noch mehr Leistung und weniger Freiheit.

Aber hey, ich bin seit 20 Jahren selbstständig. Ich bin sowieso diszipliniert und leistungsorientiert. Und ich liebe meine Freiheit. Ich rauche nicht, trinke nur mäßig Alkohol, bewege mich gerne und regelmäßig, esse mal mehr und mal weniger Süßes und kann mit den Pölsterchen in meiner Körpermitte gut leben.

Wenn mir in meinem ziemlich beschäftigten Leben etwas fehlt, dann ist es Muße und Zeit für mich. Früher war ich zum Beispiel eine richtige Leseratte und bin oft stundenlang in dicke Schmöker versunken. Heute bringe ich das kaum noch in meinem Alltag unter; ich komme hauptsächlich im Urlaub zu reiner Genusslektüre. Darüber habe ich beim Lesen der Artikel zu den Neujahrsvorsätzen nachgedacht.

Und dann hatte ich ihn plötzlich gefasst, meinen Vorsatz für 2019

Ich werde dieses Jahr jeden Mittwochabend (ausgenommen „Ausgeh-Abende“) mit einem Buch auf dem Sofa verbringen. Ich nehme mir zwei oder drei Stunden Lesezeit nur für mich allein. Oder mehr.

Und was soll ich sagen? Gestern war Mittwoch, ich lag mit einem dicken Buch eineinhalb Stunden in der Badewanne und habe danach noch zwei Stunden weitergelesen. Es war herrlich! Warum nur habe ich das so lange nicht mehr gemacht? Ich bin jetzt schon voller Vorfreude auf den nächsten Mittwoch und das nächste Buch. Nichts ist leichter, als diesen Vorsatz umzusetzen.

Damit ist es enthüllt, das Geheimnis funktionierender Neujahrsvorsätze:

Nehmen Sie sich einfach etwas vor, das Sie wirklich tun WOLLEN. Weil es Ihnen Freude macht und richtig guttut. Reservieren Sie dafür einen konkreten Termin.

Und dann genießen Sie es. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Die Arbeit läuft Ihnen nämlich nicht weg, die ist am nächsten Tag garantiert auch noch da.

So einfach ist das.

Was ist Ihr guter Vorsatz für 2019?

Endlich geknackt - das Geheimnis funktionierender Neujahrsvorsätze

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Sanduhr - Illustration zum Thema Zeitmanagement

Ein gutes und wirksames Zeitmanagement ist für die meisten Berufstätigen wichtig, besonders aber für Selbstständige. Auch wenn ich gelegentlich damit kokettiere, dass selbstständig zu arbeiten eben heiße, selbst und ständig zu arbeiten, dürfen Solo-Unternehmer und Freiberufler genau das nicht tun. Jedenfalls nicht dauerhaft. Das wäre nämlich der sichere Weg in die Überforderung, den Burnout und die Pleite.

Unsere Lebenszeit ist kostbar. Wir sollten gut überlegen, wie wir sie verbringen möchten. Die meisten Selbstständigen haben (wie ich) das Privileg, einen Beruf ausüben zu dürfen, den sie lieben. Da schaut man natürlich nicht in erster Linie auf den Stundenzettel und die Work-Life-Balance verträgt einen größeren Anteil an „Work“.

Aber viel zu arbeiten ist auch für Selbstständige kein Wert an sich. Man muss vor allem die eigene Produktivität im Blick behalten: Niemand kann 40 oder 50 Stunden die Woche durchgehend konzentriert und produktiv sein. Also kommt es darauf an, klug und effizient zu arbeiten. Sich auf die Dinge zu konzentrieren, die erfolgsentscheidend sind und diese mit voller Kraft zu erledigen. Nicht so Wichtiges auch mal hintanzustellen und sich zwischendrin lieber eine Stunde für einen Spaziergang zu gönnen, der den Kopf freimacht. Diese Priorisierung ist oft gar nicht so einfach, vor allem, weil die dringenden Aufgaben sich im Alltag so oft vor die wichtigen schieben.

Prioritäten setzen, Aufgaben planen, mit Zeit und Kraft realistisch umgehen – dafür brauchen wir ein vernünftiges Zeitmanagement. Und wen würden Sie am ehesten fragen, wie man ein solches Zeitmanagement auch tatsächlich hinbekommt?

Genau: Erfahrene Selbstständige, die sich seit Jahren erfolgreich auf dem Markt behaupten und wissen, was funktioniert und was nicht. Vier solche Experten habe ich gebeten, ihre besten Tipps aufzuschreiben und weiterzugeben. Hier sind sie:

Tipp 1: Prioritäten setzen – Zeit für Wichtiges „blocken“

Michael Kreuzer, Praxisberater
www.bestpraxis.de

Meine Mandanten – im Schwerpunkt Ärzte und Zahnärzte – lernen in ihrem Studium viel über Medizin, aber fast nie etwas über Betriebswirtschaft. Deshalb vermittle ich meinen Mandanten, dass sie sich aktiv um betriebswirtschaftliche Themen kümmern müssen. Von denen hängt nämlich der wirtschaftliche Erfolg einer Praxis im Wesentlichen ab.

Da niemand Betriebswirtschaft einfach in 5 Minuten lernt und ausübt, empfehle ich, sich dafür „Unternehmerzeit“ zu blocken. Das heißt: Sie sollten sich wöchentlich einen Termin von ein bis zwei Stunden reservieren, der strikt eingehalten wird. Er wird weder für Patienten noch für Mitarbeiter oder andere wichtige Personen verschoben.

Wofür Sie diese „Unternehmerzeit“ brauchen: Für das Erstellen einer Prioritätenliste, die (Weiter-)Entwicklung der eigenen Vision, den Soll-Ist-Abgleich der eigenen Planung mit den aktuellen Ergebnissen, die Analyse betriebswirtschaftlicher Auswertungen oder andere wirtschaftliche Themen.

Noch ein Umsetzungs-Tipp: Da wir Menschen ungern Dinge tun, bei denen wir wenig Erfahrung und Routine haben, hilft es, sich ein angenehmes Umfeld zu schaffen. Deshalb kann diese Unternehmerzeit auch gerne in einer ruhigen Ecke im Lieblings-Café stattfinden. Oder im Park mit Kopfhörern und Musik. Einfach in einem Umfeld, indem Sie sich gerne aufhalten. Das erleichtert es Ihnen, diese Unternehmerzeitauch tatsächlich einzuhalten.

Tipp 2: Mehr Produktivität durch morgendliche Routine

Ulli Heerdegen, die Online-Handwerkerin
www.im-allgaeu-daheim.de

Da ich normalerweise ein zeitloser und kreativ-chaotischer Mensch bin, brauche ich ein System, mit dem ich meinen beruflichen Alltag als Online-Handwerkerin organisieren und trotzdem genügend Zeit und auch einen freien Kopf für Familie, Freunde und Hobbys haben kann. Morgendliche Routine ist mein Schlüssel zu mehr Zeit, mehr Konzentration und letztendlich zu mehr Produktivität. Mein Zeitmanagement beginnt in der Früh mit dem ersten Schritt am Schreibtisch.

1. Denkweise, Haltung und Ziele manifestieren

Ob wir gut gelaunt sind oder ob wir genervt den Tag starten, ob wir unser berufliches Ziel verfolgen oder nur Jobs abarbeiten, ob wir uns im Kleinklein verlieren oder eine Vision im Kopf haben – unsere Einstellung und unsere Gedanken bestimmen unser Handeln und Empfinden.

Mein Motto ist: Placebo für den ganzen Tag. Deshalb schreibe ich mir als erste Routine am Tag eines meiner längerfristigen Ziele auf. (Beispiel: Ich möchte auch im Alter noch neugierig auf das Leben sein. Oder: Ich möchte in 10 Jahren mit 1800 Euro Rente aufhören zu arbeiten). Nach diesem Ziel bestimme ich die Prioritäten über den Tag: Bringt mich eine Arbeit, ein Gespräch, ein Kontakt diesem Ziel näher, oder entferne ich mich damit von dem, was ich wirklich will? Wenn man klar weiß, was man möchte, dann verzettelt man sich nicht so leicht im Alltag.

2. Der Starter-Kaffee

Vor dem eigentlichen produktiven Arbeitsbeginn gönne ich mir eine Tasse Kaffee. Lasse meine Gedanken um das Projekt oder die Herausforderung kreisen, ohne konkret zu werden. Genau genommen ist es ein Starter-steh-Kaffee. Stehen, den Blick in die Weite gerichtet – ja, das hat etwas Meditatives.

3. Zuerst dem Nervkram erledigen

Zu meiner morgendlichen Routine gehört das Abarbeiten von nicht erledigten To-Dos. Bevor ich am Abend das Büro verlasse, schreibe ich alle Arbeiten auf, die nicht erledigt wurden. Dieser Liste gehört meine erste Stunde. Und es ist ein gutes Gefühl, endlich den Nervkramberg bezwungen zu haben.

4. E-Mail-Check nach dem Prinzip der heißen Kartoffel

E-Mails stehlen unglaublich viel Zeit. Deshalb behandle ich sie wie eine heiße Kartoffel und nehme sie nur einmal kurz zur Hand. Ich treffe eine schnelle Entscheidung anhand des Absenders und des Betreffs: Papierkorb oder Bearbeiten. Bearbeitet wird sofort, und dann kommt die E-Mail in den passenden Ordner. So ist mein Posteingang immer leer, und vermittelt mir das gute Gefühl, dass alles erledigt ist.

5. Volle Konzentration ohne Ablenkung

Kein Aufploppen von E-Mail-Benachrichtigungen, keine Pushnachrichten von Facebook und Co., keine unnötig geöffneten Internetseiten – das ganze Plingpling zieht unsere Aufmerksamkeit magisch an. Deshalb: Alles ausschalten, was ablenkt!

Danke Barbara, dass ich bei Deinem Zeitmanagementprojekt dabei sein durfte. Das Thema wurde bei mir dadurch wieder präsent. In diesem Zuge habe ich mich gleich von einer Effizienz-App verabschiedet und bin zum guten alten Zettelblock zurückgekehrt. Der funktioniert zuverlässig und ist besser für meine Selbstdisziplin.

Die Quintessenz zum Zeitmanagement lautet für mich: Was gut funktioniert und Freiraum schafft, sollte in einen Rahmen gepackt werden. Mit konsequenter Umsetzung wird daraus eine Routine, die viel Zeitverplemperei und Energie spart.

Tipp 3: To-dos – Schreib es auf!

Cordula Natusch, Lektorin und Fachautorin
www.redaktion-natusch.de

Dass von mir als Texterin, Redakteurin und Lektorin der Tipp „Schreib es auf“ kommt, ist vermutlich wenig erstaunlich. Aber Aufgaben, Informationen, Absprachen etc. aufzuschreiben ist meiner Meinung nach der Schlüssel zu mehr Effizienz. Je mehr ich aufschreibe, desto mehr schaffe ich.

Für mein Zeitmanagement bedeutet das vor allem: Ich schreibe auf, welche Aufgaben konkret am jeweiligen Tag anstehen. Das mache ich entweder am Vortag, bevor ich Feierabend mache, oder morgens ganz früh. Dafür verwende ich ein – nur ein einziges – DIN A4-Blatt, einen dicken, schwarzen Filzstift, einen Marker und eine große Schrift.

Je nachdem, wie viele sonstige Termine anstehen, wird die tägliche Liste kürzer oder länger. Mehr als sechs bis sieben Punkte passen aber nicht auf das Blatt und mehr einzuplanen ist meiner Erfahrung nach nicht realistisch.

Was landet auf der Liste?

Vor allem Aufgaben, die meine wichtigsten Projekte vorantreiben! Bei denen will und muss ich dranbleiben. Außerdem notiere ich sehr früh fristengebundene Aufgaben. Die muss ich ja ohnehin irgendwann erledigen und je früher ich sie angehe, desto eher verhindere ich, dass sie dringend werden. Alles, was dringend erledigt werden muss, hindert mich daran, meinen Tag so zu planen, wie ich es will. Dringendes zwingt mir Aufgaben auf, sodass ich nur noch reagieren kann. Ich versuche daher, den Anteil an dringenden Tätigkeiten so weit wie möglich zu reduzieren.

Oberste Priorität oder Lückenfüller?

Aus dieser Liste wähle ich eine bis drei Aufgaben (je nachdem, wie lange sie voraussichtlich dauern werden und wie viel Zeit mir zur Verfügung steht) aus, die ich an diesem Tag in jedem Fall erledigen will, und markiere sie dick mit einem Marker. Das sind die Aufgaben der obersten Priorität. Selbst wenn ich nur diese markierten Aufgaben schaffe, war der Tag erfolgreich. Die anderen Aufgaben dienen als Lückenfüller, wenn ich die markierten Aufgaben erledigt habe und noch Zeit übrig sein sollte.

Diese Liste mit den dick und auffällig notierten Aufgaben liegt den ganzen Tag auf meinem Schreibtisch, sodass ich sie immer gut im Blick habe. Wenn nicht etwas sehr Ungewöhnliches passiert, sind am Abend die hochpriorisierten Aufgaben erledigt. Und die anderen Aufgaben meist auch. Wenn nicht, schiebe ich sie um einen Tag weiter.

Mit solchen Aufgabenlisten arbeite ich mittlerweile seit fast zwanzig Jahren erfolgreich. Ich habe zwischenzeitlich immer wieder mal andere Mittel ausprobiert, aber nichts hat auf mich eine so disziplinierende Wirkung wie eine fette, schwarze Schrift und eine gelbe Markierung!

Tipp 4: Auf das Weglassen kommt es an!

Sabine Simon www.organisation-mit-sabine.de
Sabine Simon, Bloggerin und Kochbuchautorin
www.organisation-mit-sabine.de

Alles erledigt? Kommt selten vor, oder? Meistens sind die To-do-Listen länger als die Tage – und da kommt gutes Zeitmanagement ins Spiel. Die Tipps, die Sie hier bisher gelesen haben, sind sehr wichtig für eine gute Organisation und ein gutes Zeitmanagement. Aber oft wird im Arbeitsalltag ein ganz einfaches und sehr effektives Mittel vernachlässigt: das Weglassen.

Am Ende des Tages haben wir ja oft zwangsläufig etwas weggelassen. Aber wäre es nicht viel schöner, sich gleich nur um die erforderlichen Dinge zu kümmern? Prüfen Sie deshalb immer wieder, was Sie täglich erledigen. Auch im Arbeitsalltag gibt es so manche Tätigkeit, die wir einfach weiterführen, ohne darüber nachzudenken, ob der ursprüngliche Sinn überhaupt erfüllt wird.

Mein Tipp lautet daher:

Erstellen Sie eine Not-to-do-Liste – eine Liste für Tätigkeiten, die Sie zukünftig nicht mehr tun wollen.

Hier ein paar Beispiele, was auf Ihrer Not-to-do-Liste stehen könnte:

  • Listen weiterführen, die in der Vergangenheit dann doch nicht für Auswertungen benutzt wurden,
  • Kunden weiter anrufen, obwohl sie auf E-Mails und Anrufe nicht mehr reagieren,
  • Ja sagen und Nein meinen,
  • auf Pausen verzichten,
  • unnötig viel Zeit im Internet verbringen,
  • kleine Dinge nicht sofort entscheiden,
  • immer erreichbar sein,
  • To-do-Listen und Not-to-do-Listen zu ernst nehmen. 😉

Wirksames Zeitmanagement ist im Grunde einfach

Die Grundprinzipien sind für jeden dieselben: Priorisieren,planen, Routinen schaffen, To-dos gezielt abarbeiten (oder endgültig streichen). Wie Sie diese Prinzipien im Einzelnen ausgestalten, bleibt aber Ihren individuellen Vorlieben und Bedürfnissen überlassen.

Zu meiner Morgenroutine gehören zum Beispiel eine große Tasse Tee und der schnelle Blick durch die Online-Zeitungen. Auch ich liebe To-do-Listen auf Papier, auf die ich dicke schwarze Haken machen kann. Wenn Sie lieber mit Online-Helferlein arbeiten, ist das aber genauso gut. Sie sollten nur bedenken, dass man sich mit Apps und Co. noch mehr verzetteln kann als mit echten Zetteln, weil sie sehr schnell mehr Zeit fressen als gedacht.

Welche dieser Tipps beherzigen Sie schon, welche möchten Sie ausprobieren? Schreiben Sie mir von Ihren Erfahrungen. Oder gibt es einen Tipp zum Zeitmanagement, der für Sie gut funktioniert, den Sie hier aber nicht gefunden haben? Dann freue ich mich ebenfalls auf Ihren Kommentar.

Eng verbunden mit einem wirksamen Zeitmanagement sind auch ein gutes Selbstmanagement und natürlich eine gewisse Ordnung im Büro. Vielleicht interessieren Sie dazu folgende Posts:

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Endlich Ordnung im Büro! Aufräumen und Ausmisten in 5 Schritten

Die besten Tipps für ein wirksames Zeitmanagement

Abschied von der Supermom – mein Artikel bei sekretaria

Schon seit einiger Zeit schreibe ich als Autorin für sekretaria, das Magazin für Assistentinnen und Sekretärinnen. Ein Text, den ich für die Dezemberausgabe geschrieben habe, wurde nun auch online veröffentlicht. Darin geht es um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf speziell für Frauen. Denn erstaunlicherweise ist dies auch im Jahr 2018 noch immer ein Frauenthema, konkret ein Mütterthema. Viel zu oft versuchen berufstätige Frauen, dem Supermom-Ideal zu entsprechen, an dem sie nur scheitern können.

Hier geht es zu meinem Artikel Abschied von der Supermom.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich auf Ihre Gedanken und Kommentare dazu. Wie stehen Sie zu Supermom?

Falls Sie noch mehr Frauenspezifisches von mir lesen wollen, empfehle ich Ihnen auch meinen Beitrag

Frauen, kümmert euch endlich selbst um die Geldanlage!

Streetart von Banksy – meine persönliche Graffiti-Sammlung

Streetart von Banksy in Dover - trauriger Kommentar zum Brexit

Wer Graffiti-Kunst mag, kommt an Streetart von Banksy nicht vorbei. Er ist vermutlich der weltweit bekannteste Streetart-Künstler der Welt, was nicht nur an der Qualität seiner Werke liegt, sondern auch an seiner cleveren Art der Vermarktung. Er betreibt typisches Guerilla-Marketing: Die Öffentlichkeit kennt ihn nur unter seinem Künstlernamen, seine wahre Persönlichkeit und seinen Namen konnte er bisher geheimhalten. Neue Werke entstehen buchstäblich über Nacht und sorgen genauso schnell für Furore. Vor allem, weil sie oft politische oder gesellschaftliche Themen aufgreifen. Aber auch, weil Banksy selbst sie auf seiner Website veröffentlicht und in seinen eigenen Büchern kommentiert.

Streetart von Banksy – meine Sammlung ist klein, aber fein

Da einige seiner ersten Graffiti in Bristol auftauchten, mutmaßen viele, dass Banksy aus dieser Stadt stammt oder zumindest einige Zeit dort lebte.

Banksy in Bristol

2003 tauchte zum Beispiel sein Bild Gevatter Tod in Bristol auf einem Nachtclub-Schiff namens Thekla auf. Da es dort stark von der Verwitterung bedroht war, erlaubte der Künstler dem Bristol Museum, es aus der Außenwand des Schiffs herauszuschneiden. Heute wird es im M-Shed gezeigt, einem höchst sehenswerten Museum zur Stadtgeschichte. So kommt es zu der etwas merkwürdigen Tatsache, dass ein Straßenkunst-Bild nicht auf der Straße, sondern in einem Museum besichtigt werden kann. Immerhin ist der Eintritt kostenlos.

Banksy - Gevatter Tod am Steuer in Bristol

Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass Banksy meist Schablonengraffiti macht. Insofern ist der Tod am Steuer auf dem Nachtclubschiff typisch für Streetart von Banksy. Auch was den etwas eigenwilligen Humor angeht. Der zeigt sich auch am zweiten Motiv, das ich aus Bristol mitgebracht habe: der nackte Liebhaber.

Banksy in Bristol - der Liebhaber am Fenster

Er hängt an einer recht unscheinbaren Hausfassade in der Park Street. Früher war in dem Haus wohl eine Praxis, in der Geschlechtskrankheiten behandelt wurden. Offenbar hat das Bild nicht allen Betrachtern so gut gefallen wie mir, denn irgendjemand hatte es mit Farbbeuteln beworfen. Dabei finde ich die Szene ziemlich köstlich.

Streetart von Banksy in Bristol - der nackte Liebhaber am Fenster

Banksy in Dover

Man darf davon ausgehen, dass der Künstler den Brexit für eine schlechte Idee hält. Das entnehme ich jedenfalls seinem riesigen Werk, das er im Mai 2017 in Dover veröffentlichte. Auch hier ist die Fassade unscheinbar. Die blaue EU-Fahne ist aber schon von Weitem zu sehen.

Streetart von Banksy - das Anti-Brexit-Graffito in Dover

Aus der Nähe kann man sehen, wie ein Handwerker einen Stern aus dem Kreis herausmeißelt. Nicht nur der (britische) Stern zerbröselt dabei, das ganze Ensemble bekommt Risse. Ganz schön traurig, das Ganze.

Streetart von Banksy in Dover - trauriger Kommentar zum Brexit

Banksy in Calais

Richtig traurig ist die Situation in Calais, wo die gesamte Zufahrt zum Hafen durch riesige Metallzäune abgeriegelt ist. Überall sind Kameras, jedes Auto wird penibel untersucht, damit nur ja kein unerwünschter Migrant nach Dover übersetzen kann. Dabei leben immer noch Hunderte unter schlimmen Bedingungen in Calais. Meist haben sie Verwandte in Großbritannien, zu denen sie sich durchschlagen möchten. Dafür nehmen sie notfalls sogar den Tod in Kauf.

Wahrscheinlich deswegen hat Banksy ausgerechnet den Posten der Wasserwacht am Strand gleich neben dem Hafen von Calais als passenden Ort für dieses Kunstwerk ausgesucht.

Streetart von Banksy in Calais - das Kind am Strand

Sehnsuchtsvoll sieht das Kind hinüber zu den weißen Klippen von Dover. Aber der Geier wartet schon …

Immerhin wurde dieses Werk nicht wie Banksys „Floß der Medusa“ (er hatte es ebenfalls in Calais gemalt) übermalt, sondern mit einer Plexiglasscheibe vor den Elementen geschützt.

Streetart von Banksy

Falls Sie sich grundsätzlich für Streetart interessieren, empfehle ich meine Impressionen aus Chemnitz sowie meinen kleinen Streetart-Streifzug durch Chemnitz. Einige schöne Werke habe ich auch bei meiner Radtour durch Hamburg-Wilhelmsburg entdeckt.

Mein blauer ADAC-Reiseführer Allgäu ist erschienen!

ADAC Reiseführer Allgäu blaue Reihe

Der ADAC-Reiseführer Allgäu aus der blauen Reihe ist ja schon der dritte Allgäu-Reiseführer, den ich geschrieben bzw. überarbeitet habe. Er ist bereits zur Buchmesse erschienen, nun sind auch meine Autorenexemplare eingetroffen. Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, so eine Kiste auszupacken und ein Buch, das zuvor nur virtuell existierte, endlich gedruckt in der Hand zu halten!

ADAC-Reiseführer Allgäu - meine Autorenexemplare

Das neue Reihenkonzept gefällt mir zudem sehr gut: Es ist kompakt, gut strukturiert, übersichtlich und von der Gestaltung her ansprechend. Zielgruppe sind Allgäu-Neulinge, die einen guten Überlick über lohnende Ziele in der Region und praktische Tipps für einen gelungenen Urlaub haben wollen. Natürlich sind auch Adressen zum Einkehren, Einkaufen und Übernachten drin sowie Tipps zu Verkehrsmitteln, Parkmöglichkeiten und zum Sparen.

ADAC-Reiseführer Allgäu - Blick ins Buch

Ich bin sehr zufrieden mit meinem blauen ADAC-Reiseführer Allgäu und hoffe, die Leser werden es auch sein …

Mein persönlicher Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2018

Allgäu mit Kindern - Buchcover

Seit zehn Jahren fahre ich nun schon als Autorin auf die Frankfurter Buchmesse, aber dieses Jahr war alles anders: Ich war nicht an den Fachbesuchertagen dort, sondern am Sonntag. Normalerweise fahre ich allein, aber diesmal hat mich meine Familie begleitet. Ich höre sonst immer gerne bei Lesungen und Podiumsgesprächen zu. Diesmal aber saß ich selbst auf dem Podium und wurde interviewt. Das war ein sehr interessanter Perspektivwechsel.

Mein Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Eingeladen hatte der Peter Meyer Verlag (pmv), in dem mein Reiseführer Allgäu mit Kindern erschienen ist. Ich durfte gemeinsam mit der pmv-Autorin Kirsten Wagner (sie hat u. a. den Band Harz mit Kindern geschrieben), an einem Podiumsgespräch teilnehmen. Die hr-Moderatorin Ariane Wick stellte unsere Bücher vor, fragte nach Tipps und nach unseren Erfahrungen als Reiseführerautorinnen.

Ariane Wick und Barbara Kettl-Römer im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Einen Ausschnitt dieses Gesprächs können Sie hier im Video ansehen:

Ich finde es übrigens sehr gewöhnungsbedürftig, mich selbst im Video zu sehen. Mein Respekt vor Politikern und anderen Menschen, die ständig vor Kameras stehen, um dort Statements anzugeben, ist enorm gewachsen.

Wir hatten erfreulicherweise etliche interessierte Zuhörer. Im Anschluss wurden am Messestand des Verlags kleine Leckereien verkostet. Bei Mulsum, Wurst und Allgäuer Bergkäse war für uns Autoren noch Gelegenheit, mit Lesern und Interessenten plaudern und uns untereinander auszutauschen. Den Mulsum, einen römischen Würzwein, hatten wir übrigens Klaus Nissen zu verdanken, dem Autor des Bandes Limeswandern. Das war ein rundum gelungenes Event – herzlichen Dank dafür an die rührige Verlegerin Annette Sievers und das Team des Peter Meyer Verlags!

Buchmesse Frankfurt 2018 - das Team des Peter Meyer Verlags

Noch ein kleiner Bummel über die Messe

Da am Sonntag auch Privatbesucher kommen dürfen, war es trotz des schönen Wetters rappelvoll.

uchmesse Frankfurt - Messegelände

Das macht den Besuch natürlich anstrengend. Andererseits freut es mich, dass so viele Menschen Bücher genug lieben, um an einem so strahlenden Sonntag zur Frankfurter Buchmesse zu fahren. Ich habe selbst ein bisschen gestöbert und auf meinem Rundgang auch noch meinen Allgäu-Reiseführer von Marco Polo besucht. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie umfassend das Angebot dieser Reihe ist:

Bücherwand von Marco Polo auf der Frankfurter Buchmesse 2018

Und ja, da ist er, mein kleiner Band:

Marco Polo-Reiseführer auf der Buchmesse Frankfurt

Da meine Familie die Zeit für einen ausgiebigeren (Einkaufs)Bummel über die Frankfurter Buchmesse genutzt hatte, schleppten wir am Ende ziemlich schwere Taschen zurück ins Parkhaus. Trotz der langen Fahrzeit waren wir uns einig: Es war ein rundum gelungener Messebesuch. Wir kommen gerne wieder!

Treffen Sie mich auf der Buchmesse Frankfurt 2018!

Allgäu mit Kindern - Buchcover

Für Bücherfreunde ist sie ohnehin ein Pilgerziel, für mich ist die Buchmesse Frankfurt 2018 aber ein ganz besonderer Höhepunkt: Ich werde diesmal nicht nur als Autorin und Fachbesucherin auf der Messe sein, sondern als Teilnehmerin eines Podiumsgesprächs, das von der hr-Moderatorin Ariane Wick moderiert wird. Organisiert wird die Veranstaltung vom Peter Meyer Verlag (PMV), in dem mein Reiseführer Allgäu mit Kindern erschienen ist. Mit mir wird die PMV-Autorin Kirsten Wagner auf der Bühne sitzen, die den Band Harz mit Kindern geschrieben hat.

Themen des Podiumsgesprächs sind die Fragen, welche Tipps Familien für einen gelungenen Urlaub brauchen und wie ein familiengerechter Reiseführer ensteht. Wir Autorinnen plaudern also ein bisschen aus dem Nähkästchen.

Anschließend haben die Zuhörer die Gelegenheit, mit uns ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Anregungen zu geben. Dabei werden auch Spezialitäten aus dem Harz und dem Allgäu zur Verkostung angeboten. Ich bringe köstlichen Bergkäse aus der Sellthürner Käskuche mit und bin schon gespannt darauf, was es Feines aus dem Harz gibt. Wein aus Rheinhessen wurde uns auch versprochen …

Treffen Sie mich auf der Buchmesse Frankfurt am 14. Oktober 2018 ab 14 Uhr in Halle 3.1 an der Bühne H85.

 

Veranstaltungen mit Barbara Kettl-Römer auf der Buchmesse Frankfurt 2018

Das komplette Veranstaltungsprogramm des Peter Meyer Verlags zur diesjährigen Buchmesse finden Sie übrigens hier.

Wetterfahnen in Südengland – Skurriles über englischen Dächern

Zackenfisch als Wetterfahne auf einer Kirche in Poole

Wetterfahnen über englischen Dächern? Was ist das denn für ein Thema? Tja, seit ich als Bloggerin und Reisejournalistin über das Allgäu schreibe, bekomme ich diesen Blogger-Blick auch im Urlaub nicht weg. Plötzlich sehe ich überall kleine Dinge, die ich früher nicht bemerkt hätte und stoße laufend auf interessante Themen. Bei unserem Spätsommerurlaub in Südengland fiel mir jedenfalls abends auf unserer Dachterrasse eine lustige Wetterfahne auf einem der Nachbarhäuser auf, von der ich gleich ein Foto machte. Wahrscheinlich bekam ich in diesem Moment den Wetterfahnen-Blick. Wo immer wir hinfuhren, überall waren da diese ungewöhnlichen Dachobjekte. So ist eine kleine Fotosammlung entstanden, die ich Ihnen hier zeigen möchte.

Daher weht also der Wind – meine Lieblingsstücke unter den südenglischen Wetterfahnen

Auf diesem Dach zeigen Hund und Katz, wie der Wind steht (das war das Exemplar, das die Initialzündung für meinen Wetterfahnen-Tick gab).

Wetterfahne mit Hund und Katz

Meistens zeigten die Wetterfahnen aber Maritimes, was in einer Küstengegend ja naheliegend ist. In Portsmouth zeigt zum Beispiel eine Möwe die Windrichtung an.

Möwe als Wetterfahne in Portsmouth

Oder ein Schiffchen.

Portsmouth - Haus mit Schiff als Wetterfahne

Erst der Zoom zeigt, wie liebevoll und detailfreudig es gestaltet ist:

Schiff auf dem Dach eines Hauses in Portsmouth

Ist das nicht herrlich? Ich war jedenfalls hingerissen.

Auch der Turm der Portsmouth Anglican Cathedral schmückt sich mit einem Schiff, und zwar mit einem, das angemessen gülden glänzt.

Wetterfahne in Form eines goldenen Segelschiffs aus Portsmouth

Ein ebenfalls goldglänzendes, aber nicht ganz so üppiges Exemplar findet sich am Pier in Bournemouth:

Wetterfahne mit Schiff am Pier in Bournemouth

Wetterfahnen auf Kirchendächern sind in Südengland oft in Form eines Fisches gestaltet. Das hängt gewiss nicht nur mit der Meeresnähe zusammen, sondern auch damit, dass der Fisch ein sehr altes Symbol für Jesus Christus ist. Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Wenn man die Anfangsbuchstaben der altgriechischen Worte für „Jesus Chistus, Sohn Gottes, Erlöser“ zusammenfügt, ergibt sich das Wort ichtys, zu Deutsch: Fisch.

So erhebt sich beispielsweise über der St. Mary’s Church in Wareham ein kleiner Fisch.

St Mary's Church in Wareham

Fisch auf dem Turm der Kirche in Wareham

Sehr witzig fand ich den zackigen Luftschwimmer auf der Kirche St. James in Poole:

Zackenfisch als Wetterfahne auf einer Kirche in Poole

Das einzige nicht-gegenständliche Exemplar einer Wetterfahne habe ich in Swanage gefunden. Es weht aber auf einem Türmchen, das ursprünglich in London gestanden hatte und erst später nach Swanage transferiert wurde. Hübsch ist es trotzdem.

schnörkelige Wetterfahne in Swanage

Ich hoffe, Sie hatten beim Betrachten dieser typisch südenglischen Wetterfahnen so viel Spaß wie ich beim Entdecken und Fotografieren …

Wetterfahnen in Südengland – Skurriles über englischen Dächern

Da mache ich nicht mit! Bekenntnisse einer WhatsApp-Verweigerin

Als Wirtschaftsjournalistin kann ich den Aufstieg von WhatsApp nur bewundern: Das ist eine Wahnsinns-Erfolgsgeschichte. Es ist wirklich unglaublich, wie sich dieser Messaging-Dienst binnen weniger Jahre zum allgegenwärtigen Kommunikationsmedium entwickelt hat. Zu DEM Kommunikationsmedium, ohne das im Freundeskreis, im Verein, in der Familie und immer häufiger sogar im Beruf nichts mehr geht. Kein Wunder: WhatsApp ist praktisch. Es ist einfach. Es kostet nichts. Alle haben es.

Na ja, fast alle.

Leute über 80 nutzen es eher nicht. Und ich, ich nutze es auch nicht.

Ein Leben ohne WhatsApp? Undenkbar!

Ich bin in meinem Freundes- und Bekanntenkreis fast die einzige, die WhatsApp nicht auf ihrem Smartphone installiert hat. Ich bekomme einiges nicht mit. Wenn zum Beispiel lustige Fotos und Videos ausgetauscht werden, über die sich beim nächsten Treffen alle amüsieren. Oder wenn im Sportverein Organisatorisches geklärt wird. Wenn ich dann darum bitte, mir doch eine E-Mail zu schreiben oder mir beim nächsten Training einfach zu erzählen, was besprochen wurde, stoße ich auf Unverständnis: „Selbst schuld, dann leg dir doch auch WhatsApp zu.“

Meine Freunde haben sich dagegen an meine Macken gewöhnt und meine Kinder leben schon länger damit, dass ihre Mama in manchen Dingen irgendwie seltsam ist.

Bin ich wahrscheinlich auch. Ich frage mich nämlich, wie das passieren konnte:

Ist das nicht irgendwie verrückt?

Warum haben heute so viele Menschen ihr Smartphone nicht nur immer dabei, sondern auch pausenlos angeschaltet? Nicht mehr nur in der Handtasche, sondern permanent griffbereit: in der Jacke oder Hosentasche, auf dem Tisch im Lokal, auf dem Schreibtisch neben ihrem Computerbildschirm, auf dem Nachttisch neben dem Bett? Wann ist es eigentlich üblich geworden, dass man die eingehenden Nachrichten checkt, während man fernsieht, isst, im Konzert oder Kino sitzt, mit anderen spricht oder gar Auto fährt? Wie kann es sein, dass irgendwelche App-News grundsätzlich bedeutsamer sind als die Menschen, mit denen man gerade zusammen ist?

Wieso werden Mütter unruhig, wenn sie sehen, dass ihre 17-jährige Tochter, die abends mit Freunden unterwegs ist, zwischendrin mal nicht online ist? Und warum nur fällt es so vielen Menschen schwer, zu einer Verabredung verbindlich zuzusagen und sie dann auch einzuhalten? Wie konnte es völlig normal werden, noch Minuten vor einer Verabredung von unterwegs zu schreiben, man komme leider zwei Stunden später oder überhaupt nicht, weil leider, leider ganz kurzfristig etwas dazwischengekommen sei?

Nach allem, was ich beobachte, verdanken wir diese Entwicklungen überwiegend WhatsApp. Eben weil es so einfach und bequem ist.

Puh, jetzt klinge ich wie eine steinalte Kulturpessimistin. Aber trotzdem:

Da mache ich nicht mit!

Ich bin keine Social Media-Verweigerin. Ich blogge, ich nutze Facebook, Pinterest und neuerdings Instagram. Aber ich brauche keine WhatsApp-Familiengruppe, denn meine Kinder können mit ihren Smartphones auch telefonieren und zumindest mein Anrufbeantworter hört ihnen jederzeit zu. Oder wir sprechen auf altmodische Art direkt miteinander ab, wer wann wo ist und gegebenenfalls abgeholt wird. Wir schreiben uns manchmal sogar Zettel, die wir auf den Küchentisch legen!

Mit meinen Freunden halte ich den Kontakt per Telefon und E-Mail. Okay, manchmal auch per Facebook. Oder wir machen bei einem Treffen aus, wann das nächste wo stattfindet. Das funktioniert erstaunlich gut. Nur meine Freundin B. notiert die Termine immer in ihrem Smartphone, wo sie sie dann vergisst. Da braucht es regelmäßig einen Erinnerungsanruf.

Im Verein bekomme ich zwar einiges nicht mit. Aber wenn ich zum Beispiel als Tischbesetzung auf einem Wettkampf gebraucht werde, klappt es komischerweise jedes Mal: Dann werde ich nämlich persönlich angesprochen und darum gebeten. Na also, geht doch!

Natürlich habe ich den Vorteil, dass ich im Homeoffice arbeite und daher tagsüber sowieso viel Zeit am PC und neben dem (Festnetz-)Telefon verbringe. Meine Verwandten und Bekannten wissen, dass sie mich da ziemlich sicher erreichen. Andererseits: Ist das nicht bei den meisten anderen Menschen ähnlich? Man würde natürlich nicht so einfach wegen unwichtiger Dinge unter der Firmennummer anrufen. Andererseits geht es genauso zu Lasten der bezahlten Arbeitszeit, wenn Mitarbeiter am Arbeitsplatz nebenher ihre WhatsApp-Nachrichten auf ihrem Privathandy abrufen und beantworten. Und das tun wirklich viele.

Und wie funktioniert ein Leben ohne WhatsApp?

Einerseits stoße ich oft auf Unverständnis und muss mich mitunter sogar rechtfertigen, warum ich dermaßen altmodisch bin. „Schrullig“ nannte es neulich ein Freund (das gefällt mir :-)). Wahrscheinlich sind manche Bekanntschaften auch immer loser geworden, weil man mir keine WhatsApp-Nachrichten schicken kann, sondern ich nur so umständlich zu kontaktieren bin.

Andererseits schenkt diese Abstinenz mir Freiraum und Zeit:

Ich bekomme keine Blödelnachrichten, keine Mama-kannst-du-mich-doch-früher-oder-später-oder-woanders-abholen-und-auf-dem-Weg-noch-mein-Lieblingssmoothie-besorgen-Botschaften. Nachdem Anrufe und SMS offensichtlich so aufwendig sind, bekomme ich sie nur, wenn es wirklich wichtig ist. All die Terminabstimmungsrunden in irgendwelchen Gruppen spare ich mir, denn ich mache Termine persönlich oder telefonisch aus, und meine Zusage gilt. Ich weiß, dass die Menschen, die trotzdem mit mir Kontakt halten, Wert auf meine Freundschaft legen.

Ich muss nicht alle paar Minuten auf mein Smartphone schauen. Beim Arbeiten werde ich nicht ständig unterbrochen. Ich mache das Handy überhaupt nur an, wenn ich unterwegs bin. Ich kann am Bahnhof stehen oder im Café sitzen und Leute beobachten oder einfach nur nachdenken. Im Lokal kann ich mein Essen genießen und mich auf die Menschen konzentrieren, die mit mir am Tisch sitzen. Ich habe WhatsApp-frei!

Wäre das nicht auch etwas für Sie?

Da mache ich nicht mit! Bekenntnisse einer WhatsApp-Verweigerin

Warum Sie keine Null-Prozent-Finanzierung nutzen sollten

Null-Prozent-Finanzierung - 0 Prozent Finanzierung

Verlockend ist sie ja schon, so eine Null-Prozent-Finanzierung: Wenn man sie nutzt, muss man nicht mühsam ansparen und warten, bis man die benötigte Summe zusammenhat. Sondern man kann die schicke Couchgarnitur gleich bestellen, das neue Tablet sofort mitnehmen. Statt den ganzen Batzen Geld sofort auf den Tisch zu legen, zahlt man die Summe häppchenweise über eine lange Laufzeit zurück. So werden beispielsweise aus stolzen 795 Euro über zwölf Monate handliche 66,25-Euro-Raten. Ist doch super. Oder?

Eine Null-Prozent-Finanzierung hat drei gravierende Nachteile

Wie so oft in Geldangelegenheiten, lohnt es sich, genauer hinzusehen. Auch wenn die Deutschen immer öfter auf Pump einkaufen. So las ich kürzlich in der Süddeutschen Zeitung, dass rund zwei Drittel der Verbraucher in den vergangenen fünf Jahren mindestens einen Kredit aufgenommen hätten. 20 Prozent nutzten spezielle Autokredite, 14 Prozent Null-Prozent-Finanzierungen.

Nachteil 1: Sie kaufen teurer

Der kostenlose Kredit garantierte Ihnen noch lange nicht den besten Preis. Im Gegenteil: Selbst wenn der Anbieter keine Restschuldversicherung will und auch sonst keine Zusatzkosten wie eine Bearbeitungsgebühr anfallen, können Sie davon ausgehen, dass Sie mit Kredit mehr bezahlen als ohne. Schließlich hat kein Händler etwas zu verschenken, sondern er wird den Zusatzaufwand für den Kredit in seine Preise einkalkulieren. Dann ist das Tablet halt etwas teurer. Oder Sie bekommen für das Auto oder das Möbelstück nicht den Rabatt, den Sie bei Barzahlung oder Vorauskasse bekommen hätten.

Nachteil 2: Je länger Sie zahlen, desto geringer wird der Gegenwert

Sie können sich bei einem Ratenkauf nicht damit trösten, einen echten Gegenwert für Ihr Geld zu haben. Denn wenn das kreditfinanzierte Gut endlich wirklich Ihnen gehört, ist es nicht mehr neu. Für den Fall, dass Sie es wegen akuter Geldnot verkaufen müssten, würden Sie für die gebrauchten Stücke nur noch einen Bruchteil ihres Neuwerts erlösen können.

Das 795 Euro teure Sofa können Sie vielleicht nach einem halben Jahr noch für 250 Euro über Ebay losschlagen. Dumm nur, dass Sie bei einer Null-Prozent-Finanzierung über zwölf Monate dann noch fast 400 Euro abzuzahlen haben.

Nachteil 3: Sie engen Ihren finanziellen Spielraum ein

Der große Vorteil eines Ratenkredits ist, dass ein vergleichsweise großer Betrag in kleinere Raten aufgeteilt wird. Wie im Eingangsbeispiel: 795 Euro auf einen Schlag haben Sie vielleicht nicht, aber 66,25 Euro im Monat können Sie aufbringen.

Nur: Wenn Sie das können, könnten Sie doch auch einfach ein Jahr lang jeden Monat 66,25 Euro sparen und erst dann Ihr neues Sofa kaufen. Mit Barzahlerrabatt und ohne jeden Monat eine Rate zahlen zu MÜSSEN, egal ob gerade die Waschmaschine kaputtgegangen oder die Kfz-Versicherung fällig ist. Viele Menschen unterschätzen schlichtweg, dass sie auch mit den vermeintlich kleinen Raten zeitweise finanziell überfordert sein könnten. Insbesondere, wenn sie mehrere Finanzierungen parallel laufen haben.

Ein Ratenkauf bedeutet, dass Sie erst kaufen und dann sparen. Sie sparen also sozusagen rückwärts. Mein Empfehlung lautet andersherum: Erst sparen, dann kaufen. Vorwärtssparen.

Guter Kredit, böser Kredit?

Heißt das, dass Sie niemals und unter gar keine Umständen einen Ratenkauf mit oder ohne Null-Prozent-Finanzierung tätigen sollen? Nein.

Aber Sie sollten gut abwägen: Angenommen, Sie haben kein Auto, benötigen aber eines für eine neue, attraktive Arbeitsstelle. Dann ist es natürlich sinnvoller, das Auto zu finanzieren, als auf den Job zu verzichten. In diesem Fall ist das Auto eine Investition, die sich auszahlt. Das ist ein guter Kredit. Die meisten Ratenkredite werden aber für Elektronikartikel und Möbel aufgenommen, auf die man auch vorwärts sparen könnte. Diese Kredite sind verzichtbar. Selbst wenn das alte Sofa inzwischen ziemlich durchgesessen ist.

Mehr Tipps dazu, wie Sie auch mit wenig Einkommen gut auskommen, lesen Sie im Ratgeber Niemals pleite! Alles über die ersten Finanzen (Partnerlink*), den ich gemeinsam mit meine Kollegin Cordula Natusch geschrieben habe. Er richtet sich speziell an junge Leute, die ihren ersten eigenen Hausstand führen. Die darin beschriebenen Strategien und Werkzeuge sind aber auch für alle anderen Leute nützlich, die ihr Geld im Griff haben wollen.

*„Partnerlink“ bedeutet, dass ich für jeden Einkauf, der durch einen Klick auf diesen Link zustande kommt, eine kleine prozentuale Beteiligung bekomme.

Null-Prozent-Finanzierung - nein, danke!

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