Da mache ich nicht mit! Bekenntnisse einer WhatsApp-Verweigerin

Als Wirtschaftsjournalistin kann ich den Aufstieg von WhatsApp nur bewundern: Das ist eine Wahnsinns-Erfolgsgeschichte. Es ist wirklich unglaublich, wie sich dieser Messaging-Dienst binnen weniger Jahre zum allgegenwärtigen Kommunikationsmedium entwickelt hat. Zu DEM Kommunikationsmedium, ohne das im Freundeskreis, im Verein, in der Familie und immer häufiger sogar im Beruf nichts mehr geht. Kein Wunder: WhatsApp ist praktisch. Es ist einfach. Es kostet nichts. Alle haben es.

Na ja, fast alle.

Leute über 80 nutzen es eher nicht. Und ich, ich nutze es auch nicht.

Ein Leben ohne WhatsApp? Undenkbar!

Ich bin in meinem Freundes- und Bekanntenkreis fast die einzige, die WhatsApp nicht auf ihrem Smartphone installiert hat. Ich bekomme einiges nicht mit. Wenn zum Beispiel lustige Fotos und Videos ausgetauscht werden, über die sich beim nächsten Treffen alle amüsieren. Oder wenn im Sportverein Organisatorisches geklärt wird. Wenn ich dann darum bitte, mir doch eine E-Mail zu schreiben oder mir beim nächsten Training einfach zu erzählen, was besprochen wurde, stoße ich auf Unverständnis: „Selbst schuld, dann leg dir doch auch WhatsApp zu.“

Meine Freunde haben sich dagegen an meine Macken gewöhnt und meine Kinder leben schon länger damit, dass ihre Mama in manchen Dingen irgendwie seltsam ist.

Bin ich wahrscheinlich auch. Ich frage mich nämlich, wie das passieren konnte:

Ist das nicht irgendwie verrückt?

Warum haben heute so viele Menschen ihr Smartphone nicht nur immer dabei, sondern auch pausenlos angeschaltet? Nicht mehr nur in der Handtasche, sondern permanent griffbereit: in der Jacke oder Hosentasche, auf dem Tisch im Lokal, auf dem Schreibtisch neben ihrem Computerbildschirm, auf dem Nachttisch neben dem Bett? Wann ist es eigentlich üblich geworden, dass man die eingehenden Nachrichten checkt, während man fernsieht, isst, im Konzert oder Kino sitzt, mit anderen spricht oder gar Auto fährt? Wie kann es sein, dass irgendwelche App-News grundsätzlich bedeutsamer sind als die Menschen, mit denen man gerade zusammen ist?

Wieso werden Mütter unruhig, wenn sie sehen, dass ihre 17-jährige Tochter, die abends mit Freunden unterwegs ist, zwischendrin mal nicht online ist? Und warum nur fällt es so vielen Menschen schwer, zu einer Verabredung verbindlich zuzusagen und sie dann auch einzuhalten? Wie konnte es völlig normal werden, noch Minuten vor einer Verabredung von unterwegs zu schreiben, man komme leider zwei Stunden später oder überhaupt nicht, weil leider, leider ganz kurzfristig etwas dazwischengekommen sei?

Nach allem, was ich beobachte, verdanken wir diese Entwicklungen überwiegend WhatsApp. Eben weil es so einfach und bequem ist.

Puh, jetzt klinge ich wie eine steinalte Kulturpessimistin. Aber trotzdem:

Da mache ich nicht mit!

Ich bin keine Social Media-Verweigerin. Ich blogge, ich nutze Facebook, Pinterest und neuerdings Instagram. Aber ich brauche keine WhatsApp-Familiengruppe, denn meine Kinder können mit ihren Smartphones auch telefonieren und zumindest mein Anrufbeantworter hört ihnen jederzeit zu. Oder wir sprechen auf altmodische Art direkt miteinander ab, wer wann wo ist und gegebenenfalls abgeholt wird. Wir schreiben uns manchmal sogar Zettel, die wir auf den Küchentisch legen!

Mit meinen Freunden halte ich den Kontakt per Telefon und E-Mail. Okay, manchmal auch per Facebook. Oder wir machen bei einem Treffen aus, wann das nächste wo stattfindet. Das funktioniert erstaunlich gut. Nur meine Freundin B. notiert die Termine immer in ihrem Smartphone, wo sie sie dann vergisst. Da braucht es regelmäßig einen Erinnerungsanruf.

Im Verein bekomme ich zwar einiges nicht mit. Aber wenn ich zum Beispiel als Tischbesetzung auf einem Wettkampf gebraucht werde, klappt es komischerweise jedes Mal: Dann werde ich nämlich persönlich angesprochen und darum gebeten. Na also, geht doch!

Natürlich habe ich den Vorteil, dass ich im Homeoffice arbeite und daher tagsüber sowieso viel Zeit am PC und neben dem (Festnetz-)Telefon verbringe. Meine Verwandten und Bekannten wissen, dass sie mich da ziemlich sicher erreichen. Andererseits: Ist das nicht bei den meisten anderen Menschen ähnlich? Man würde natürlich nicht so einfach wegen unwichtiger Dinge unter der Firmennummer anrufen. Andererseits geht es genauso zu Lasten der bezahlten Arbeitszeit, wenn Mitarbeiter am Arbeitsplatz nebenher ihre WhatsApp-Nachrichten auf ihrem Privathandy abrufen und beantworten. Und das tun wirklich viele.

Und wie funktioniert ein Leben ohne WhatsApp?

Einerseits stoße ich oft auf Unverständnis und muss mich mitunter sogar rechtfertigen, warum ich dermaßen altmodisch bin. „Schrullig“ nannte es neulich ein Freund (das gefällt mir :-)). Wahrscheinlich sind manche Bekanntschaften auch immer loser geworden, weil man mir keine WhatsApp-Nachrichten schicken kann, sondern ich nur so umständlich zu kontaktieren bin.

Andererseits schenkt diese Abstinenz mir Freiraum und Zeit:

Ich bekomme keine Blödelnachrichten, keine Mama-kannst-du-mich-doch-früher-oder-später-oder-woanders-abholen-und-auf-dem-Weg-noch-mein-Lieblingssmoothie-besorgen-Botschaften. Nachdem Anrufe und SMS offensichtlich so aufwendig sind, bekomme ich sie nur, wenn es wirklich wichtig ist. All die Terminabstimmungsrunden in irgendwelchen Gruppen spare ich mir, denn ich mache Termine persönlich oder telefonisch aus, und meine Zusage gilt. Ich weiß, dass die Menschen, die trotzdem mit mir Kontakt halten, Wert auf meine Freundschaft legen.

Ich muss nicht alle paar Minuten auf mein Smartphone schauen. Beim Arbeiten werde ich nicht ständig unterbrochen. Ich mache das Handy überhaupt nur an, wenn ich unterwegs bin. Ich kann am Bahnhof stehen oder im Café sitzen und Leute beobachten oder einfach nur nachdenken. Im Lokal kann ich mein Essen genießen und mich auf die Menschen konzentrieren, die mit mir am Tisch sitzen. Ich habe WhatsApp-frei!

Wäre das nicht auch etwas für Sie?

Da mache ich nicht mit! Bekenntnisse einer WhatsApp-Verweigerin

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68 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Barbara,
    habe beim Lesen angefangen zu lächeln und gestehe Dir: Whats-App kommt mir nicht in die Tüte, äh, aufs Smartphone. Ich verpasse einiges, aber lebe auch nicht mit meinem Smartphone sondern mit Menschen zusammen. Man erreicht mich telefonisch, per Twitter, E-Mail, Xing, persönlich, sogar noch per Brief, Postkarte oder SMS. Letztere kriege ich seit Einführung der DSGVO vermehrt.
    Ich vermisse nichts und mir ergeht es wie Dir: Wenn mich die whatsappenden Ausschüsse etc. brauchen, finden Sie merkwürdigerweise sowohl meine E-Mail-Adresse als auch Telefonnummer, können auf den AB sprechen. Allerdings will ich nicht ständig zu erreichen sein, arbeite lieber fokussiert und konzentriere mich in Gesprächen auf die Menschen um mich herum.
    Holldrio per Kommentar
    Silke

    • Hallo Silke, wie schön – und wie beruhigend -, dass es auch anderen so geht wie mir. Danke fürs Schreiben per altmodischer Kommentarfunktion 🙂

  2. Hallo,
    auch ich nutze seit gut einem Jahr kein WhatsApp mehr. Auf Facebook verzichte ich schon seit drei Jahren und vor einem halben Jahr war auch Instagram Geschichte. Ich vermisse absolut gar nichts. Wer was von mir will, ruft mich an oder schreibt mir eine SMS. Und sogar auch mit bedacht und wenn es wichtig ist. Niemand ruft mich an oder verschwendet eine SMS und erzählt mir, dass es doch so langweilig ist oder draußen regnet, oder was gerade gegessen wird.
    Mir fällt jedoch vermehrt auf, dass immer mehr davon genervt sind, und auch liebend gerne darauf verzichten würden. Wenn ich frage, was hindert dich dran, bekomme ich jedoch keine wirklich sinnvolle, geschweige denn eine überzeugende Antwort.
    Ein sehr interessanter Bericht. Weiter so 👍🏻

  3. Hallo Barbara,
    schön, das zu lesen. Danke.
    Mir geht es genauso, ich bezeichne mich manchmal als altmodisch. Obwohl ich auch Digitales liebe, den ganzen Tag am Compi verbringe etc. Bin 41 Jahre, Mutti von 2 Kindern, berufstätig und sehr froh, nicht WhatsApp zu haben. Habe noch nichts Wichtiges verpasst.
    Wie viele von uns gibt es wohl?
    Viele Grüße!

    • Hallo Eva, ich glaube, wir sind nicht mehr viele – aber ich freue mich über jeden, der das Fähnlein der Verweigerer hochhält 🙂

  4. Hallo zusammen,

    mir geht es genau wie euch, ich will mich nicht einmal dafür entschuldigen müssen…
    sogar unser Kirchenchor hat jetzt auch die ältesten Sängerinnen dazu gebracht, w.app zu installieren…mich immer noch nicht :), bin mit 50 mitten im Leben!

    • Hallo Annette, dieser Rechtfertigungsdruck ist etwas, das mich auch immer wieder nervt. Nach dem Motto: „Selbst schuld, wenn Du das oder jenes nicht mitbekommen hast, leg Dir halt auch endlich WhatsApp zu!“ Als wäre ein Anruf, eine E-Mail, eine SMS oder auch einfach ein mündlicher Hinweis eine unzumutbare Belastung für denjenigen …

  5. Hallo Barbara,
    Einfach die Wahrheit, was du geschrieben hast.
    Bei mir ist es fast soweit gekommen, dass Freundschaften daran zerbrechen. Ich möchte, dass die mich per E-Mail, Telefon oder evtl. per SMS erreichen. Ich besitze noch kein Smartphone, kann aber damit umgehen. Von mir wurde verlangt, ich solle mir WhatsApp auf meinem Tablet installieren. Mein Handy habe ich fast immer abgestellt, benötige es nur nach Bedarf. Denen ist es zu umständlich mir eine E-Mail zu schreiben. Ich habe darauf hingewiesen, dass man sich die App auf sein Handy laden kann. Hat man WhatsApp, kann derjenige sehen, ob man online ist und verlangt, dass man sofort antwortet.
    Was diese digitale Welt noch mit uns anstellt, ich bin gespannt.

    • Hallo Heike, danke für Deinen Kommentar. Es ermutigt mich, wenn ich lese, dass ich mit meiner Verweigerungshaltung nicht allein bin 🙂

  6. Hurra, ich bin ja doch nicht so unnormal!
    Hallo Barbara!
    Auch ich habe kein whatsapp. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht:
    im Verein: wurde einmal schon böse angepflaumt, dass ich doch einiges verpassen würde, weil ich kein whatsapp habe-bei den meisten wichtigen Sachen gibt es aber eh sogar „die guten alten“Terminzettel (aha, geht doch!)…und die Trainerin schreibt mir ggfs.eine sms…und ich bin im Gespräch mit Trainerin und den anderen Mamis. Mein Vorschlag einer Telefonkette für kurzfristige Ereignisse kam auf dem Vereinselternabend nicht gut an.
    Meist werde ich als Exotin belächelt oder mit hochgezogener Augenbraue bedacht, aber viele seufzen, dass sie das viele Reagieren müssen und Angucken müssen von „Unwichtigem „eigentlich auch nervt-es hat sich zu eine Art Gruppenzwang entwickelt.
    In der neuen Schule meiner Tochter (5.Klasse) hat der frisch gewählte Elternvertreter auf dem Elternabend die Einrichtung einer Elternwhatsappgruppe
    „bestimmt“. Ich teilte mit, dass ich kein whatsapp habe und wichtige Infos per mail haben möchte, die mail-Adressen sollten wir eh in eine Liste eintragen. Es wird nicht einfach akzeptiert, sondern genervt reagiert und einem werden Beispiele von Leuten genannt, die ja auch erst so „standhaft“waren und dann doch „eingeknickt“ sind(„hähähä-das wirst Du auch“). Wichtige Infos gibt es per e-mail.Was ich in der Elterngruppe verpasst habe, weiss ich nicht, außer einmal wohl eine Info über Läuse in der Klasse, bis die Laus selber uns informiert hat ;-). (Irgendwann sollten die Eltern finde ich eh loslassen in der Schule-bzw. kann ja auch alles beim Elternabend angesprochen werden-aber anderes Thema!)
    Meine Töchter haben beide whatsapp und wenn ich da mitbekomme, dass innerhalb von zwei Stunden, in denen sie beim Training waren Hunderte von noch anzuguckenden Nachrichten auflaufen, wird mir ganz schwindelig…und meine Töchter sind auch schon genervt wenn in Klassengruppen hin-und hergeschrieben wird wegen nicht von der Tafel abgeschriebener Hausaufgaben.
    Einmal habe ich nur den Kopf geschüttelt über Vater,Mutter,Kind die einträchtig beim gemeinsamen Familienausflug auf einer Bank am Fluss saßen: alle drei mit gesenktem Kopf auf ihr Smartphone blickend. Am liebsten hätte ich sie dabei fotografiert und ihnen als Denkanstoss gezeigt, aber so übergriffig wollte ich dann doch nicht sein.
    In der Familiengruppe bin ich auch nicht, ich geniesse z.B.meinen Urlaub mit allen Eindrücken lieber ohne sofortiges Sendenmüssen aller Sonnenuntergänge und süßen Tiere etc.an die daheim-Ich kann im schönen Beisammensein nach dem Urlaub immer noch Bilder davon zeigen und dann dazu erzählen!
    Ich habe manchmal das Gefühl, ich muss über meinen Schatten springen und mit der Zeit gehen, aber die Sperre in mir ist anhand der Beobachtungen und auch der vielen Negativberichte in der Zeitung bezüglich whatsapp sehr, sehr hoch.
    Da bleibe ich doch lieber altmodisch!
    Liebe Grüsse!

  7. Hallo Hallo,

    ich finde Deine Grundeinstellung sehr richtig aber etwas inkosequent. Du bist auf XING und FB und Instagram. Diese Portale verhaftet einen mindestens genauso wie Whatsapp es tut. Ich habe alles rausgeschmissen, jedes Soziale Netzwerk und whatsapp. Es melden sich wirklich nur noch sehr wenige Menschen und ich kann sagen, es ist mir wurscht. Ich habe Zeit! Zeit für Bücher, Zeit für Themen die mich interessieren und Zeit für die Menschen, die ich real treffe.

    • Hallo Carla, es stimmt, dass ich soziale Netzwerke nutze. Das tue ich aber aus beruflichen Gründen, um als Expertin für meine Themen sichtbar zu sein (auf Pinterest bin ich deswegen übrigens auch). Die Datensammelei der Anbieter unterstütze ich damit nolens volens mit, aber zeitlich grenze ich meine Aktivitäten sehr bewusst ein. WhatsApp ist aus meiner Sicht wesentlich übergriffiger, denn es greift eben so stark ins Private ein und verlangt ständige Aufmerksamkeit. Ich finde Deinen konsequenten Kurs aber bewundernswert!

  8. Hi, toll zu sehen das es noch mehr Leuten ähnlich geht! ich bin student an der uni.. nutze kein whatsapp und bin eigentlich auch glücklicher so…

  9. Hey Barabara,

    dein Beitrag ist zwar etwas älter, aber als ich darauf gestoßen bin, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Ich habe WhatsApp seit der ersten Minute genutzt und habe auch die wahnsinnige Entwicklung mitbekommen. Ehrlich gesagt war ich ein riesen Fan davon, dass plötzlich alles so einfach ging. Man war vernetzt, konnte sich stets austauschen und konnte mit anderen gemeinsam eine eigene Kommunikationsdynamik entwickeln. Super! man war immer up to date.
    Bis ich eines Tages diese katastrophalen Folgen bemerkt habe.
    Man hatte viele Kontakte im Chatverlauf und da waren sie so selbstverständlich, dass man das eigentliche aus den Augen verloren hat: Das reale Miteinander! Man war gebunden daran, Nachrichten zu beantworten, stets erreichbar zu sein, sodass man gar nicht mehr richtig zur Ruhe gekommen ist. Man machte Sachen aus die, wie du schon erwähnt hast, einfach wieder abgesagt worden. Eer Kontakt war meistens oberflächlich und man hat ständig nur darüber getippt, was man alles hätte machen können, statt es wirklich zu tun. Ich als 26 Jährige hab jetzt auch die Schnauze voll davon. Bin seit kurzer Zeit raus aus dem Zwang und fühle mich verdammt gut dabei! Wenn jemand was braucht, soll er anrufen. Wenn ned, dann wars anscheinend einfach nicht wichtig. Man lernt das Vermissen neu kennen und hat plötzlich viel Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Die realen Treffen und die Leute vor Ort. Mittlerweile wird diese Abstinenz hoch gefeiert und trotzdem sind die Leute wie im Wahn mit diesem WhatsApp beschäftigt.
    Ich war auch sehr anfällig für den Zwang und bin mitgeschwommen, aber jetzt reicht’s. Und wenn Freundschaften dadurch kaputt gehen, na dann waren einfach keine echten.
    In den Sinne, Lob und Anerkennung an alle Verweigerer!
    Grüße aus Bayern 🙂

    • Hallo Jutta, danke für Deinen Bericht über Deine Erfahrungen mit WhatsApp. Ich sehe derzeit bei einer meiner Töchter, dass es ihr genauso geht, wie Du es beschrieben hast: Sie ist ständig am WhatsApp-Nachrichten checken, bis spätabends. Meistens geht es um irgendwelche Treffen mit Freundinnen, die aber in acht von zehn Fällen kurzfristig doch nicht zustandekommen. Ich hoffe sehr, dass sie irgendwann in näherer Zukunft dieselbe Konsequenz daraus zieht wie Du.

  10. Ich habe seit 2 Stunde whatsapp, weil mich eine Freundin dazu überredet hat.
    Von 2 Menschen, die ich probeweise kontaktiert habe hat keiner geantwortet.
    Auf sms antworten diese beide immer.

    Also verstehe ich nicht, was der Vorteil oder Unterschied zu sms ist.

    Auch die Freundin hat mir nichts darauf erzählt.

    Ich werde es, glaube ich, desinstallieren, denn ich möchte nicht die Tendenz bekommen, auf mein Smartphone ständig zu gucken, ob mich jemand angeschrieben hat.
    Sms, mails und facebook zu checken ist mehr, als genug.
    Ich brauche kein zusätzliches Zeug.

    Ist es eine Geldspar-Frage vielleicht ?

    LG
    Sabine

    • Hallo Sabine,

      ich denke schon, dass der Siegeszug von WhatsApp vor allem darauf zurückzuführen ist, dass es „nichts kostet“. Und natürlich, dass man sich in Gruppen zusammenschließen kann, was per SMS ja nicht geht. Ansonsten mache ich dieselbe Erfahrung wie Sie: Auf SMS bekomme ich immer schnell eine Antwort. Wahrscheinlich, weil die inzwischen so selten sind, dass sie mehr Aufmerksamkeit erzeugen …

  11. Verdammt, der Artikel könnte fast von mir sein.
    Ich bin 35 und demnach mit dem Handy großworden.
    Habs bis jetzt ohne Internet und WahtsApp auf dem Handy bzw. Smartphone überlebt.
    Freunde, Bekannte, bucklige Verwandtschaft etc. ich muss euch hiermit leider mitteilen, das wird auch so bleiben.
    Für die anderen da draußen: Weiter so! 🙂

    Grüße
    Jay

    PS: Unglaublich, Smileys funktionieren auch mit einer Tastatur 😉

  12. Der Artikel hätte auch von mir sein können. Ich bin nicht technikfeindlich, arbeite in einem Softwareunternehmen. Aber die Verhaltensweisen, die Whatsapp unterstützt, will ich nicht annehmen.

  13. Hi, dein Artikel ist sehr zutreffend. Ich bin jetzt seit 5 Wochen ohne WhatsApp und hätte den Messenger schon viel früher vom Smartphone werfen sollen. So merkwürdig das jetzt klingen mag: Ich fühle mich frei. Kein ständig rappelndes Smartphone, keine nervigen Gruppenchat-Nachrichten inclusive Gruppenzwang, der Feierabend ist Feierabend und die Spreu trennt sich in den Kontakten vom Weizen. Wem Anruf oder SMS zu „umständlich“ sind, um sich zu melden, dem kann nicht viel am Kontakt mit mir liegen.
    Ich finde es sehr erholsam nicht mehr unter „Beobachtung“ der zu stehen.
    Mir egal, ob ich für sonderbar, schrullig, technikfeindlich ect. gehalten werde. Diese Ruhe und Freiheit sind es mir wert.

  14. Hallo Barbara!

    Mir spricht Dein Artikel auch aus der Seele!! Ich bin auf ihn gestoßen, weil ich verzweifelt auf der Suche nach Gleichgesinnten war/bin. Ich hatte noch nie ein Smartphone, möchte auch keines haben und hatte demnach auch noch nie WhatsApp in Gebrauch. Jedoch werde ich zunehmend mit dem vermeintlichen Zwang konfrontiert, es doch haben zu müssen, was ich aber total ablehne. In einer Arbeitsgemeinschaft, in die ich vor kurzem eingetreten bin, wurde mir versucht zu suggerieren, dass nur auf diese Weise eine Kommunikation über die Organisation des gemeinsam genutzten Büros möglich sei, was sich einige Zeit danach als absoluter Schwachsinn herausgestellt hat! Da mein Sohn seit neuestem Fußball in einem Verein spielt, gehören wir dort jetzt zu den Außenseitern, die nicht alles mitbekommen, weil wir nicht bei Whats-App sind. Zuerst hat uns das einen wahnsinnigen Druck gemacht, uns vielleicht doch zuliebe des Kindes umzuorienterien, aber die Kommentare auf Deinen Text hin haben mich darin bestärkt, bei meinem Kurs zu bleiben. Ich denke auch, dass wir alles wirklich Wichtige schon mitbekommen werden. Und mir ist es auch egal, wie der Vorrednerin für altmodisch oder komisch gehalten zu werden, so trennt sich wenigstens schneller die Spreu vom Weizen! 🙂

    • Hallo Jannine,

      der Druck, WhatsApp zu nutzen, wird tatsächlich gefühlt immer höher. Weil es eben „alle“ haben und so praktisch finden. Dieselben Leute sind dann natürlich zu gestresst, um einem auf anderem Wege etwas mitzuteilen. Oder sie vergessen es schlicht. Ich stelle das bei mir im Sportverein fest, wo ich jede Woche im Training bin, man mir Dinge also einfach sagen könnte. Daran denkt aber niemand, weil alles ausgiebig in der WhatsApp-Gruppe diskutiert wurde und damit ja „jeder“ Bescheid weiß. Na ja, dann ist das halt so und ich bin bei manchen Veranstaltungen eben nicht dabei.
      Ob das für ein Kind durchzuhalten ist, weiß ich nicht. Gerade im Teenageralter gibt es schließlich kaum etwas Schlimmeres, als sich ausgeschlossen zu fühlen.

  15. Hallo 🙂

    Ich bin 31 und auch kürzlich aus dem Whatsapp-Wahnsinn ausgetreten.

    Ich erlebe es momentan auch als enorme Befreiung, da ich kaum mehr Augen für „echte“ soziale Kontakte oder Unternehmungen hatte.
    Das Smartphone hat mich immer mehr eingenommen – vor allem, sobald es geblinkt hat 😉
    Ich kann es nicht mehr sehen….alle Köpfe geneigt, man stößt auf der Straße aneinander, weil so viele nach unten glotzen, keinen Blick mehr für die reale, schöne Welt und dem Wert einer echten, aufrichtigen Kommunikation oder einem Lächeln zwischen Fremden auf der Straße. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen.

    Ich sehe es ähnlich, wie viele, die hier kommentieren:
    Wahre Freunde finden einen Weg, Kontakt aufzunehmen – auch ohne Whatsapp – und vergessen einen nicht! Alles andere ist oberflächliches „Geplänkel“ und vermüllt den Kopf.

    Ja – auch ich wurde nun schon bei Einladungen vergessen. Aber das ist auch kein Grund, deshalb wieder in Whatsapp einzusteigen. Demjenigen scheint es einfach nicht so wichtig gewesen zu sein. 😉

  16. Hallo zusammen 🙂

    Auch ich bin froh diese Seite durch Zufall mal gefunden zu haben.
    Ich bin Marcel und bin 36 Jahre alt und gehöre auch zu euch 🙂

    Ich habe weder Whatsapp, geschweigedenn ein Smartphone. Ich habe noch nie eines besessen und möchte auch keines haben.

    Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, eckt man damit überall an. Einerseits ist es traurig das man so gar nicht mehr wahrgenommen wird, andererseits bin ich aber auch froh drüber.
    Wenn ich das so sehe was im Alltag abgeht:-(
    Manchmal glaube ich, das ich der einzige Mensch bin der einfach mal in der Gegend rumschaut und die Welt auf sich wirken lässt. Natürlich hat alles Vor und Nachteile. Für mich überwiegen die Vorteile.
    Meine Freundin hat auch ein Smartphone und nutzt auch Whatsapp / weil es halt jeder hat. Jetzt gehört sie zu den Leuten die das ganze „bewusst“ nutzen ohne es zu übertreiben. Was ich da alles so lesen kann reicht mir aber schon.
    Bei meinen Arbeitskollegen und anderen Menschen in meinem Umkreis beäuge ich das immer sehr kritisch. Ich bring es mal auf den Punkt.

    Wenn ich das so alles sehe was da alles gepostet wird…ohjeeeohjeee. Ich würde fast mal sagen das 80% nur Müll ist oder einfach nur irgendwas,damit man sagen kann das man aktiv ist.

    Um ehrlich zu sein, finde ich es auch manchmal echt amüsant. Es wird geschrieben und geschrieben…doch unterm Strich kommt fast nix bei rum. Manchmal sage ich dann schon : Booaaah Leute, telefoniert doch einfach mal und bequatscht das eben. Meistens wäre ich dann angeschaut als wäre telefonieren eine merkwürdige Handlung.

    Es gibt einen Songtext ( Interpret fällt mir grad nicht ein ) Da singt jemand eine Zeile die manchmal treffender nicht sein könnte : Ich bin immer erreichbar und erreiche doch gar nix.

    Ich sehe das beim Smartphone generell teilweise kritisch. Die Dinger nehmen die Leute komplett ein ( die meisten zumindest ).
    Ständig laufen sie mir dem Blick nach unten gerichtet durch die Gegend und sind quasi permanent in “ Rufbereitschaft“. Für mich wäre das nichts. In meinen Augen ist die permanente Erreichbarkeit eher Fluch als Segen und setzt die Menschheit unter Druck. Bei all den ganzen einflüssen geht das „echte“ Leben da draussen mit all seinen Farben, Gerüchen und Geräuschen vollkommen verloren.

    Die meisten Menschen finden mich oder uns sowieso sehr merkwürdig.
    Ich selber habe kein Whatsapp und kein Smartphone. Ich schreibe diesen Text mit einem 13 Jahre alten Laptop. Wir haben weder einen Smart TV, weder eine Alexa, haben kein Netflix, Sky oder dergleichen. Smarthome und sowas haben wir ebenfalls nicht. Social Media Accounts nutzen wir auch nicht wirklich.
    Ich erkenne keinen Sinn darin anderen Menschen mitzuteilen was ich Esse oder wo ich gerade bin.

    Apropro irgendwo sein… Es ist immer sehr amüsant wenn wir Besuch zuhause haben. Witzigerweise wohnen wir in einer relativ unterversorgten Gegend mit teilweise schlechtem Handyempfang und langsamen Internet.

    Zwei meiner Lieblingssätze von unseren Besuchern sind

    1) So ein Mist…ich habe nur E. E bedeutet Edge und steht für langsames mobiles Internet

    2) Also das Internet ist echt nicht besonders hier

    Lange rede kurzer Sinn.

    Ich finde es schade das sich die „Kommunikation“ in diese Richtung entwickelt hat. Viele Sachen bekomme ich später, oder halt gar nicht mit. Das ständige rechtfertigen bin ich ja mittlerweile schon gewohnt.

    Stört mich aber nicht. Ich werde meiner Linie treu bleiben. Ich hoffe nur das auch vorallem die Jüngere Generation irgendwann mal merken wird, wie denen durch Whatsapp und durch Smartphones wertvolle Zeit gestohlen wird.

    So ganz nebenbei hätte ich dafür auch gar keine Zeit mich ständig den ganzen Tag mitteilen zu müssen. Dann würden andere Dinge ja liegen bleiben oder sich verzögern…die Dinge im „echten“ Leben.

    In diesem Sinne

    Liebe Grüße von einem weiteren Im Bunde der Verweigerer 🙂

    PS : Ich vermisse die Zeiten als man sich zum “ Online schreiben “ noch online getroffen hat. Man hat eine Zeit ausgemacht und dann via Messenger geschrieben. Bei Whatsapp weis man nie, ist derjenige daheim, sitzt er irgendwo aufm Klo, oder ist derjenige vll in der Bahn??!!

    Fürchterlich….

    • Hallo Marcel, wie Du siehst, ist unsere Nicht-WhatsApp-Gruppe klein, aber aktiv 🙂 Die Sache mit dem Telefonieren fällt mir auch immer stärker auf: Selbst Erwachsene aus meinem Umfeld, die deutlich über 30 sind, schaffen es nicht mehr, einfache Verabredungen oder Wer-übernimmt-was-Dinge am Telefon oder im persönlichen Gespräch zu klären. Stattdessen wird gefühlt unendlich hin- und hergeschrieben, bis am Ende niemand mehr weiß, was nun ausgemacht wurde. Trotzdem haben die Beteiligten offenbar das Gefühl, WhtasApp wäre für solche Sachen nützlich. Sehr erstaunlich …

  17. Ich bin 31 und habe auch kein whatsapp (mehr).

    Ich studiere zur Zeit und es ist der absolute Horror, da die jüngere Generation es nicht auf die Reihe bekommt sich vor Ort in der Uni zu besprechen! Dazu kommt noch so eine Art Ungeduld und auch Unfähigkeit mal ein, zwei Tage auf eine Antwort warten zu können. Nach dem Motto „Ich will es jetzt sofort wissen!“.

    Und dann wurde direkt rumgenervt, egal ob man gerade im Kino ist oder einfach kein Handy dabei hat (oft ist auch einfach mein Akku leer). Es wurde so lange angerufen und geschrieben, bis man reagiert hat.

    Auch fragten Leute „nur mal kurz“ Sachen noch nach, teils um unverschämte Zeiten, wie kurz vor 12 Uhr nachts oder Sonntag Abend.
    Und dann, wenn man nicht direkt zurück geschrieben hat, sollte man sich entschuldigen und begründen. „Sorry, ich war im Kino.“ Das finde ich aber absolut bescheuert!

    Keiner von uns ist ein Top Manager oder Arzt auf Bereitschaft. Niemand darf eigentlich diese übertriebende ständige Erreichbarkeit verlangen!
    Ich bin ja kein Mensch auf Freigang, der sich immer melden muss.

    Kapiert aber Niemand, scheinbar, oder sehr wenige.
    Dabei kann mir jeder, sofern es wichtig ist, eine sms oder Email schreiben.
    Ist aber so „umständlich“, weil man dann nicht schnell irgendein kitisches Weihnachtsvideo weiterleiten kann (Mutter) oder die aktuelle Aufgabe vom Prof nochmal tot quatschen kann.

    Die erwarten ein ständiges online sein, weil sie selbst immer online sind, weil sie denken, dass müsse jetzt so sein.

    Ich bin ohne Handy und Internet aufgewachsen (ländlicher Raum) und könnte auch heute noch gut ohne leben. Meine jüngere Freunde dagegen können keine Karten lesen oder sich in der Stadt ohne google maps orientieren.

    Die Kommilitonen können oft keine eigenen Entscheidungen treffen, sind sehr unsicher und frisch aus dem Bachelor (teilweise erst Anfang 20). Sie scheinen es auch gewöhnt zu sein, dass sie 1. alles direkt bekommen, seien es Informationen, Antworten, Filme (online) oder halt Klamotten etc (online) und 2. sie und ihre Meinung sehr wichtig sind, weswegen sie ja auch alles nochmal via whatsapp bequatschen wollen und auch den Anspruch haben, direkt eine Antwort erhalten zu müssen.

    Ach und IN der Uni hängen dann alle übrigens am Handy, shoppen online Klamotten oder schreiben Leuten was sie zum Frühstück hatten usw.

    Mir grault es schon vor den ganzen Gruppenarbeiten… es wurde bereits eine whatsapp Gruppe erstellt, in der scheinbar nur über mich geschrieben wurde, wer ich sei und wie man mich zur Gruppe zufügen könne… Dabei treffen wir uns wöchentlich in der Uni (laut Stundenplan) und hätten da 5 Stunden Zeit alles zu besprechen…

    • Hallo Mimi,

      bis vor 3 Jahren war ich Lehrbeauftragte an der Hochschule Kempten, da war es zum Schluss ähnlich: Ein größeter Teil meines „Publikums“ hatte das Handy auf dem Tisch liegen oder in der Hand, tippte und wischte laufend darauf herum und meldete sich zwischendrin höchstens, um genau die Frage zu stellen, die ich in den 5 Minuten davor beantwortet hatte.
      Auch was die Unsicherheit der jungen Erwachsenen und das Alles-sofort-haben-Wollen angeht, mache ich ähnliche Beobachtungen. Daran ist aber vermutlich die Eltern-Generation (also meine) nicht ganz unschuldig. Mein Sohn hat mir gestern erzählt, dass ein Mädchen aus demselben Grundkurs täglich während des Unterrichts Nachrichten austauscht – mit seiner Mutter. Klar, für Helicopter-Mum ist WhatsApp ein perfektes Überwachungswerkzeug …

  18. Ich habe diesen Artikel erst heute gefunden und gelesen. Es beruhigt mich zu wissen, dass es noch genug andere Menschen gibt, die whats app verweigern.
    Ich hatte noch nie ein smartphone und werde mir – solange es geht – auch keines zulegen. Ein einfaches Mobil-Telefon, wie es sie immer noch zu kaufen gibt, mit dem man telefonieren und SMS versenden kann, reicht mir völlig aus.
    Allerdings bemerke ich, dass ich als Nicht-Benutzer von whats apps immer öfter von „Dingen des täglichen Lebens“ ausgeschlossen werde.
    Ein aktuelles Beispiel ist DHL. Da ich meine Pakete nur ungern beim Nachbarn abgeben lasse, nutze ich schon seit Jahren die Paketstation von der Post (DHL). Bisher habe ich meine PIN-Nr., die ich benötige um mein Paket aus der Station zu entnehmen per sms erhalten. Seit kurzem wurde dieser „Service“ von DHL eingestellt und man erhält die nötige PIN-Nr. per email. Aber auch das wird im kommenden Jahr abgeschaltet und man kann dann nur noch mittels einer app von DHL seine PIN-Nr. erhalten.
    Das bedeutet für mich, dass ich künftig nichts mehr bestellen kann was über DHL geliefert wird -–das betrifft sehr viele online-Shops.
    Zweites Beispiel: Vor kurzem telefonierte ich mit einem Handwerker wegen Terminvereinbarung bzw. Kostenvoranschlag und bot ihm an per email ein Foto von der Baustelle zu schicken. Darauf fragte er mich ob ich auch per whats app erreichbar bin. Auf meine email, die ich ihm daraufhin geschickt habe, hat er nie geantwortet.
    Also ich finde es schon fast pervers wenn ich jetzt auch noch mit Handwerkern per whats app kommunizieren muss.

    Ich denke jetzt schon mit Grausen an die Zukunft wenn alles mit apps auch aus der Ferne „geregelt“ wird wie z.B. das Licht in meiner Wohnung automatisch angeht, der smarte Staubsauger selbständig anfängt zu saugen, die Kaffeemaschine zum gewünschten Zeitpunkt los legt usw.
    Obwohl ich whats app oder andere apps nicht benutze habe ich mich gründlich darüber informiert. Den meisten Nutzern von apps ist nicht klar, dass whats app oder apps im Allgemeinen alle Sicherheitslücken haben, die den Zugriff auf verschlüsselte Daten möglich macht.
    Manche Apps sind – ohne Wissen des Benutzers – Spywares. Solche Spywares können Kalendereinträge, Personendaten, sogar Kamera- und Mikrofonzugriff (!) von Hackern außerhalb ermöglichen.
    Auch das Bezahlen an der Supermarktkasse mit dem Handy, das Bezahlen von Rechnungen oder Bankgeschäfte über das smartphone ist alles andere als sicher…
    Das alles sind Gründe weshalb ich weiterhin – solange wie möglich – ein smartphone- und whats-app-Verweigerer bleiben werde.

    • Hallo Marie, WhatsApp hat sich tatsächlich so ausgebreitet, dass es SMS und E-Mails mehr und mehr verdrängt. Dabei ist es aus Datenschutzsicht eine Katastrophe. Man kann sich wirklich nur wundern, dass die vermeintliche Bequemlichkeit alle anderen Aspekte in den Hintergrund drängt …

  19. Hallo an alle WhatsApp Verweiger. Was kann WhatsApp was nicht mit z.B. Android Bordmitteln oder Werbefreien Apps (open source) nicht zu bewerkstelligen ist? Mir fällt nichts aber auch gar nichts dazu ein. Kurzum und etwas drastisch ausgedrückt – WhatsApp Nutzer sind entweder zu faul oder zu dämlich ihr mobiles Endgerät sinnvoll zu bedienen. Die Antwort bleibt sich jeder WhatsApp Nutzer selbst schuldig zu welcher Gruppe er gehören will.

    mfG. ein WhatsApp Hasser 😉

  20. Vielen Dank für diesen Artikel! Er hat mich sehr darin bestärkt, mich nicht doch bei whats app anzumelden. Ich bin nämlich (mal wieder) ins Wanken gekommen… Ich fange gerade an zu studieren und bin mit 17 zwar eine der jüngsten, allerdings (so scheint es mir bis jetzt) die einzige Person, die kein whats app hat. Gleich in der ersten Woche wurde eine WhatsApp-Gruppe gegründet und ich musste vielen Leuten erklären, warum sie mich zu dieser nicht hinzufügen können und man mich auch sonst nicht auf whats app anschreiben kann. Meine Argumente hat bis jetzt niemand so richtig verstanden. Ich habe nun aber den Entschluss gefasst, mir in dieser Hinsicht auch weiterhin treu zu bleiben. Meine richtigen Freunde schreiben mir trotzdem, auch ohne WhatsApp… Vielleicht hat ja jemand hier Tipps, wie ich anderen möglichst verständlich machen kann, warum ich mich gegen whats app entschieden habe?

    • Hallo Inga,

      es freut mich sehr, wenn dieser Artikel anderen WhatsApp-Verweigerern den Rücken stärkt 🙂 Ich persönlich erkläre im Gespräch normalerweise nicht, warum ich WhatsApp nicht haben möchte. Ich sage einfach, dass ich kein WhatsApp habe und es auch nicht haben möchte und wir deswegen per E-Mail oder Telefon/SMS Kontakt halten können.

      Zum einen finde ich nämlich nicht, dass ich mich rechtfertigen muss, wenn ich eine App nicht haben will. Zum anderen habe ich festgestellt, dass der typische WhatsApp-Nutzer sich angegriffen fühlt und pikiert bis aggressiv reagiert, wenn ich erkläre, dass aus meiner Sicht WhatsApp ein unzulängliches Kommunikationsmittel ist, das noch dazu stresst und nervt und datenschutzmäßig mehr als fragwürdig ist …

  21. Hallo Barbara,

    Ich habe vor ca. 3 Monaten einen innerlichen Drang verspürt WhatsApp verlassen zu wollen, und es heute auch getan.

    Für alle die sich hier später noch verrieren werden kann ich nur raten euch niemals zu Rechtfertigen, es gibt unmengen an Argumenten WhatsApp bzw. „Social Media“ Platformen zu löschen.

    Ich hab diese in erster Linie für mich selbst erstellt gehabt doch vielleicht helfen sie ja auch noch anderen ihre Gedanken zu strukturieren und den eingeschlagenen Weg für sich als den Richtigen zu sehen.

    01. Entschleunigung des Tages / Lebens.

    02. Kein Gefühl mehr was zu verpassen (FOMO / Fear of missing out)

    03. Keine Aufmerksamkeitsunterbrechungen, dadurch langsame Schritt für Schritt Erlernung sich wieder fokussieren zu können.

    04. Konzentrationssteigerung

    05. Level der Kommunikation miteinander wird wieder angehoben
    (Echte, reale Kommunikation steht wieder im Vordergrund)

    06. Freundschaften werden wieder gepflegter

    07. Zeit und Energie Gewinn.

    08. Verantwortungsbewusstsein für sich und die Freundschaften wird gestärkt.
    (u.a. Termineinhaltungen)

    09. Ansporn der Eigeninitiative.
    Denn völlige Vernetzung entwickelt den Trugschluss von echter Anteilnahme an anderen Leben. Ein reales miteinander ist nicht mehr „nötig“.

    10. Bewusste und unbewusste Aufmerksamkeit auf das hier und jetzt wird wieder vorrangig.

    11. Echte Freunde werden sich durchsetzen, „bekannte“ werden verschwinden.

    12. Negative Verhaltensweisen und Denkmuster wie Kontrolle, Unverständnis,
    Ungeduld, werden wieder abgebaut.

    13. Unbewusstes Suchtverhalten wird abgestellt.
    (Schlagwort, immer wieder aufs Handy schauen ob es was Neues gibt)
    Denn Gewohnheitserwartung für neue Stimulation (Nachrichten, Bilder, Videos)
    setzen einen Sucht Mechanismus in Gang in Form von Dopamin Ausschüttungen, siehe auch an der Form der Funktionsweise von Facebook, Instagram, Twitter)

    14. Druck und Stress u.a. hervorgerufen durch falsche Erwartungen an die permanente Erreichbarkeit und Vernetzung werden wieder zur natürlichen innerlichen Ruhe.

    15. Das Führen von realen Unterhaltungen und Vereinbarungen wird wieder angelernt.
    Denn durch die Online Kommunikation verlernen die Menschen ein Gespräch
    „am Leben zu halten“ bzw. dieses überhaupt führen zu können (Schlagwort, Oberflächlich)

    16. Aufbau des Verantwortungsbewusstsein für seine Wörter
    Online denkt man weniger bis gar nicht darüber nach wie das gesagte bei dem anderen ankommt und was es hervorruft. (Schlagwort, geringe Empathie Schwelle)

    17. Aufbau eines selbstbewussten Starken, autarken Charakters, ohne Input von außen zb. durch „Likes“ oder andere zu erwartende positiven Kommentare über sich.
    Denn Selbstverherrlichung und zur Schaustellung von sich selbst
    (zb. durch Profilbilder, Selfies, Statusen) führt erwiesenermaßen zum Narzissmus, Egoismus und einer nach Bestätigung lechzenden schwachen Persönlichkeit.
    (Schlagwort, das junge dumme blonde Mädchen von damals aus der Klasse die nur durch ihr Äußeres immer auffallen konnte / wollte, heute mit Social Media nichts leichter als das.)

    Es gibt bestimmt noch viel mehr und ich wäre froh darüber wenn dieser „Thread“ hier nicht aussterben würde, damit andere die diesen durch google finden, sich nicht alleine mit Ihrer Entscheidung fühlen.

    Mit freundlichen Grüßen an alle Selbst Denkenden 😉

  22. Hallo,
    ich selbst habe WhatsApp in der Anfangsphase auch genutzt und dann schnell gemerkt daß das nur nervt. Ergo wieder deinstalliert brauch ich nicht. In der Familie und im Bekanntenkreis habe ich deswegen nur Unverständnis geerntet. Ist mir egal, in sozialen Netzwerken war ich noch nie angemeldet. Ich halte nicht s davon alles und jedes jedem ungefragt mitzuteilen obwohl der das gar nicht wissen will. Völliger Schwachsinn. Wir leben anscheinend mittlerweile in einer Welt der digitalen Massenverblödung und da mache ich nicht mit. Ich habe letzte Woche mein smartphone verkauft und mein altes Nokia aus der Schublade geholt das reicht aus wenn ich unterwegs bin ansonsten ist das Handy ausgeschaltet. Meine Mails lese ich zuhause am Laptop 🤗

  23. Hallo,

    na das nenn ich mal Einsatz 🙂

    Bei mir ist es ähnlich..einziger Unterschied ist, das ich noch nie ein Smartphone besessen habe 🙂

    Nutze die Neuauflage vom Nokia 3310. Mein Absolutes Highlight –> Es hat sogar eine Taschenlampenfunktion 😀

    LG Marcel

  24. Vorgestern habe ich es getan. Ich habe den wichtigsten Kontakten geschrieben, dass ich ab jetzt nicht mehr per WhatsApp erreichbar bin. SMS, Fax ;), Anruf, Brief oder persönliche Treffen.
    Wie schwer mir das gefallen ist… Dieser Gedanke, etwas zu verpassen, Freunde zu verlieren und ausgeschlossen zu sein. Aber mein Verstand sagt mir, dass wahre Freunde sich nicht entfernen, weil ich kein WhatsApp mehr habe. Ich werde bestimmt einige Termine verpassen, weil man mich vergisst oder vielleicht auch aus Trotz. Schließlich hab ich ja selber Schuld. Aber trotzdem möchte ich mich auf dieses Experiment einlassen, um wieder mehr zur Ruhe zu kommen. WhatsApp „bewusst“ nutzen ist mir leider nicht gelungen. Ich freue mich auf Telefonate, Briefe und Treffen und es motiviert mich auch wieder in echten Kontakt zu gehen, denn ich habe keine andere Möglichkeit. Und schnell werde ich auch sehen, welche Kontakte bleiben und welche nicht. Eine Freundin sagte gestern am Telefon, dass sie es sehr schade findet, da sie im Familienstress nicht gerne telefoniert. Sie wird ständig unterbrochen und ist abends zu kaputt. Übrigens war das auch noch vor Kurzem meine Überzeugung. Ich werde ihr die nächsten Tage einen Brief schicken. Das hat für mich viel mehr Qualität als WhatsApp. Und wenn das auch nicht geht, dann pausieren wir oder vielleicht ist es auch an der Zeit, dass sich die Wege trennen? Heutzutage bleibt man irgendwie immer in Kontakt auch wenn eigentlich gar kein wirklicher Kontakt mehr besteht. Dadurch habe ich einen so großen Freundeskreis, dem ich überhaupt nicht mehr gerecht werden kann. Ich habe schon lange überlegt, was ich tun kann: weniger Kontakte, mehr Freunde.
    FB und Insta zu löschen fiel mir gar nicht so schwer. Übrigens habe ich alles komplett gelöscht und nicht pausiert. Das musste ich auch mit sehr vielen Klicks bestätigen. Bist du dir wirklich sicher, ganz zu löschen? 😂 JA

    • Hallo Hanna,
      bitte entschuldigen Sie das späte Freischalten, aber ich habe über Weihnachten eine Blog- und Social-Media-Pause gemacht. Dafür habe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht und es sehr genossen 🙂 Ich drücke die Daumen, dass das bei Ihnen auch klappt. Gerade bei Freundinnen, die (wie ich) sehr viel zu tun haben, hat es sich für mich bewährt, feste Zeiten auszumachen, zu denen wir uns treffen. Mit einer Freundin bin ich beispielsweise jeden Mittwochnachmittag für eine Stunde in einem Café am Ort verabredet (früher waren unsere Kinder in der Zwischenzeit im Kinderchor). Das läuft völlig automatisiert; nur wenn eine von uns ausnahmsweise nicht kommen kann, meldet sie sich per E-Mail oder Telefon ab. Das klappt schon seit Jahren bestens. Vielleicht wäre das auch ein Modell für Sie und die gestresste Freundin?

  25. Hallo, ich bin heute auf die Seite und den Beitrag hier gestoßen und muss an der Stelle sagen, dass ich echt froh bin das es noch mehr bzw. immer noch Menschen wie mich gibt, die kein Whatsapp haben.

    Ich selbst bin Mitte 30 und hatte nie Whatsapp und werde es aus Überzeugung auch nie haben wollen, egal wie sehr ich mich bzw. Andere mich ausgrenzen oder für einen Beitritt bei Whatsapp argumentieren.

    Oft wird ja gesagt dass wenn ich Whatsapp hätte, es ja auch ausmachen könnte bzw. das Handy / Smartphone, wenn mich die Nachrichten oder der Messenger an sich mal nerven… das funktioniert jedoch nur in der Theorie… die Ratgeber werden es wahrscheinlich selbst noch nicht über das Herz gebracht haben, diese Maßnahme zu ergreifen… zu groß ist die Sucht und die Angst etwas verpassen zu können… das ist doch das selbe wie auf Facebook.

    Ich habe vor rund einem halben Jahr meinen Facebookaccount gelöscht… nach dem Löschbuttonbetätigung gab es glaube noch eine 4 wöchtigen Zeitraum wo ich die Löschung rückgängig hätte machen können… diese lange Übergangszeit kommt nicht von ungefähr… Viele Löschwillige bekommen in der Zeit arge Entzugserscheinungen und sollen vom entgültigen Löschen deshalb abgehalten werden.

    Ich hatte in der Zeit 4-5x das Bedürfniss mich einloggen zu wollen… widerstand aber und war dann richtig glücklich als diese „Übergangszeit“ dann vorbei und der Account weg war (und immer noch ist). Vor dem Löschen habe ich sämtlichen Kontakte meine Handynr. und Emailadresse gegeben. von ehemals 45 Kontakten habe ich jetzt mit nur noch Zweien Kontakt, die Anderen… aus den Augen aus dem Sinn. Ja es ist Facebook und nicht Whatsapp… das Prinzip ist aber das Gleiche und die Denkensweise der Menschen auch.

    An Jeder Ecke wird für mehr Toleranz für gleichgeschlechtliche Gemeinschaften, Einwanderer, Andersdenkende geworben… das alles begrüße ich sehr. Im Umkehrschluss aber lebt man die Toleranz aber untereinander in unserer Gesellschaft aber nicht aktiv und konsequent, sonst würden Menschen die kein Whatsapp und Co haben doch nicht so aktiv ausgegrenzt werden.

    Ist das nicht auch eine Art von soften / verharmloster Alltagsrassismus von Whatsapp Nutzern gegenüber „Verweigerern“ wenn Diese aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt werden?

    So hat es bei der Entstehung des Nationalsozialismus doch auch angefangen… es wurde erst ein Feindbild (Juden etc.) geschaffen, dann wurden Diese ausgegrenzt und dann wurde alles was nicht konform war oder sich nicht unterordnen wollte auf irgendeiner Art beseitigt.

    So schlimm wie damals ist das noch nicht, dieses Beklemmtheitsgefühl ist aber das Selbe und Allgegenwärtig. Es klingt sehr überspitzt, wenn man aber mal länger drüber nachdenkt, versteht man aber sicherlich wie ich das meine.

    Die Hemmschwelle zur Ausgrenzung Anderer sinkt immer weiter und die Gesellschaft verroht, wegen bspw. Socialmedia, Whatsapp und Co.

    Ich sage NEIN zu diesen Dingen.

    Ich bin froh nach 4 Jahren Facebook mich diesem Zwang zwecks der Nutzung nicht mehr unterwerfen zu müssen. Mir reicht mein Kartenhandy und das Internet als Informationsplattform. Gegen Technik und Fortschritt habe ich nichts, wenn das Genutzte sinnvoll eingesetzt und der Mensch als Wesen dadurch nicht negativ beeinflusst wird.

    Bleibt euren Prinzipien treu denn nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

    Live long and prosper, lebe lang und in Frieden… wie die Vulkanier sagen.

    Sollten hier Star Trek Fans unter uns sein, bitte melden. =)

  26. Hi,
    als erstes: ich bin 14. Und ich finde es großartig, dass es WhatsApp Verweigerer wie euch alle gibt. Bei mir an der Schule schreiben selbst Lehrer in den Jahrgangschat wichtige Sachen… Oft fühle ich mich echt ausgegrenzt, aber Artikel wie diesen hier helfen mir, dagegen zu halten. Und auch meine Eltern unterstützen mich, ich darf mit ihrer Erlaubnis sagen „Meine Eltern erlauben kein WhatsApp“. Und auch wenn ich nur zwei Nummern von Leuten aus meinem Jahrgang habe und mich oft sehr alleine fühle: für mich lohnt es sich schon einfach nur als Protest gegen die ganzen Handywischer da draußen. Und manchmal ist es auch lustig zu sehen, wie alle mit ihren Handys durch die Gegend rennen :). Und ich feiere auch die Gesichter, wenn ich sage, nein, ich war nicht beim Sport letzte Woche, woher sollte ich wissen, dass es doch stattfindet? Naja.
    LG, und euch einen schönen Tag!

  27. Liebe Whatsapp-Verweigerer,
    ich bin froh, nicht allein zu sein. Ich bin 40 und habe 7 Kinder in Alter von 1 bis 15.
    Unsere größte Tochter ist froh, kein Whatsapp zu haben und vermisst es auch nicht. Meistens telefoniert sie noch abends mit ihrer Freundin (außer zur Zeit, da sich die beiden verkracht haben), und alles andere lässt sich gut per SMS regeln.
    Tochter 2 (14) hat es da schon schwieriger mit ihren Eltern, da alle ihre Freundinnen Whatsapp haben. Als Kompromiss darf sie sich den Signal-Messenger aufs Handy machen, von dem ich hoffe, dass er sicherer ist.
    Ich nutze auch Signal, aber nur sporadisch, meistens um der Familie mal ein Bild zu schicken. Wenn ich unterwegs bin, habe ich zwar das Smartphone dabei, aber zuhause muss ich es meistens suchen. Da bin ich mit Festnetz erreichbar.
    Ich finde dieses ständige Erreichbarsein fürchterlich.
    Und es ist tatsächlich ruhiger. Früher fragte man mich jedes Jahr nach Kuchen für den Kuchenbasar in der Schule. In Zeiten von Whatsapp-Gruppen finden sich andere. Es ergeben sich trotzdem Gelegenheiten zu helfen, wie heute beim Elternabend, wo ich mich spontan für übermorgen zum Helfen in der Schule gemeldet habe. Selbst mein Mann, der selbständiger Handwerker ist, nutzt nur Telefon, SMS und Email. Der hat garkeine Messenger oder Accounts auf sozialen Medien, nur eine einfache Website mit den Kontaktdaten. Trotzdem hat er gut zu tun (manchmal auch zu gut 😉 )
    Es geht also auch ohne. Wir leben in einem großen Dorf (3500 Einwohner), da kann man zur Not auch maldas Informationen Überbringen und einen Spaziergang verknüpfen. Ganz persönlich. Funktioniert. Hab ich schon ausprobiert.

    • Hallo Annegret,
      das ist ein gutes Beispiel: Auch als Selbstständige/r braucht man kein WhatsApp, denn es gibt genügend andere Wege der Kontaktaufnahme. Und ein Handwerker, der bei der Arbeit laufend seine Nachrichten checken muss, käme wohl kaum besonders weit.
      Ich habe meiner Ältesten (sie ist 21) gestern übrigens eine SMS geschickt, weil sie gerade Blockschule hat. Sie rief dann zurück, weil sie es schöner fand, zu telefonieren …

  28. Ich habe auch weder Facebook noch Whats App und kann problemlos überleben. Mittlerweile ist das ja schon zu einer Art Zwang geworden, da greift man sich nur an den Kopf. Als ob es keine anderen Möglichkeiten gibt miteinander zu kommunizieren.

    Ich bin auch schon oft deswegen ausgegrenzt worden. Ist mir aber egal und zeigt eigentlich nur wie obrflächlich und verdummt die Menschheit geworden ist.

  29. Der Artikel ist zwar vielleicht etwas älter, aber inhaltlich immer noch sehr aktuell, vermutlich aktueller denn je.
    Ich würde mich selbst nicht einmal als WhatsApp-Verweigerer bezeichnen – ich brauche es halt einfach nicht. Ja, ich hatte es schon einmal installiert, aber nach ein paar Monaten habe ich es entnervt wieder deinstalliert. 99% der Nachrichten waren einfach unwichtig, daher konnte man das Lesen dieser Nachrichten getrost als Zeitverschwendung betrachten. Ohne WhatsApp ist man teilweise etwas abgekapselt von der Welt. Man bekommt nicht mehr alles mit (also eben nicht mehr jede noch so unwichtige Kleinigkeit). Aber das muß man eben aushalten. Und ganz ehrlich, das lässt sich gut aushalten. Wenn es wirklich mal eine wichtige Nachricht geben sollte, dann erinnern sich die Leute doch noch daran, daß es Festnetztelefone und E-Mail gibt.
    Ich bin 41 Jahre alt, Softwareentwickler, und muß mir oft anhören, daß ich für einen Informatiker doch recht technikfeindlich sei, gerade weil ich kein WhatsApp habe. Mein nächster Schritt wird sein mein Smartphone durch ein normales Klapphandy zu ersetzen (sobald mein Smartphone-Vertrag ausgelaufen ist), was die Annahme, daß ich technikfeindlich sei, nur noch verstärkt hat. Aber das hat eher praktische Gründe, ich finde Smartphones viel zu groß und unhandlich. Das mobile Internet nutze ich sowieso so gut wie gar nicht, daher hat sich das Thema Smartphone generell für mich erledigt. Wie gesagt, ich bin Softwareentwickler, ich bin tagtäglich den neuesten Technologien ausgesetzt, daher habe ich es in meiner Freizeit gerne etwas „einfacher“. Ich bin auch schon lange nicht mehr auf Facebook, Xing, Stayfriends oder sonstigen sozialen Netzwerken zu finden. Ja, ich gebe es zu, früher war ich quasi überall aktiv. Aber vor circa sechs Jahren fragte ich mich, was mir das überhaupt bringt, kam dann auf den Schluß, daß es eine totale Zeitverschwendung ist und habe mich eben abgemeldet. Entzugserscheinungen? Nicht wirklich. Die ersten drei Wochen waren zwar etwas ungewohnt, aber danach war es irgendwie Normalität abends nach der Arbeit nicht mehr online zu gehen und dem Rechner fernzubleiben. Mit dem Smartphone bin ich sowieso kaum online, sobald ich nach Hause komme, wird es auf den sogenannten „Smartphone-Parkplatz“ gelegt. Mir war das auch schon immer viel zu doof mit meinen Fingern auf so einem kleinen Display herumzutippen, ich bin eher der Tastatur-und-Maus-Typ.
    Bei meinen Freunden stoße ich aufgrund meiner WhatsApp-Abstinenz doch etwas auf Unverständnis. Die Begründung: Da wäre es doch sooo einfach mal in einem Gruppenchat einen Termin für ein Treffen zu organisieren. Meine Antwort: Es wäre doch sooo einfach eine Rund-Mail an alle Beteiligten zu schreiben, da sind dann genauso alle informiert. Das hat schon in den frühen 2000er Jahren prima funktioniert. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Da gab es kein WhatsApp. Dafür ICQ. Aber das nutzt ja heute vermutlich auch kaum noch jemand…
    Zwei meiner Freunde dachten zwischenzeitlich auch schon, daß mir etwas zugestoßen sei. Kein WhatsApp, auf dem Smartphone war ich telefonisch auch nicht erreichbar. Ganz dumme Geschichte, ich habe nämlich in meinen vier Wänden keinen Handyempfang, da ich doch etwas auf dem Land lebe. Auf die Idee einfach eine E-Mail zu schreiben oder mich auf dem Festnetz anzurufen, kamen die beiden erst mal nicht. Aber wie schon weiter oben erwähnt, manchmal fällt den Leuten doch wieder ein, daß es noch Festnetztelefone gibt. Und siehe da, es hat funktioniert: Es klingelte, ich ging ran, und schon war der Kontakt hergestellt. Ganz einfach.
    Ich sehe es auch ganz gelöst, ob ich abgekapselt bin oder nicht. Freunde, die mich wirklich erreichen wollen, können mich erreichen (und haben mich auch schon erreicht). Und den anderen scheint es dann wohl nicht so wichtig zu sein. Für mich ist das jedenfalls kein Grund mich diesem „WhatsApp-Zwang“ zu unterwerfen. Und meine wirklichen Freunde haben es auch schon lange akzeptiert.

    • Ja, ich denke auch, dass das Thema nach wie vor aktuell ist (ich habe auch nach wie vor kein WhatsApp). Meine Freunde haben inzwischen auch mehrheitlich akzeptiert, dass ich halt schrullig bin und schreiben mir bei Bedarf E-Mails …

  30. Moin,
    ich habe lange und intensiv WhatsApp genutzt. Seit Anfang 2020 unterstützt WhatsApp kein Windows mehr, deshalb bin ich frühzeitig auf iOS umgestiegen. Als Techniker bin ich mehr an Funktionalität als an bunten Bildchen interessiert, deshalb wechsele ich zurück.
    Die meisten meiner Freunde kenne ich aus einer Zeit ohne WhatsApp, und ich werde auch weiterhin den Kontakt zu meinen Mitmenschen aufrechthalten.
    Sich selbst abzugrenzen bedeutet nicht Isolation, sondern schärft die Kontur!
    Ich wünsche dabei allen viel Erfolg!
    Gruß
    Christian

  31. @Flo
    Ich sehe das ähnlich wie Du. Viele Jahre besass ich nicht mal ein Handy, geschweige ein Smartphone. Bis ich mich dummerweise vor einenhalb Jahren dazu überreden liess, mir doch endlich eins anzuschaffen, da sich immer mehr Leute beschwerten, ich sei nicht erreichbar.
    Hallo? Meine Festnetznummer/Adresse steht im Telefonbuch, und Email hab ich auch!
    Ich hatte dann vor etwa einem halben Jahr einfach nur noch die Schnauze voll, mit einem Iphone konnte ich nicht umgehen (Ja, dafür bin ich zu blöd!), also hatte ich es abgeschafft. Bei Facebook habe ich auch meinen Account gelöscht. Man hat doch erheblich mehr Zeit und Ruhe, wenn man sich vom ganzen Social-Media-Rummel fernhält.
    Ich habe mir kürzlich ein ganz einfaches Nokia 105 angeschafft, mit nur zwei Funktionen: Telefon und SMS. Reicht doch. Passt in jede Hosentasche, und robust sind die Dinger auch noch (Sturz aus 1m unbeschadet überstanden). Kostenpunkt: Unter 25 Euronen.
    Ich habs immer in meiner Jackentasche, wenn ich gerade unterwegs bin. SMS werden nur abends abgecheckt. Und noch was: Richtige Freunde halten sich auch an Absprachen!
    Ichbin auch Informatiker und werde täglich mit neuen Technologien konfrontiert. Da möchte ich doch wenigstens in meiner Freizeit meine Ruhe haben.
    Oder mit Kumpels ein Bier trinken gehen. Da reicht eine SMS „Lust aufn Bier? Um X Uhr in Kneipe Y?“ und man sieht sich. Und zwar pünktlich.

    Und wenn ich mit dem Fahrrad auf Tour bin, das geht noch ganz klassisch mit richtiger Landkarte. Nix GPS & Co.

    Ja, viele Leute halten mich auch für einen schrulligen Kauz. Und? Dafür habe ich aber weniger verschwendete Lebenszeit, und kann die Welt um mich herum mit all meinen Sinnen wahrnehmen. Die Natur hat es für unsere Augen nicht vorgesehen, dass wir ständig auf Displays starren. Und unsere Ohren sind auch nicht dafür gemacht, einer Dauerberieselung von Musik per Kopfhörer am Handy ausgesetzt zu sein.

    Ich brauche nicht mal Fernsehen, wenn ich mich in ein Café setze, und die Leute und das Geschehen um mich herum beobachte, das ist Fernsehen genug. Und das noch 1000x unterhaltsamer :-))

  32. @ alex
    Den letzten Satz kann ich nur bestätigen. Besonders unterhaltsam ist es die Leute im Café oder im Zug zu beobachten wie sie permanent auf ihr Handy glotzen 🙂

    Ich habe zwar ein Smartphone aber ein völlig veraltetes Steinzeitmodell (Samsung Galaxy Star S5280) was weder GPS noch UMTS-fähig ist. Schon allein deshalb hat sich surfen unterwegs erledigt zumal auch der Bildschirm dafür schlicht zu klein ist. Ich habe das Gerät inzwischen auch gerootet und allen unnötigen Mist runter gehauen weil ich primär eh nur Telefon und SMS und hin und wieder die Fotoanzeige nutze. Letzteres ist für mich zumindest ganz praktisch, ich habe mir die Fahrpläne aller Haltestellen, die ich regelmäßig nutze runter geladen und in Bilder umgewandelt und drauf geladen. So kann ich unterwegs jederzeit schauen wann der nächste Bus oder die nächste Bahn fährt ohne mit einer App online gehen zu müssen. Außerdem ist das Gerät sehr klein, kaum größer als ein Tastenhandy und der Akku ist wechselbar.

    Ich besitze allerdings auch noch zwei gute alte Nokia Tastenhandys, die nutze ich hin und wieder auch.

    Kürzlich hatte ich mal wieder eine WhatsApp-Diskussion mit meiner Freundin. Sie meinte (wie schon so oft) das sie es hat, weil es ja jeder in der Familie hat. Darauf antworte ich dann immer, das es vor 20 Jahren doch auch ohne ging 🙂

  33. Hallo Barbara und alle anderen die in der realen Welt leben.
    Super, dass es „Google“ gibt und ich diese Site gefunden habe. Ich dachte schon, dass ich der einzig Überlebender bin in diesem Universum der dieses Whatsapp nicht nutzt. Für viele ist man einfach „tod“, aus dem Leben gelöscht, weil man ja „unerreichbar“ ist. Puh….. Auch für Infos, die wegen Corona, die von der Schule „verteilt“ werden in diesen tollen Elterngruppen, bin ich nun außen vor und bekomme nicht mit wann die Kids (bzw mein Sohn) Unterricht haben, wie es weiter geht usw. Auf mein Netbook (ich habe übrigens kein Smartphone, sondern nutze ein Nokia 3310 um erreichbar zu sein), habe ich tatsächlich ein Mail-Programm wenn es nur schriftlich gehen sollte. Auch kann man mit meinem „Telefon“ SMS empfangen und telefonieren. Nunja, dass Smartphone dominiert in allen Bereichen, selbst nehmen es manche mit ins Bett und müssen vor dem Sex noch einmal erst „wichtige“ Nachrichten lesen. Egal, ich lebe in der realen Welt und wenn ich für andere nicht „mehr am leben bin“ ist es so. Menschen mit Herz sind wohl, dank Whatsapp (überhaupt alles von dem Zuckerjungen), ausgestorben. Wünsche euch alles Gute und bleibt Gesund. lg Andy

    • Ja, die Corona-Pandemie hat WhatsApp vermutlich einen weiteren Schub beschert. Die Nutzung gerade durch Lehrer/Schulen finde ich aber sowohl aus Datenschutzgründen als auch pädagogisch sehr bedenklich. Denn damit wird der Druck auf Kinder und Eltern nochmals erhöht, WhatsApp einfach haben zu „müssen“.

  34. Das habe ich auch schon festgestellt. Ich bin quasi der Einzige, der nicht mit Kopfhörer und Handy in der Hand rumläuft. Als ich vor kurzem noch im Homeoffice war, zogen meine Mitarbeiter schon ein schiefes Gesicht, als sie erfuhren, dass ich gar kein Smartphone habe, ich könne dann nicht mal so eben von unterwegs online kommen, wenn Team-Gespräche anstehen.
    Und! Reicht es denn nicht mehr, wenn ich zuhause am PC zu festgelegten Zeiten erscheine?
    Meine Freizeit ist mir heilig, denn ich trenne strikt Beruf und Freizeit. Müsste ich ständig auf Abruf bereit sein, dann bitteschön erwarte ich auch eine adäquate Bezahlung! Es kann nicht sein, dass mein Beruf auch meine Freizeit unterwandert!
    Es gibt schon genug Leute, deren Freizeit von der ständigen Bereitschaft vereinahmt worden ist. Kein Wunder, dass alle so gestresst sind und am Limit pfeifen. Man ist nicht mehr Mensch, man ist nur noch eine Maschine, welche funktionieren muss. Die Folgen davon sehen wir jeden Tag. Und die mediale Reizüberflutung tut ihr Übriges noch dazu.
    Aber ohne mich. Den Teufel werde ich tun, mich zum Sklaven von Whatsapp, TV, Facebook &Co machen zu lassen!

  35. Hallo Barbara!
    Ich benutze WhatsApp seit drei Jahren, allerdings sehr bewusst ausschließlich für Kurznachrichten. Meine medialen Kommunikationsmittel sind e-mail und das gute alte Telefon, vorzugsweise Festnetz und der persönliche Brief. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich außen vor bin, seitdem ich mich aus verschiedenen Gruppen abgemeldet habe. Die Abmeldung aus der Familiengruppe ist mir richtig übel genommen worden: ..“selbst schuld, wenn du nichts mitkriegst!“ Ich habe mich sehr gründlich mit meinem inneren Widerstand auseinandergesetzt und bin u.a. zu dem Ergebnis gekommen, dass WhatsApp nichts tut für mein Bedürfnis nach einem befriedigenden Austausch miteinander. Als Teilnehmerin einer Gruppe weiß ich nicht, bin ich gemeint, will man wirklich meine Meinung lesen? Wenn das so wäre, könnte man mich bewusst ansprechen. Ich möchte gemeint sein, ich möchte spüren, dass es dem anderen wichtig ist, mit mir zu kommunizieren. Mit WhatsApp schafft man es, Menschen „anzusprechen“, ohne an sie zu denken, eben nur weil sie in einer Gruppe sind. Je mehr gewhatsappt wird, desto oberflächlicher wird der Kontakt. Ich halte dagegen und fühle mich wohl dabei!

    • Hallo Renate, das mit den Familiengruppen scheint bei vielen Leuten schwierig zu sein. Aus dem Freundeskreis bekomme ich immer wieder Vorfälle erzählt, bei denen man sich per WhatsApp in die Wolle gekriegt hat. Wenn sich dann jemand aus der Gruppe abmeldet, fassen die anderen das quasi als Beleidigung auf. Dabei sind Familienkontakte meist schon ohne WhatsApp nicht immer einfach …

  36. Hallo, auch ich habe nach 3 Jahren heute meinen Whatsapp Account gelöscht.
    Whatsapp kann verbinden, aber auch trennen.
    Inzwischen wird schon innerhalb der Familie über Whatsapp gestritten. Meine erwachsenen Töchter haben einen hohen Erwartungsdruck an/in meine Rolle der Oma (54, 3 Enkelkinder) und ich versuche somit die stetige Erreichbarkeit ein wenig zu dämpfen. Vorteil ist, dass sie 1 Stunde Fahrt von hier entfernt wohnen.
    Noch schwieriger ist das Dating, denn der Kontrollmechanismus ist sehr hoch und ohne Whatsapp wäre mir so manche extrem schmerzhafte Erfahrung erspart geblieben.
    Wer etwas von mir möchte erreicht mich in Zukunft wieder über sms, Handy, Festnetz oder EMail. Wenn das nicht passiert, kann es nicht so wichtig sein.

    • Hallo Susanne, das sehe ich auch so: Wer mich wirklich erreichen will, kann es auch ohne WhatsApp. Und ich will gar nicht ständig erreichbar sein …

  37. Ich will nicht ständig erreichbar und verfügbar sein. Man kann mir eine Karte oder einen Brief oer Post schicken, mich über das Festnetz oder auf dem Handy anrufen, mir eine Nachricht auf dem AB oder der Mailbox hinterlassen oder mir eine SMS schicken. Ich finde, das reicht völlig. Diese permanente Verfügbarkeit setzt nur unnötig zusätzlich unter Druck und stresst ungemein. Dazu kommt, dass nichts ein persönliches Gespräch ersetzen kann.

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