Aktien kaufen während der Coronakrise – das ist grundsätzlich eine gute Idee!

Diese Frage stellen sich in diesen merkwürdigen Zeiten vermutlich nicht viele Menschen: Soll ich Aktien kaufen während der Coronakrise? Wer jetzt als Selbstständige/r keine Einnahmen mehr hat oder mit Kurzarbeitergeld um die Runden kommen muss, hat andere Sorgen als die Geldanlage. Viele Menschen, die für ihre Altersvorsorge in Aktien investiert haben, sind zudem schockiert über den abrupten Absturz der Börsenkurse. Um unglaubliche 40 Prozent verlor allein der DAX von Ende Februar bis Mitte März 2020. Damit sind auch die als Altersvorsorge in Aktien angelegten Summen zusammengeschrumpft.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) April 2019 bis April 2020

Seitdem haben die Börsenindizes zwar wieder ein bisschen hochgerappelt, aber bei weitem nicht auf das vorherige Niveau. Und für die nähere Zukunft ist auf jeden Fall mit größeren Schwankungen zu rechnen.

Wirklich erholen werden sich die Börsenkurse erst wieder, wenn ein Ende der Coronakrise in Sicht ist: Sei es, weil ein Impfstoff gefunden wurde oder weil wirksame Medikamente zur Verfügung stehen und die Wirtschaft wieder richtig hochfahren und auf eine ordentliche Nachfrage hoffen kann. Wann das ist, kann derzeit niemand sagen. Ich auch nicht.

Ist Aktien kaufen während der Coronakrise dann überhaupt ein Thema?

Oh ja, das ist es. Gerade wenn die Zeiten schwierig sind, ist es schließlich wichtig, nach vorne zu blicken. Gerade wenn das Geld knapp ist, sollte man es besonders bewusst anlegen. Und gerade in der Krise ergeben sich Chancen.

Aktien sind Unternehmensanteile und damit Sachwerte, die zusätzlich zu ihrer eigenen Wertentwicklung noch Anteile an den Unternehmensgewinnen einbringen. Über einen Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren gesehen haben sie in den letzten Jahrzehnten mehr Ertrag gebracht als jede andere Anlageform. Das wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch weiterhin so sein.

Am größten ist der Ertrag beim Aktienkauf natürlich dann, wenn man zu niedrigen Kursen einkauft und irgendwann zu hohen Kursen verkauft. Und hier komme ich zum Punkt: Während der Krise kann man Aktien besonders günstig einkaufen.

Mutige suchen sich jetzt gezielt ein paar Einzelaktien aus, von denen sie sich in Zukunft Positives erwarten. Das könnten z. B. Unternehmen aus der Gesundheitsbranche sein oder welche, die besonders von der Digitalisierung profitieren dürften. Wer ein bisschen „Spielgeld“ übrig hat, kann das ruhig probieren und möglicherweise satte Gewinne machen – darf sich aber auch nicht ärgern, wenn sich nachträglich herausstellt, dass er zu teuer gekauft hat und dauerhafte Wertverluste hinnehmen muss.

Für vorsichtigere Anleger empfehle ich jetzt einen ETF-Sparplan

Ein Aktienfonds-Sparplan hat zwei riesengroße Vorteile: Erstens kauft man damit nicht Aktien eines Unternehmens, sondern Anteile vieler im Fonds versammelten Unternehmen. Zweitens investiert man jeden Monat einen festen Betrag. Dadurch kauft man mal billiger und mal teurer ein und bekommt auf Dauer einen günstigeren Durchschnittskurs. Das ist wie beim Tanken: Mal tankt man Diesel für supergünstige 1,05 Euro, mal für sauteure 1,15 Euro und am Ende liegt der Durchschnittspreis bei moderaten 1,10 Euro.

„Normale“ Aktienfonds, die von Fondsmanagern gesteuert werden, sind aber mit relativ hohen Gebühren behaftet. Das ist zwar einerseits verständlich, weil die Fondsmanager ja auch etwas verdienen wollen. Andererseits geht es zu Lasten der eigenen Rendite.

Deswegen kamen findige Anbieter auf die Idee, Fonds zu konstruieren, die sich gewissermaßen „von selbst“ managen: Sie bilden einfach einen Index ab, kaufen also bestimmte Aktien immer in einem bestimmten Verhältnis. Das sind die ETFs. Das Kürzel steht für Exchange Traded Funds (börsengehandelte Fonds). Es gibt beispielsweise DAX-ETFs, mit denen Sie Anteile an allen 30 DAX-Unternehmen erwerben oder auch „Welt-ETFs“, in denen Aktien großer und erfolgreicher Unternehmen aus den USA, Europa und Asien versammelt sind.

ETF-Sparpläne gibt es bei den Direktbanken oft zu sehr geringen Gebühren und schon ab einer Anlagesumme von 25 Euro monatlich. Sie können jederzeit gestartet und auch jederzeit wieder beendet werden, bieten also höchste Flexibilität. Und sie ermöglichen es Ihnen, in den kommenden Monaten Fondsanteile vergleichsweise billig zu kaufen und von der irgendwann wieder einsetzenden Kursrallye maximal profitieren zu können.

Daher mein Rat: Wenn Sie jetzt 25 oder 50 Euro im Monat erübrigen können, ist Aktien kaufen während der Coronakrise (und auch danach noch) eine sehr gute Idee. Bleiben Sie dran, behalten Sie die Nerven und gönnen Sie sich nach der Krise – wann auch immer das sein wird – beim Blick auf Ihr Depot ein Gläschen Schampus. Zum Wohl!

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Aktien kaufen während der Coronakrise
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