Rezension: Wie lege ich 5000 Euro optimal an?

Wie lege ich 5000 Euro optimal an

In den Weihnachtsferien erzählte mir meine Schwägerin, sie hätten Festgeld angelegt gehabt, das nun wieder verfügbar sei. Aber was sollten sie bei diesen niedrigen Zinsen denn damit machen? Vielleicht eine Kapitallebensversicherung für meinen Neffen abschließen? „Natürlich nicht!“, antwortete ich ihr.

Wir sprachen ein wenig über die Grundlagen vernünftiger Geldanlage, und dann empfahl ich ihr das Buch von Judith Engst und Rolf Morrien, das ich gerade gelesen hatte. Es trägt den schönen Titel: Wie lege ich 5000 Euro optimal an? Die Tipps, die Sie darin lesen, funktionieren aber auch mit weniger oder mehr Geld, weil sie sehr vernünftig sind. Tatsächlich ist dies einer der wenigen Geldratgeber, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Auf gerade einmal 119 Seiten bekommen Sie alles geboten, was Sie über die Grundlagen vernünftiger Geldanlage wissen müssen. Und das gut strukturiert und verständlich erklärt über zehn handliche Kapitel verteilt.

Wie lege ich 5000 Euro optimal an? – Kurzzusammenfassung der Inhalte

In Kapitel 1 wird zunächst mit den liebsten Anlageformen der Deutschen abgerechnet: All das Geld, das auf Giro-, Spar-, Festgeld- und Tagesgeldkonten herumliegt, dient keineswegs dem Vermögensaufbau. Faktisch verliert es durch die Inflation sogar an Kaufkraft. Und die gute alte Kapitallebensversicherung lohnt sich nur, wenn sie wirklich alt ist, nämlich vor 2004 abgeschlossen und daher mit einem hohen Garantiezins und steuerfreier Auszahlung verbunden.

Die 3 goldenen Regeln der Geldanlage

  1. Lege nicht alle Eier in einen Korb! Soll heißen: Wenn Sie 5.000 Euro anlegen können, stecken Sie nicht die ganze Summe in eine einzige Anlageform, sondern teilen Sie es auf mehrere auf. Diese Diversifikation verringert das Risiko.
  2. Kaufe nicht alles auf einmal! Denn: Es ist praktisch unmöglich, den einen, perfekten Kaufzeitpunkt herauszufinden – das geht immer erst im Nachhinein. Wenn man aber über einen längeren Zeitraum immer wieder investiert, kauft man mal teurer und mal billiger und senkt dadurch den durchschnittlichen Kaufpreis.
  3. Sitze kurzfristige Verluste einfach aus! Es ist nämlich bei vielen Anlageformen ganz normal, dass sie mal höher und mal niedriger notieren. Von kurzfristigen Einbußen darf man sich nicht nervös machen lassen. Gerade für Aktien gilt: Wer langfristig dabeibleibt, gewinnt!

In Kapitel 2 geht es um die richtige Aufteilung des Geldes. Konkret werden die drei Anlageformen Aktien, Tagesgeld und Sparpläne/Sparbriefe im Hinblick auf das magische Dreieck der Geldanlage untersucht.

Das magische Dreieck der Vermögensanlage

  1. Rendite (= Verzinsung)
  2. Sicherheit (Risiko von Wertschwankungen bzw. Vermögensverlust)
  3. Liquidität (= Zahlungsfähigkeit, also die Möglichkeit, das angelegte Geld schnell wieder „flüssig“ zu machen)

„Magisch“ ist das Dreieck übrigens deswegen, weil man mit einer Anlageform immer nur zwei Ziele gleichzeitig erreichen kann, nie alle drei. Deswegen kommt es ja auf die richtige Aufteilung der Anlagesumme an.

In Kapitel 3 wird daher empfohlen, einen Teil der Anlagesumme als Tagesgeld vorzuhalten, damit die Liquidität gewahrt bleibt. Praktische Tipps dazu, wie man die besten Anbieter aussucht, gibt es auch.

Kapitel 4 wendet sich den eigentlichen Anlagemöglichkeiten und stellt die verschiedenen Arten von Investmentfonds mit ihren Eigenarten und Vor- und Nachteilen vor. Kapitel 5 widmet sich ganz den Indexfonds (ETFs), die nicht zu Unrecht als „die wahrscheinlich beste Finanzinnovation der vergangenen 50 Jahre“ vorgestellt werden. Die gängigsten Indizes und ihre Konstruktionsweise werden kurz und gut verständlich erläutert. Die beiden Autoren empfehlen konkret eine Aufteilung der Anlagesumme in einen DAX-ETF (50 %), einen MSCI-World-ETF (25 %) und einen MDAX-ETF (25 %). Das ist sicher keine schlechte Idee.

In Kapitel 6 betrachten Judith Engst und Rolf Morrien die aktiv gemanagten Fonds näher, die insbesondere in schlechten Marktphasen und in schwierigen Märkten ohne passenden Index attraktiv sind. Von einem solchen Investment würde ich dem absoluten Einsteiger-Investor zwar abraten. Wer schon ein nettes ETF-Pölsterchen hat und Neues wagen will, kann das aber ruhig probieren. Eine abwägende Gegenüberstellung passiver und aktiver Fonds schließt sich in Kapitel 7 an.

In Kapitel 8 geht es ans Eingemachte: Jetzt werden Fonds- und ETF-Sparpläne vorgestellt, mit denen sich das Problem des perfekten Einstiegszeitpunktes so einfach wie elegant lösen lässt. Sie finden dort auch eine gute Anleitung dazu, wie Sie ein Depot eröffnen und einen Sparplan konkret anlegen können.

Wie Sie Ihre Anlagesumme über Vermögenswirksame Leistungen und die Arbeitnehmersparzulage noch aufstocken können, erfahren Sie in Kapitel 9. Zum Abschluss gibt es in Kapitel 10 noch 7 brauchbare Spartipps für mehr Rendite.

Mein Fazit zu Wie lege ich 5000 Euro optimal an?

In diesem Büchlein ist wirklich alles drin, was man als Einsteiger über Geldanlage wissen muss. Man kann es ohne größere Vorkenntnisse lesen und verstehen. Den grundsätzlichen Ratschlägen und Empfehlungen schließe ich mich an, wobei man über die konkreten Produktempfehlungen im Einzelnen schon diskutieren könnte. Ich persönlich rate im Zweifelsfall erst einmal zum einem ganz normalen DAX-ETF-Sparplan.

So, und jetzt schicke ich das Buch meiner Schwägerin, damit sie sich selbst ein Bild machen kann. Falls Sie es auch lesen möchten, können Sie Wie lege ich 5000 Euro optimal an? portofrei direkt beim Verlag bestellen (Partnerlink*).  Falls Sie sogar noch mehr zum Anlegen haben, können Sie sich alternativ auch den Band Wie lege ich 10.000 Euro optimal an? bestellen (dies ist ebenfalls ein Partnerlink*). Diesen Band habe ich zwar selbst nicht gelesen, nach Auskunft der Autoren findet sich darin aber dasselbe Grundlagenwissen neben einigen zusätzlichen Informationen und Empfehlungen, die erst ab der höheren Anlagesumme sinnvoll sind.

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